11.01.2007

MSV: Ballgeflüster aus dem Trainingslager

Pablo Caceres konnte dem Match nur als Zuschauer beiwohnen. Eine Reizung der Patellasehne zwang den Südamerikaner zum Pausieren.

Der MSV spielte gegen Paderborn mit folgender Formation: Koch - Weber, Schlicke (61. Ayguen), Lanzaat, Bugera - Grlic (56. Bodzek), Tararache (65. Caligiuri), Idrissou - Lavric, Kurth (75. Book), Daun (56. Willi). Tore: 1:0 Idrissou (24.), 1:1 Schulp (35.), 1:2 Bröker (61.). Rote Karten: Djurisic (66./Notbremse), Idrissou (74./Foulspiel). Zuschauer: 102.

Pablo Caceres konnte dem Match nur als Zuschauer beiwohnen. Eine Reizung der Patellasehne zwang den Südamerikaner zum Pausieren.

Schöne Geste: Trotz der mitunter hitzigen Partie wurde der SC Paderborn nach Abpfiff zum Abendessen im MSV-Quartier eingeladen. Team-Manager Michael Meier: „Das war für uns selbstverständlich. Die Paderborner sind 120 Kilometer aus Spanien zu diesem Test angereist.“

Beim Smalltalk nach dem Spiel stellte SCP-Coach Holger Fach fest, dass er mit Duisburgs Linien-Chef Rudi Bommer eine Ewigkeit zusammengespielt hat. Fach: „Ich habe das Mal überschlagen, das waren neun Jahre bei Fortuna Düsseldorf und Bayer Uerdingen. “

Nach der zweiten Trainings-Einheit und dem Abendessen im Sport-Hotel Alfamar gibt es die eine oder andere Freizeit-Aktivität. „Wir zocken Karten, unter anderem wird gepokert", erklärt Stürmer Markus Kurth, der eigentlich mit einigen Team-Kollegen auch ein Sport-Quiz mit Buzzer spielen wollte. Doch Tobias Willi griff bei der Abreise die falsche Tüte und vergaß das Wichtigste: Nämlich die Play-Station 2. So nutzen ihm auch die mitgebrachten Konsolen-Karaoke-Mikros wenig...

Dafür ist ein anderes elektronisches Gerät im Einsatz. Alex Bugera: „Wir haben einen Game Cube dabei. Erle Wolters und ich spielen Fußball - und zwar in der englischen Liga mit ManU oder Chelsea.“

Mittelfeld-Stratege Ivica Grlic, der den Jahreswechsel im heimischen Düsseldorf zusammen mit zwölf Gästen beging, bleibt angesichts der Kölner Transfer-Aktivitäten völlig gelassen. „Brasilianer müssen sich erfahrungsgemäß erst an das Klima in Deutschland gewöhnen. So etwas kann dauern.“

Zusätzlich angespornt wurden die MSV-Profis von „Co“ Manfred Stefes, der eine Ball-Hochhalt-Übung mit den Worten garnierte: „Wer die Kugel auf den Boden ticken lässt, macht 15 Liegestütze.“ Klemen Lavric pumpte als Erster.

Busfahrer Udo Jansen, der seit 40 Jahren große Gefährte sicher durch die deutschen Straßen manövriert und zusammen mit Zeugwart Manfred Piwonski die 3.100 Kilometer per Mercedes-Sprinter nach Albufeira abspulte, hält sich parallel zum Training der Lizenz-Mannschaft fit. Während auf dem Rasen gearbeitet wird, dreht der ehemalige Boxer seine Laufbahn-Runden über 5.000 Meter.

Team-Doc Lothar Roslawski, der im türkischen Belek stets vom Trainings-Platz bis zum Hotel rund zehn Kilometer joggte, dreht auch in Portugal kräftig am Schwungrad. So schnürt der Mediziner schon um 6.45 Uhr seine Laufschuhe, nimmt die Trainer-Gruppe zu dieser Einheit gleich mit. Anschließend wird auch noch im Kraftraum geackert.

Youssef Mokhtari brachte vom Budenzauber in Frankfurt eine Oberschenkel-Zerrung mit, die ihn zu Beginn des Trainings-Camps in den Genuss von Einzel-Arbeit unter der Leitung von Lothar Roslawski und Peter Kuhlbach brachte. Nach schweißtreibenden Übungen schloss sich der Marokkaner zu Wochen-Beginn wieder der Truppe an. Kuhlbach augenzwinkernd: „Mokhi hat uns ins Exil geschickt und erklärt, dass er mit uns nicht mehr trainieren möchte.“

Erst spät wird im Behandlungs-Zimmer von „Medizinmann“ Kuhlbach das Licht gelöscht. „Es kann schon Mal 2 Uhr werden“, sagt der einstige Kölner.
Neben Kuhlbach und dem von der B-Jugend aufgerückten Ronald Dynio komplettiert der ehemals hauptberufliche MSV-Physiotherapeut Heinz Hinkelmann die Masseurs-Gruppe. Hinkelmann, Ende November rüstige 70 Jahre alt geworden, scheint kein bisschen müde: „Wenn Peter Kuhlbach mich fragt, ob ich mithelfen möchte, sage ich bestimmt nicht nein.“

Der „Oldie“ betreut nach wie vor eine Praxis für Privat-Patienten im westfälischen Welver, steht außerdem dem Amateur-Verein SV Welver als „heilende Hand“ zur Verfügung. Hinkelmann: „Aufhören, das geht in meinem Alter auch nicht einfach so. Ich kann doch nicht auf der Bettkante sitzen und warten, bis irgendwo Schmerzen auftreten. Also arbeite ich weiter.“

Ball-Wechsel: Neben dem Ausrüster-Produkt „PT 13 Legacy“ von Uhlsport rollen auch weiß-rote Nike-Pillen über das Grün. Begründung: Auftakt-Gegner Koblenz kickt mit Kugel des US-Ausrüsters, die Zebras stellen sich somit frühzeitig auf das Flug- und Sprung-Verhalten ein.

