Schalke: Rafinha hatte Glück im Unglück
Wieder einmal Rafinha!
Mit seinem Rambostoß gegen Bochums Stürmer Stanislav Sestak machte Schalkes Verteidiger seinem Ruf als Flegel der Bundesliga mal wieder alle Ehre. Knut Kircher allerdings übersah den Ellenbogencheck des Brasilianers an dem Slowaken.
VfL: Die Pressekonferenz nach dem Derby
Im Anschluss an das Duell zwischen dem Vfl und dem S04 analysierten die Trainer Rutten und Koller die 90 Minuten. RevierSport.tv war vor Ort.
Warum sind beide Auslegungen möglich?
Weil es im Ermessen des Schiedsrichters läge zu beurteilen, ob es ein absichtlicher Schlag ins Gesicht des Gegenspielers wäre oder eben nicht. Im ersten Fall wäre das eine Tätlichkeit und daher mit Rot zu ahnden. Eine Verwarnung wäre das richtige Strafmaß, wenn man das Foul ahndet, aber keinen Vorsatz unterstellt.
Sie haben sich doch noch mit Ihrem Assistenten Robert Kempter ausgetauscht. Hat er Sie nicht darauf hingewiesen, was vorgefallen war?
Nein, das hat mit der Situation an sich nichts zu tun, die Partiewar ja längst weitergelaufen. In einem Fußballspiel gibt es immer wieder Dutzende oder Hunderte Szenen, die ein Schiedsrichter in Sekundenbruchteilen einschätzen muss. Dabei kann er, wie ich in diesem Fall, auch man falsch liegen. Auch wenn ich mich sicher nicht darüber freue.
Muss Rafinha nachträglich mit einer Sperre rechnen?
Das kann ich mir nicht vorstellen, denn es war eine Tatsachenentscheidung. Und ich kann mich an keinen Fall erinnern, in dem das DFB-Sportgericht dann noch Ermittlungen angestrengt hat.
Es gab noch andere strittige Szenen, zum Beispiel das Foul von Stanislav Sestak an Levan Kobiashvili in der ersten Halbzeit. Hätten Sie da nicht auch Rot ziehen können?
Nein, das wäre aus meiner Sicht nicht angemessen gewesen. Für mich kommt es darauf an zu bewerten, welche Intention der Spieler hat. Will er den Gegner bewusst verletzen oder geschieht das Foul im Kampf um den Ball? Für mich war Zweites der Fall, daher die Verwarnung.