26.10.2006

Spielabbrüche im Fußball: Kahn 1993 von Kastanie getroffen

In der jüngeren Geschichte des DFB-Vereinspokals gab es zuletzt vor 13 Jahren eine mit den Vorkommnissen in Stuttgart am Mittwoch vergleichbare Situation.

In der jüngeren Geschichte des DFB-Vereinspokals gab es zuletzt vor 13 Jahren eine mit den Vorkommnissen in Stuttgart am Mittwoch vergleichbare Situation. Dabei war Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn, damals noch im Dress des Karlsruher SC, im Pokalspiel am 11. September 1993 gegen Borussia Mönchengladbach das Opfer. Er wurde von einer Kastanie getroffen und war einige Minuten benommen. Zur Halbzeit führte der KSC auf dem Gladbacher Bökelberg mit 2: 0. Zwei Minuten nach der Pause wurde Kahn von dem Wurfgeschoss getroffen. In der Folgezeit drehten die Gladbacher das Spiel, in dem Kahn kurz vor Ende der regulären Spielzeit wegen einer Notbremse die Rote Karte sah.

Nach 90 Minuten stand es 3:3, in der Verlängerung erzielten die Borussen zwei weitere Tore und gewannen mit 5:3. Nach dem Spiel legte der KSC Protest ein und bekam Recht. Der DFB setzte ein Wiederholungsspiel auf neutralem Platz an, das am 26. Oktober in Düsseldorf stattfand. Gladbach gewann erneut und qualifizierte sich durch ein 1:0 für das Achtelfinale. Am Mittwoch war es beim Zweitrundenspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC Berlin in der Schlussphase zum Eklat gekommen, als Schiedsrichter-Assistent Kai Voss (Großhansdorf) von einem Hartplastikbecher am Kopf getroffen wurde. Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) brach die Begegnung kurzerhand ab. Ein Wurfgeschoss traf Kahn auch in der Bundesliga. Am 12. April 2000 wurde Kahn, inzwischen im Tor von Bayern München, beim SC Freiburg von einem Golfball im Gesicht getroffen und erlitt eine klaffende Platzwunde. Das Spiel wurde allerdings nicht abgebrochen. Die Breisgauer wurden vom DFB zu einer Geldstrafe von 75.000 Mark verurteilt.

Nach Flaschenwürfen wurde allerdings am 27. November 1976 die Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf in der 76. Minute beim Stande von 0:1 abgebrochen. Die Begegnung wurde mit 2:0 für die Rheinländer gewertet. Am 19. November 1988 wurde das Ergebnis des Spiels Karlsruher SC gegen Borussia Mönchengladbach (3:1) annulliert, weil der Gladbacher Spieler Christian Hochstätter von einem Feuerzeug am Kopf getroffen und deshalb ausgewechselt wurde. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) annullierte das Spiel, auf neutralem Platz in Heilbronn fand die Neuauflage (2:2) statt. Im Europacup war Borussia Mönchengladbach vor 35 Jahren am wohl spektakulärsten Fall beteiligt.

Im Landesmeister-Wettbewerb deklassierte die Mannschaft des damaligen Trainers Hennes Weisweiler Inter Mailand am 20. Oktober 1971 auf dem heimischen Bökelberg mit 7:1. In der 29. Minute wurde allerdings Inter-Angreifer Roberto Boninsegna von einer Getränkebüchse am Kopf getroffen. Der Kantersieg der Gladbacher war deshalb nur Makulatur. Das Rückspiel verloren die Borussen in Mailand mit 2:4. Das 7:1 wurde annulliert, die Begegnung in Berlin auf neutralem Platz neu angesetzt. Gladbach kam über ein torloses Remis aber nicht hinaus.

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