Fathis Rückkehr

"Herthas ist Lage traurig"

11. Februar 2010, 13:59 Uhr

Mit gemischten Gefühlen wird Malik Fathi Samstag den Rasen des Berliner Olympiastadions betreten. In Moskau ist er gereift. Nun fühlt er sich als Mainzer.

Sieben Jahre spielte der gebürtige Berliner für Hertha BSC, ehe er sich im März 2008 ins Abenteuer Russland stürzte und zu Spartak Moskau wechselte. Nun trifft Fathi im ersten Auswärtsspiel für seinen neuen Klub FSV Mainz 05 ausgerechnet auf das krisengebeutelte Schlusslicht der Bundesliga. "Ich freue mich über die Rückkehr nach Berlin, und bin auf der anderen Seite auch traurig über die aktuelle sportliche Situation bei Hertha BSC", sagt der 26-Jährige.

Der Hauptstadt-Klub fristet seit Monaten ein trostloses Dasein am Tabellenende. Mit Schützenhilfe des Deutsch-Türken, der unter dem damaligen Hertha-Trainer Hans Meyer den Druchbruch schaffte, können die Berliner dennoch nicht rechnen. "Klar ist, dass ich für Mainz 05 hundert Prozent Leistung bringen will", sagt der Außenverteidiger. Fathi gibt sich kämpferisch und will beim "Karnevalsverein" an erfolgreiche Bundesliga-Zeiten anknüpfen. "Mainz 05 ist ein sehr interessanter Klub, der sich sportlich sehr gut entwickelt hat. Die 05er haben eine tolle Mannschaft, die kämpferisch sehr stark ist. Ich werde auf jeden Fall mit viel Ehrgeiz an die Sache gehen".
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/016/781-17301_preview.jpeg Prominenter Bundesliga-Rückkehrer: Malik Fathi. (Foto: firo)[/imgbox]
Fathi träumt zudem von höheren Zielen: Im Jahr 2006 debütierte der Defensivspezialist im Team der deutschen Nationalmannschaft, geriet dann aber aus dem Fokus von Bundestrainer Joachim Löw. "Ich will gut spielen für Mainz und für mich. Aber es wär schon der Hammer, wenn in der Nationalmannschaft noch mal was gehen würde", sagt Fathi.

Beim russischen Vize-Meister Spartak Moskau ging für Fathi nach gutem Start zuletzt nicht mehr viel. Er verlor seinen Stammplatz und kam nur noch sporadisch zum Einsatz. Zudem verpflichtete der ambitionierte Verein viele Ausländer. Ein Problem für Fathi, da in Russland nur sechs nicht-russische Spieler pro Spiel zum Einsatz kommen können. Trotz aller Schwierigkeiten bedauert Fathi den Schritt an die Moskwa nicht. "Ich wollte mit 24 Jahren etwas Neues erleben. In Moskau konnte ich viele Erfahrungen sammeln und sportlich reifen. Ich habe die Entscheidung nicht bereut", berichtet er. Jetzt freue er sich, wieder in der Bundesliga zu spielen. "Sie ist, was die Atmosphäre und die Stadien angeht, schon noch eine Klasse für sich."

Berlin ist für den Außenverteidiger nicht nur eine besondere Stadt, weil er dort geboren ist. Seine Familie und seine Freundin leben dort, und immer noch hält er Kontakt zu ehemaligen Mitspielern. Als die Nationalmannschaft im Herbst in Moskau ihr WM-Qualifikationsspiel bestritt, traf er sich mit Hertha-Kapitän Arne Friedrich. Doch am Samstag ist an Freundschaft nicht zu denken. Fathi: "Hertha muss das Spiel unbedingt gewinnen, das ist ein Schlüsselspiel. Die Mannschaft wird von der ersten Minute an Vollgas geben. Wir müssen dagegen halten und clever verteidigen."

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