Essen: Kreisliga kompakt

Ballfreunde und Freisenbruch vor dem Abgrund

Martin Herms
23. Mai 2011, 17:54 Uhr

Fußball kann manchmal sehr grausam sein. Diese bittere Erfahrung mussten an diesem Wochenende mehrere Vereine in den Essener Kreisligen machen.

Kreisliga A Essen Nord-West:

TuS 84/10 hat die vorzeitige Aufstiegsfeier von TuS Essen-West 81 verhindert und die endgültige Entscheidung über den zweiten Aufsteiger um eine weitere Woche verschoben. Die Elf von Trainer Jürgen Zabinski gewann mit 4:1 bei NK Croatia Essen und wahrte dadurch die theoretische Chance auf ein Entscheidungsspiel. Den Westlern genügt am letzten Spieltag bei TuRa 86 ein Punkt, um den ersehnten Sprung in die Bezirksliga zu schaffen. Beim 3:0-Heimerfolg über Eintracht Borbeck gaben sich Matzel und Co. keine Blöße. Trainer Oliver Vössing setzt vor dem Endspiel an der Serlostraße ganz auf die Stärken seines Teams: "Wir sind zusammen mit dem SC Phönix die stärkste Rückrundenmannschaft und haben in den vergangenen Monaten nur ein Spiel verloren. Ich glaube fest daran, dass wir den letzten Punkt am Sonntag holen werden".

Erleichterung pur beim SV Borbeck! Der Elf von Trainer Andre Hülsmann ist es am vorletzten Spieltag gelungen die Abstiegsränge zu verlassen. Die Borbecker gewannen bei BV Altenessen, die damit endgültig abgestiegen sind, deutlich mit 5:2 und profitierten vom 3:3-Unentschieden der Ballfreunde Bergeborbeck gegen TuRa 86. Am letzten Spieltag hat der SV gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Tgd Essen-West II die Möglichkeit, mit einem Dreier den Ligaverbleib sicherzustellen. "Wir besitzen nun die einmalige Gelegenheit aus eigener Kraft unser großes Ziel zu erreichen. Darüber sind wir mehr als glücklich. Das Spiel gegen Tgd. wird allerdings kein Selbstläufer. Wir müssen erneut einen großen Kampf abliefern", ballt Hülsmann die Faust.

Ganz bitter sieht es dagegen aus der Sicht der Ballfreunde aus. Die Mannschaft von Trainer Dennis Herrmann, die vor der Saison das Ziel "Platz eins bis fünf" angegeben hatte, steht nach dem vergangenen Wochenende vor dem freien Fall in die Kreisliga B. Bleibt es bei der aktuellen Tabellensituation in der Bezirksliga Gruppe 6, müssen die Bergeborbecker auf einen Ausrutscher des SV Borbeck hoffen. Fußballobmann Peter Peukert sieht für sein Team schwarz: "Die Aussichten auf den Klassenerhalt sind fast hoffnungslos. Am Spiel gegen TuRa hat es nicht gelegen, dass wir uns in einem derartigen Schlamassel befinden. Das war Abstiegskampf pur", sagt Peukert, der sich einen Seitenhieb gegen die Mannschaft trotzdem nicht verkneifen konnte: "Es wurde in den letzten Wochen immer wieder erzählt, dass die Truppe von ihrer tollen Kameradschaft lebe. Ich hatte jedoch nicht den Eindruck, dass da eine Mannschaft auf dem Platz stand. Das war nur eine Ansammlung von Einzelspielern, die dem Verein dadurch großen Schaden zugefügt haben". Trainer Dennis Herrmann darf laut Peukert jedoch auch im Falle des Abstiegs sein Amt weiter ausüben.

Kreisliga A Essen Süd-Ost:

Die Zweitvertretung der SF Niederwenigern hat den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Bereits am Samstag gelang der Elf von Mirko Kursinski durch das 1:1 beim VfL Kupferdreh der entscheidende Punktgewinn. Anschließend folgte eine rauschende Partynacht auf dem eigenen Vereinsgelände. Kursinski, der sich einer erfrischenden Bierdusche unterzog, lobte seine Mannschaft in den höchsten Tönen: "Die Einstellung meiner Akteure war über den gesamten Saisonverlauf hervorragend. Wir hatten stets eine tolle Trainingsbeteiligung und eine harmonische Stimmung. Dazu kommt das große Potenzial innerhalb des Vereins, das einen solchen Erfolg erst möglich gemacht hat". Die Hattinger hoffen nun auf ihre erste Mannschaft, die den Doppelaufstieg perfekt machen kann. Außerdem möchte man laut Kursinski ungern mit zwei Teams in der Bezirksliga an den Start gehen, da eine Mannschaft somit gezwungen wäre, weite Reisen anzutreten: "Es wäre sehr schön, wenn uns das erspart bliebe. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs es ebenfalls packen".

Während die Aufstiegstickets frühzeitig vergeben sind, ist das Abstiegsrennen an Dramatik nicht zu überbieten. Insgesamt fünf Mannschaften befinden sich vor dem letzten Spieltag in akuter Abstiegsgefahr. Die schlechtesten Karten hat im Moment der TC Freisenbruch. Der Elf vom Bergmannsbusch droht nur ein Jahr nach dem Bezirksliga-Abstieg der freie Fall in die Niederungen der Kreisliga B. Gegen SuS Niederbonsfeld unterlag das Team von Trainer Dirk Mäsch, der Sven Boltz vor drei Wochen an der Seitenlinie abgelöst hatte, trotz zahlreicher Torchancen mit 0:1 und hat den Ligaverbleib nicht mehr in der eigenen Hand. Vorstandsmitglied Jochen Witter ist sich der prekären Situation bewusst: "Die Chancen sind nun sehr gering. Unsere sportliche Misere resultiert aus einem schleichenden Prozess, der mit dem Abstieg aus dem letzten Jahr seinen Anfang nahm". Witter kann dem drohenden Abstieg sogar etwas Positives abgewinnen: "In jedem Abstieg steckt auch wieder neue Hoffnung. Wenn wir abgehen, werden wir auch wieder zurückkommen. Es wird uns nach wie vor geben".

Ein echtes Endspiel gab es in der Partie zwischen Teutonia Überruhr und dem SV Isinger zu bestaunen. In einem nervenaufreibenden Spiel trennten sich die Mannschaften 1:1. Ein Ergebnis, mit dem beide Vereine leben können, da sowohl die Teutonia als auch Isinger über dem berühmten Strich blieben. SV-Trainer Richard Ruthenkolk trauert mehreren verpassten Torchancen hinterher: "Wir hätten das Spiel gewinnen müssen. Leider ist es uns nicht gelungen, unsere Möglichkeiten zu nutzen. Trotz allem muss ich meiner Truppe ein Kompliment aussprechen, da sie sehr engagiert gespielt hat". Isinger hat am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den VfL Kupferdreh mit einem Sieg die Gelegenheit, den Verbleib in der Kreisliga A zu sichern.

Der Teutonia steht hingegen ein echtes Herzschlagfinale bevor. Im letzten Spiel muss die Elf von Arnd Ullrich beim direkten Konkurrenten FC Kray II antreten. Überruhr reicht ein Punkt, um die Klasse zu halten.

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Autor: Martin Herms

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