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Wattenscheid: Ausgliederung der Frauen weiter ein Thema
Lizenzantrag gestellt, Ausgang ungewiss

Peter Oelmann (Mitte) sagte ein Treffen mit dem VfL Bochum kurzfristig ab (RS-Foto: kraczyk).

Punkt 14.46 Uhr war es soweit. 14 Minuten vor Ende der Frist reichte Wattenscheids Geschäftsführer Gerd Abstins die Papiere beim WFLV ein, die der SG 09 die Zugehörigkeit zur NRW-Liga im kommenden Jahr sichern sollen. Der wirtschaftliche Teil des Lizenzantrags wurde "mit heißen Nadeln gestrickt", noch am Vormittag wurden letzte Details unter Mithilfe eines externen Wirtschaftsprüfers erarbeitet, dann übergab Abstins die Unterlagen in Duisburg höchstpersönlich.

Christoph Jacob, seit letztem Donnerstag Vorsitzender an der Wattenscheider Lohrheide, kennt die Zahlen, die man dem Verband mit der Bitte um Erteilung einer Lizenz vorgelegt hatte. "Die Papiere wurden in den letzten Wochen durch den alten Vorstand und Mitglieder des Aufsichtsrats erarbeitet", erklärt der Ex-Profi, der die Aussichten auf die Erteilung einer Lizenz optimistisch betrachtet. "Ich habe ein gutes Gefühl. Aber letztendlich müssen wir schauen, wie der Verband reagiert, welche Auflagen uns erwarten."

Klar ist aber schon jetzt: Ohne den Verzicht der Mitarbeiter und übrigen Gehaltsempfänger ist der angedachte Sanierungsplan nicht umzusetzen. "Wenn wir die beiden Gehälter nicht von der Liste streichen können, bleibt uns kaum noch eine Möglichkeit. Das ist die absolute Grundvoraussetzung", unterstreicht der Funktionär, der aktuell stressige Tage erlebt. "Der Zeitpunkt meiner Amtsübernahme war vielleicht nicht der Glücklichste. Im Moment befinden sich die Entscheider aus der Wirtschaft fast allesamt im Osterurlaub, es ist schwierig, Termine zu bekommen."

Aus Kreisen der NRW-Liga-Truppe schlägt auch dem neuen Vorstand eine gewisse Skepsis entgegen. Ein Großteil der Mannschaft ist nicht gewillt, das Verzichtspapier zu unterzeichnen. Zu groß ist der Vertrauensverlust in die Führungsriege des ehemaligen Bundesligisten. "Einige Leute kommen sich einfach nur noch verarscht vor", schüttelt einer der Kicker den Kopf, möchte nicht namentlich genannt werden. "Mich würde es nicht wundern, wenn acht, neun oder zehn Leute das Papier einfach nicht unterzeichnen."

Es kehrt also trotz des Führungswechsels bislang keine spürbare Ruhe ein. Vier Niederlagen in Folge belasten zudem die Gemüter im Umfeld, erstmals wird auch die Kritik am Trainer laut. Man sucht sich halt einen Prellbock für den Frust, den die Führungsetage in den letzten Wochen sehenden Auges in Kauf genommen hat.

Erstmal gilt es jedoch, vor der eigenen Türe zu kehren. Peter Oelmann, offiziell noch Mitglied des Aufsichtsrats und für die Belange der Frauenabteilung zuständig, hatte in den vergangenen Wochen ein Treffen mit Vertretern des VfL Bochum arrangiert. Dieser kooperiert im Damenbereich aktuell mit TuS Harpen, eine eigene Frauenabteilung steht dem Bundesligisten bislang nicht zur Verfügung.

Als Standort der Frauen-WM 2011 würde dem VfL diese gut zu Gesicht stehen. Mit dem Gedanken, sich aus dem taumelnden Gesamtverein auszugliedern, spielten die „09-Ladies“ in der Vergangenheit oft, diesmal scheint es konkret zu werden. Der VfL jedenfalls dementierte das Treffen erst, räumte aber letztendlich ein, dass es zu einer kurzfristigen Absage des 09-Funktionärs kam. Hintergrund: Im Moment ist es überhaupt nicht klar, welche Befugnisse der aktuelle Aufsichtsrat noch hat. Ein schon fast sinnbildlicher Zustand für die aktuelle Situation im Klub.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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