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RWE: Geschäftsführer Sport nahm Ängste
Strunz droht "Torpedierern"

Coach Ernst Middendorp parkte seinen Wagen hinter der Tribüne und sicherte sich seinen Platz im VIP-Zelt, um dort den Ausführungen von Geschäftsführer Sport Thomas Strunz zu lauschen.

Der PKW meldete sich mit der Warnblinkanlage. "Das Ding geht auch so aus", meinte der Fußball-Lehrer entspannt. Es sollte kein Signal für die Veranstaltung sein, an der 350 Fans teilnahmen. Es ging auch nicht um die sportliche Krise (Strunz: "Beginnend mit der zweiten Hälfte in Leverkusen, gipfelnd in Verl"), sondern darum, das Umfeld über die RWE-Zukunft aufzuklären. Die soll am 14. Mai auf der Mitgliederversammlung im CinemaXX mit Strukturentscheidungen bestimmt werden.

Dafür ist gute Stimmung notwendig. Das weiß Strunz, der die Akteure nach dem vorherigen 0:2 in Verl unter das Volk platzierte. Vor einem Jahr startete Strunz, ausgerechnet gegen den gestrigen Pokalkonkurrenten Wuppertal. Er fand "alle Ampeln auf Rot" vor: Stadion, Wirtschaftlichkeit, Bindung an den Rechteverwerter Dr. Michael Kölmel. In die aktuelle Spielzeit startete man "trotz eines Doppelabstiegs" mit hohen Erwartungen: "Alles andere als der Aufstieg ist nicht darstellbar." Für Strunz ist die Regionalliga "ein Desaster", das er sich auch im nächsten Jahr antun muss.

Wirtschaftlich - wenn alles, vor allen Dingen die Lizenzierung, gut geht – ist man dann schuldenfrei aufgestellt. Auch wenn das nicht "auf Knopfdruck" geschieht. Die Stadt ist im Boot, auch auf diversen Positionen: Aufsichtsratvorsitzender ist Dietmar Bückemeier (Vorstand Stadtwerke, Geschäftsführer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft). Deutlicher könnte es werden, wenn Stadtdirektor Christian Hülsmann selbst kaufmännischer Geschäftsführer wird.

Foto: firo.

Der (Strunz: "Wird ein Profi sein") bekanntlich offiziell (!) noch für die aktuelle Übergangslösung Rainer Balensiefer (Unternehmensberatung Roland Berger) gesucht wird. "Mein Begriff ist Sanierung", erklärt Strunz, der weiß, "dass Neuerungen Angst" hervorrufen. Diese zu zerstreuen, dazu diente die Versammlung, um nicht am 14. Mai eine Nachtsitzung abzuhalten.

Der Ex-Profi sprach von "mündlichen Zusagen" für das Stadion, "die Finanzierung ist geklärt." Die Jugend und Zweitvertretung wird zur BZA Seumannstraße ausgelagert, wo eine neue Trainings- und Spielstätte (neue Flutlichtanlage, neue Kunstrasenplätze) sowie die Basis für ein Jugendleistungszentrum entsteht. Kölmels Vertragsbindungen gehören der Vergangenheit an - bis auf eine weitere 15-prozentige Beteiligung an medialen Rechten. So an den 90.000 Euro TV-Geld in der nächsten Saison.

Strunz verweist auf "andere Einnahmepotenziale" in der Metropole, versichert, der Verein habe die Kontrolle in einer zukünftigen Spielbetriebsgesellschaft. An dieser ist die Stadt über die Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVE) mit 49 Prozent beteiligt. Dazu wird es eine Investitionsgesellschaft geben, eine Plattform für Sponsoren. Strunz: "Alle sind verbunden durch das Ziel, den Fußball dahin zu bringen, wo er hin soll." Noch vier Jahre verbleiben, um die anvisierte zweite Bundesliga zu verwirklichen. Strunz: "Wir müssen RWE neu erfinden, ohne alte Sachen zu vergessen."

Mit Ruhe im Umfeld, die erstaunlicherweise bundesweit medial "torpediert" (Strunz) wird. Strunz macht klar: "Wer jetzt kommt und das alles kaputt machen will, der hat ein richtiges Problem." Der Funktionär entdeckt "Partnerschaft von Stadt, Klub, Politik, Sponsoren", aber auch "Menschen, die das aus persönlichen Interessen nicht wollen." Der 41-Jährige fühlt sich "persönlich angepinkelt", kündigt aber an, "dass wir standhaft bleiben, die Selbstzerstörung muss aufhören."

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