21.01.2010

Sonsbeck-Coach geht

Geist wird Erstliga-Trainer in Bosnien

Das ist ein Paukenschlag! Thomas Geist, bisher Trainer des SV Sonsbeck, steht dem Landesliga-Niederrhein-3-Spitzenreiter ab sofort nicht mehr zur Verfügung.

Er wechselt aber nicht zu einem Konkurrenten in der Nachbarschaft, sondern übernimmt einen Profi-Klub im rund 1.500 Kilometer entfernten Laktasi in Bosnien-Herzegowina. RevierSport konnte mit Geist in seiner neuen Heimat ein telefonisches Interview führen.

Thomas Geist, es gibt Gerüchte, sie würden den Niederrhein in Richtung Bosnien-Herzegowina verlassen. Klären Sie uns auf!

Das sind keine Gerüchte, seit Donnerstag ist es offiziell. Vor einigen Tagen habe ich den SV Sonsbeck und den SV Straelen, wo ich die A-Jugend trainiert habe, um die Auflösung meines Vertrags gebeten. Nun habe ich beim FK Laktasi einen Vertrag als Trainer unterschrieben.

Was ist sind dort ihre sportlichen Ziele?

Der FK ist Tabellenletzter der ersten bosnischen Liga, wir haben sechs Punkte Rückstand auf den Vorletzten. Mein Vetrag läuft bis zum 30. Juni, bis dahin will ich den[infobox-right]Das ist der FK Laktasi:
Der 1974 gegründete FK ist Schlusslicht der bosnischen Premijer Liga und hat mit acht Punkten aus 15 Spielen schon sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Eine offizielle Vereins-Homepage besitzt der in Verein mit den Klub-Farben rot-blau-weiß zur Zeit nicht. Ihre Heimspiele trägt die zuvor von Milan Milanovic gecoachte Mannschaft im Gradski-Stadion aus, das etwa 5.000 Zuschauer fasst.[/infobox] Klassenerhalt schaffen. Wenn mir das gelingt, habe ich die Option den Kontrakt zu verlängern oder auch wieder zurückzukehren.

Wie kam denn der Kontakt zu Stande? So eine Anfrage ist ja nicht alltäglich.

Der ehemalige MSV-Duisburg-Profi Slobodan Komljenović ist Sportlicher Leiter beim FK Laktasi. Er wollte einen deutschen Trainer, der die Mannschaft vor allem in Sachen Disziplin und Taktik voranbringt. Der Kontakt kam dann über zwei, drei Ecken, unter anderem durch den ehemaligen Eintracht-Frankfurt-Coach Dragoslav Stepanovic, der Komljenović' Schwiegervater ist, zustande. Ich war einer von mehreren Kandidaten - dass ich gerne mit jungen Leuten arbeite, gab wohl den Ausschlag zu meinen Gunsten.

Unter welchen Bedingungen werden sie dort arbeiten?

Das sind schon Profi-Bedingungen. Das kann man sicher nicht mit Bayern München vergleichen, aber alle Spieler sind Voll-Profis. Ich denke vom Niveau her ist das etwa zwischen der 3. Liga und der Regionalliga in Deutschland anzusiedeln. Das Umfeld, was ich hier vorgefunden habe, ist absolut in Ordnung. Klar, an der Infrastruktur, wie zum Beispiel den Trainingsplätzen, ließe sich noch etwas verbessern, aber so langfristig ist mein Engagement hier nicht angelegt.

Ist Ihr Schritt nicht doch ein Weg ins Ungewisse?

Wieso? Ich habe mir hier eine Woche lang alles angesehen und mir einen Eindruck machen können. Und der ist absolut positiv. Die Gastfreundlichkeit der Leute hier sucht ihres Gleichen.

Und wie haben die Verantwortlichen des SV Sonsbeck und des SV Straelen reagiert, als sie denen Ihren Abschied offenbarten?

Sehr verständnisvoll. Auch wenn ich natürlich gerne mit dem SV Sonsbeck weiter um die Meisterschaft gekämpft hätte. Das Angebot aus Laktasi ist für mich aber nicht nur sportlich sehr reizvoll, auch finanziell. Deshalb war das für alle ein absolut nachvollziehbarer Schritt. Ich denke, wenn sie ein Angebot vom Spiegel oder der Bild-Zeitung bekommen würden, dann würden sie auch nicht nein sagen.

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