27.05.2012

Wuppertaler SV

Brinkmann verkündet sein Aus

Vor der Saison war Dennis Brinkmann als großer Hoffnungsträger nach Wuppertal gewechselt. Das Defensiv-Ass galt als Königstransfer. Nun muss er seine Karriere beenden.

"Mit Dennis Brinkmann bekommen wir einen absoluten Spitzenspieler, der vor allem mit seiner Erfahrung einen wichtigen Part in der Mannschaft übernehmen wird", freuten sich der damalige WSV-Sportvorstand Jörg Albracht und Ex-Trainer Karsten Hutwelker über den Transfercoup. Doch es kam alles ganz anders.

"Ich werde keinen Leistungssport mehr betreiben können"

Brinkmann, der vom TuS Koblenz zum WSV gewechselt war, kam in der abgelaufenen Spielzeit nicht über zwei Kurzeinsätze hinaus. "In diesen zwei Halbzeiten, die ich gespielt habe, war ich auch nicht fit. Ich wollte es einfach versuchen, auch wegen Karsten Hutwelker. Der ein richtig guter Trainer ist und viel von mir hielt. Aber im Endeffekt habe ich uns beiden mit meinen zwei gespielten Halbzeiten keinen Gefallen getan", erklärt Brinkmann. Der 100-fache (sechs Tore) Zweitliga-Spieler plagte sich in Wuppertal von Beginn an mit Kniebeschwerden herum. "Es wurde leider auch nicht besser. Ich habe mir mein Ende im Profifußball auch ganz anders vorgestellt. Aber nun muss ich einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht. Ich werde keinen Leistungssport mehr betreiben können", stellt Brinkmann klar, der in Wuppertal noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2013 besitzt. "Die Berufsgenossenschaft hat die Verletzung als Arbeitsunfall bestätigt. Jetzt geht es nur noch darum, dass die Berufsgenossenschaft mit eine Umschulung genehmigt", sagt Brinkmann.

Europapokal als Highlight

Der gebürtige Essener war in seiner 15-jährigen Profi-Laufbahn ausnahmslos für Traditionsvereine aktiv. "Borussia Dortmund, Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen, Eintracht Braunschweig und TuS Koblenz sind schon starke Klubs in denen ich eine schöne Zeit verbringen durfte", zählt Brinkmann auf. Das Intermezzo in Wuppertal zählt da sicherlich nicht zu den gelungenen. Brinkmann: "Was soll ich dazu sagen, wenn ich nur zwei Spiele bestritten habe. Zudem war diese Saison ja auch hinter den Kulissen nicht immer ruhig. Es gibt sicherlich schönere Momente um aufzuhören." Von diesen hatte der mittlerweile 33-jährige Familienvater genügend. "Das Pokalfinale mit Aachen und die Europapokalspiele waren meine Karrierehighlights. Aber auch die Zeit in Essen und Braunschweig war schön. Zudem hat mir auch das familiäre Umfeld bei der TuS Koblenz sehr, sehr gut gefallen. Ich habe den Verein nur ungern verlassen", blickt Brinkmann zurück.

Studium und Ausbildung abgeschlossen

Brinkmann, der das Fußballspielen an der Germanistraße in Essen-Borbeck bei TuS 84/10 erlernte, muss sich um seine Zukunft wohl keine Sorgen machen. Der Abiturient hat sich während seiner Karriere um die Zeit danach vorbildlich gekümmert und eine Ausbildung (Groß- und Außenhandelskaufmann), sowie ein Studium (Sport-Management) erfolgreich abgeschlossen. Brinkmann: "Ich könnte mir etwas auch in der Richtung vorstellen. Ich war bei allen meinen Stationen Kapitän oder mindestens im Mannschaftsrat. Da bekommt man einiges mit, was im Verein los ist. Ein Posten im Managerbereich würde mich unheimlich reizen." Zuvor könnte sich Brinkmann, der 339 Profipartien bestritt, aber auch eine Tätigkeit als Trainer vorstellen. "Ich würde gerne mit Jugendlichen oder Amateuren im Essener Raum arbeiten. Viele sagen mir nach, dass ich wie ein Trainer denke. Ich würde mich hier mal gerne ausprobieren", sagt Brinkmann.

Autor: Krystian Wozniak

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