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RWE - SCP: Essens Rohrkrepierer nach Rückstand
0:4! Kader soll kalt duschen

Jetzt ist Essen sogar ein Fall für's Fernsehen.

Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Stefan Schempershauwe, der das 0:4 (0:1)-RWE-Trauerspiel vor 8351 Zuschauern im Georg Melches-Stadion gegen Preußen Münster beendete, soll das DSF angekündigt haben, die heutige Sonntags-Sendung "Bundesliga - Die Analyse" mit Moderator Thomas Helmer nicht dem spannenden Meisterschaftsrennen in der Bundesliga zu widmen, sondern dem "Fall" RWE.

RWE: Maczkowiak - Kotula (46. Harrer), S. Lorenz, Zinke, Bührer - Caspers (65. Stiepermann) - Mainka, Neumayr, Wunderlich - Mölders, Kurth
SCP: Buchholz - Ornatelli, Capretti, Özkara, Wissing - Loose (62. Bakalorz), Matlik - Lauretta, Kara (78. Wassey) - Erzen, Assauer (31. Sowislo)
Zuschauer: 8351 Tore: 0:1 Loose (26.), 0:2 Erzen (60.), 0:3 Sowislo (79.), 0:4 Wassey (90.) Schiedsrichter: Schempershauwe (Hildesheim)
Gelbe Karten: Kotula - Matlik

Roger Schmidt, Münster Trainer, meinte aufatmend: "Ich freue mich über den Sieg, uns war bewusst, wie wichtig ein solcher Erfolg für unsere Anhänger ist." Die schon während des Spiels den Rausschmiss von Essens Trainer Ernst Middendorp forderten. Was nichts mit dem Match-Verlauf zu tun hatte, sondern mit einer alten Rivalität zu Arminia Bielefeld, wo Middendorf bekanntlich mehrfach Coach war.

Essens Anhänger registrierten die zweite Schlappe im dritten Match unter der Leitung von Middendorp eher mit fast schon geringschätzigem Schulterzucken. Middendorp: "Die Fan-Reaktion hat ja nichts mit diesem Spiel zu tun, sondern mit der Vergangenheit von RWE, einmal geht man hoch, dann steigt man gleich zweimal wieder ab. Die Unterstützung müssen wir uns wieder erarbeiten."

Middendorp selbst versuchte komplett sachlich zu bleiben: "Bis zur 25 Minute war das brauchbar. So was muss man auch einmal halten, das, was danach kam, darf gegen Münster definitiv nicht passieren." Viermal passierte etwas: 0:1 Julia Loose (26.), 0:2 Michael Erzen (60.), 0:3 Marius Sowislo (79.), 0:4 Massih Wassey (90.). "Der Knackpunkt war das erste Gegentor", legte sich Middendorp fest, "die Mannschaft brach zusammen, konnte nicht mehr viel zeigen, keiner übernahm mehr Verantwortung." Sein erstes Zwischenfazit war deshalb: "Offensiv war das konfus. Wir haben Führungsdefizite." Der Fußball-Lehrer registrierte irgendwann "leichtes Spiel für die Preußen." Oder anders: "Die Gegentore haben wir uns reingelümmelt, das war schon traurig."

Die Besprechung am morgigen Montag wird sicherlich kein nettes Téte à Téte. Middendorp: "Die Gäste brauchten nur auf unsere Fehler zu warten. Höflich müssen wir bei der Bestandsaufnahme nicht sein." Es wird knallhart. Auch wenn Middendorp sagte, "wir unterhalten uns ganz simpel, es gibt keine Lautstärke, wir haben uns nur darauf verständigt, morgen wieder zu trainieren", war es mit seiner offenbar mühsam bewahrten Contenance schon ein wenig vorbei. "Wem hier der Druck zu hoch ist, der kann ja seinen Vertrag zurück geben", lautete eine Ansage in Richtung seines Kaders, "dazu habe ich eine deutliche Auffassung." Und einprägsames Vokabular: "Jeder sollte vor der Unterschrift eines Vertrags hier wissen, was ihn erwartet, sollte sich nicht überrascht zeigen.".

Was nach dem 0:1 abgeliefert wurde, konnte nur mit ungenügend beurteilt werden. Middendorp widersprach nicht: "Wir müssen ja nicht großartig diskutieren, ob eine Wand weiß ist, wenn wir vor einer weißen Wand stehen." 300 PS billigte Thomas Strunz, Geschäftsführer Sport bei RWE, unter der Woche dem Kader zu, gegen Münster zeigte RWE zum Schluss die Beschleunigung eines Gogo Mobils. "Wir müssen uns dahin verbessern, nicht nur 25 gute Minuten zu zeigen, in dieser Zeit hat Münster gar nicht stattgefunden." Der SCP war danach aber effektiv. Middendorp hat seine Notizen, die er Montag präsentieren wird. "Der Anspruch, geordnet zu bleiben, wurde nicht erfüllt." Von mentaler Stärker keine Spur, Middendorp sieht hier "ein schlechtes Fundament."

Die Ankündigung ist klar, es wird gesiebt: "Wir analysieren jetzt, wer wie weit hier am richtigen Platz ist, wer ist robust. Das sind klare Forderungen, die ich einfach stelle, ich bin ja nicht nur zum Spaß an der Hafenstraße, ich könnte mir das auch leichter machen", stellt Middendorp heraus. Wie gesagt, irgendwann die Zurückhaltung weg: "Wer damit ein Problem hat, der soll kalt brausen gehen." Die Dusche könnte voll werden.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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