Dickes Lob: „Ich bin eigentlich gar kein Fisch-Esser, aber hier im Hotel habe ich ordentlich davon geschaufelt. Die Küche ist wirklich super“, hebt Stürmer Markus Daun den Verpflegungs-Daumen nach oben.

Der frühere Nürnberger belegt im Vier-Sterne-Quartier als Einzelperson ein Doppelzimmer. „Normalerweise ist ja Stefan Blank mein Zimmer-Partner, aber er konnte wegen Verletzung leider nicht mitreisen. Ich habe aber ein Foto von ihm auf dem anderen Bett platziert“, zwinkert Daun.

Bau-Löwe Walter Hellmich in einer anderen Sparte: Da Oberbürgermeister Adolf Sauerland offenbar Schwierigkeiten hatte, das einige Minuten entfernte Trainingsgelände der Zebras zu finden, bimmelte er kurzerhand per Mobilfunk durch und ließ sich vom MSV-Chef in die richtige Seitenstraße einweisen.

Neben OB Sauerland zeigten auch andere „Größen“ Portugal-Präsenz: Stadtdirektor Peter Greulich und Duisport-Chef Erich Staake waren einige Tage mit vor Ort. Hellmich erfreut: „Herr Staake ist ein ganz wichtiger Mann, er ist mit Herz dabei und aufgrund seiner Kontakte ein wichtiger Multiplikator für den MSV.“

Die DFL hat die Zweitliga-Anstoßzeiten für den 22. bis 26. Spieltag der Rückrunde festgesetzt. Demnach spielt der MSV wie folgt: Sonntag, 18. Februar: 1860 München - MSV, 14 Uhr; Montag, 26. Februar: MSV - Hansa Rostock, 20.15 Uhr; Sonntag, 4. März, SC Freiburg - MSV, 18 Uhr; Sonntag, 11. März, MSV - Greuther Fürth, 14 Uhr; Sonntag, 18. März, MSV - Burghausen, 14 Uhr.

Trauer um Stürmer-Idol „Bubi“ Trapphoff: Der MSV Duisburg trauert um Franz Trapphoff, der am letzten Mittwoch an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb. „Bubi“ zählte in den 50er-Jahren gemeinsam mit Karl „Burger“ Hetzel und Georg Gawliczek zu den gefährlichsten deutschen Stürmern. Trapphoff wird am morgen um 10 Uhr, auf dem Friedhof Obermeiderich (Bügelstraße) beigesetzt.

Gestern Nachmittag folgte noch internes Trainingsspielchen über 3x20 Minuten. Die „Zebras“ agierten wie folgt: Team A: Koch, Weber, Lanzaat, Schlicke, Bugera, Tararache, Grlic, Mokhtari, Kurth, Lavric, Daun. Team B: Hamann, Wolters, Ayguen, Filipescu, Caceres, Willi, Caligiuri, Bodzek, Neumayr, Book, Koitka. Schiedsrichter: Heiko Scholz (Dresden). Zuschauer: 14. Tore: 1:0 Lavric, 1:1 Bodzek, 2:1 Daun, 3:1 Lanzaat, 4:1 Kurth, 5:1 Daun, 5:2 Bodzek, 6:2 Daun, 7:2 Lavric, 7:3 Wolters, 8:3 Tararache (FE).

Rudi Bommer zeigte sich sehr zufrieden: „Es war eine gute Einheit, wo genau das umgesetzt wurde, was ich auch sehen wollte. Gerade, was das Spiel nach vorne betrifft. Da ging es mir gezielt um direktes Spiel und Steilpässe in die Tiefe.“ Ein Extra-Lob hatte er mal wieder für Klemen Lavric parat: „Er hat mir erneut gut gefallen und ist wesentlich stärker geworden und war viel schwerer vom Ball trennen als sonst – so kenne ich ihn aus seiner Zeit bei Dynamo Dresden.“

Youssef Mokhtari konnte nicht auf ganzer Linie überzeugen. „Ihm merkte man an, dass er betont zurückhaltend spielte, weil er immer noch etwas an den Folgen seiner Oberschenkelverletzung laboriert“, nahm Bommer den Spielmacher beiseite.

Mit der Eintracht aus Frankfurt (Anpfiff 15 Uhr Ortszeit) wartet morgen dann der letzte „Test“ auf die Meidericher. Bommer: „Ich werde 16 Akteure nominieren. Da möchte ich von allen flexibles Spiel sehen und nicht so ein statischen Auftreten wie gegen Paderborn. Das Ergebnis ist mir wurscht, auch wenn es das letzte Testmatch ist. Es geht darum dieses Trainingslager abzurunden. Dann soll au Mo Idrissou wieder auflaufen, der bei diesem internen Match wegen Oberschenkelproblemen passen musste.“

Autor: tt

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