10.01.2012

SC Wiedenbrück: Schock!

Erfolgstrainer Stratos muss gehen

Diese Meldung überrascht nicht nur die Regionalliga-West-Klubs, sondern ganz Fußball-Ostwestfalen. Thomas Stratos muss den SC Wiedenbrück verlassen!

Kein Fußball-Trainer war im Kreis Gütersloh in den letzten zehn Jahren erfolgreicher als Stratos. Mit zwei Meisterschaftstiteln in Folge, zuerst in der Westfalenliga (2008/2009) und dann in der NRW-Liga (2009/2010) führte der 45-Jährige die Mannschaft des SCW innerhalb von nur 24 Monaten aus Liga sechs in die Regionalliga - scheinbar zu wenig für Wiedenbrücks Boss Burckhard Kramer und dessen Vorstandskollegen. Denn Kramer und Co. entschieden am Dienstagabend, dass der zum Saisonende auslaufende Vertrag mit Stratos nicht verlängert wird. Offiziell heißt es aus Wiedenbrück, dass der SCW den künftigen Ansprüchen, die der Trainer an den Verein herangetragen habe, nicht entsprechen könne. Zudem soll eine mögliche Teilnahme Stratos' an der kommenden Fußballlehrer-Ausbildung ausschlaggebend gewesen sein.

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“Wenn wir da womöglich im Abstiegskampf stecken, ist es wichtig, dass wir unseren Trainer hier haben”, sagt Vorstandsmitglied Alexander Brentup mit Blick auf die kommende Saison und die an zwei Tagen unter der Woche in Köln stattfindende Trainerausbildung. Nach RS-Informationen soll der Grund aber ein ganz anderer sein. Kramer soll es Stratos immer noch verübeln, dass dieser im Sommer Gespräche mit Arminia Bielefeld führte, ohne Kramer davon in Kenntnis zu setzen. Demnach soll Kramer dem Coach wohl mangelnde Identifikation mit der Zukunft de Schwarz-Blauen vorgeworfen haben.

Stratos zeigt sich geschockt

Der Erfolgstrainer selbst zeigte sich gegenüber RevierSport etwas überrascht über die Entwicklungen beim SC Wiedenbrück. "Wir hatten vor Weihnachten ein erstes Treffen in Sachen Zukunft. Jedoch sind wir ohne Ergebnis auseinander gegangen. Ich hatte da schon so ein Gefühl. Nun ist dies eingetreten, deshalb bin ich nicht überrascht. Doch auch wenn man etwas ahnt, ist der Schock trotzdem da, wenn dies letztendlich wirklich eingetroffen ist", erläutert der Familienvater seine Gemütslage.

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Stratos kann vor allem die Begründungen des Klubs nicht ganz nachvollziehen. "Es gab eine Zeit, da wollte der Verein in die dritte Liga vordrängen. Jetzt scheint ein anderer Plan da zu sein", wundert sich der Ex-Profi über seine offenbar "zu hohen Ansprüche" an den Verein. Zum Thema mögliche Trainerausbildung sagt Stratos: "Es ist richtig, dass ich die Unterlagen in Köln eingereicht habe. Doch fix ist noch nichts. Ob ich für den Fußballlehrer-Lehrgang zu gelassen werde, ist noch offen. Letztes Jahr wurde ich abgelehnt. Erst muss man grünes Licht bekommen, dann noch einen Eignungstest ablegen." Wenn der ehemalige Hamburger und Bielefelder Profi die Voraussetzungen erfüllen sollte, dann würde Stratos ab Juni die Ausbildung in der Sporthochschule Köln beginnen.

Stratos will ab 1. Juli neue Erfolgsgeschichte schreiben

Stratos führte die Rheda-Wiedenbrücker mit einem der kleinsten Etats der Liga bis auf Rang fünf der Regionalliga-West - einfach überragend!. "Ich glaube, wenn man unsere Möglichkeiten, sowohl finanziell als auch infrastrukturell in Betracht zieht, dann ist das schon ein sehr gute Sache, was wir als Trainerteam hier geschafft haben", sagt Stratos. Ab dem 1. Juli will dann der gebürtige Grieche - am liebsten gemeinsam mit seinem Trainerteam - eine neue Erfolgsgeschichte schreiben.

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Stratos: "Ich bin offen für Gespräche. Ich glaube nicht, dass die mögliche Ausbildung für andere Vereine ein großes Hindernis sein wird, mich möglicherweise anzustellen." Es könnte gut sein, dass im Sommer 2012 der SC Wiedenbrück einen großen Schnitt machen muss. Denn nach der Bekanntgabe der Stratos-Trennung würde es nicht wundern, wenn viele Spieler - bis auf Dominik Jansens Arbeitspapier laufen alle anderen Spielerverträge am Saisonende aus - das Weite suchen werden. "Die Mannschaft zeigte sich über die Meldung nicht überrascht, sondern geschockt", verrät Stratos, dem ein exzellentes Verhältnis zur Mannschaft nachgesagt wird.

Autor: Krystian Wozniak

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