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FCR: Martina Voss widerspricht der "Wachablösung"
Maes lächelte und lächelte

"Wir träumen unseren Traum nicht, wir leben ihn", der Satz saß. Martina Voss, Trainerin des FCR Duisburg, weiß nur zu gut, wie man auf der medialen Klaviatur spielen muss. Nach den beiden gewonnen UEFA-Women's Cup-Viertelfinal-Duellen (3:1, 2:0) gegen den internationalen und doppelten nationalen (Meisterschaft, Pokal) Titelverteidiger 1.FFC Frankfurt eine mehr als treffende Beschreibung. Die Hessinnen träumen auch, allerdings einen Alptraum.

Der UEFA-Cup ist Vergangenheit, der DFB-Pokal war es bereits vorab, in der Meisterschaft taumelt der Verein. Für Sigge Dietrich, Manager, "ein tiefes Tal." Voss: "Das ist eine Momentaufnahme, es gibt keine Häme und keinen Spott."

Frankfurts Trainer Günter Wegmann: "Der FCR hat völlig verdient gesiegt, das erkennen wir an. Wir sind mit nicht so vielen Möglichkeiten angetreten, wie es vielleicht der Name des Clubs vermuten lässt." Wegmann deutete eine wochenlange Verletzungsmisere an, "die ihres gleichen sucht." Er schob hinterher: "Das ist eine Feststellung, keine Entschuldigung." Für wenig Produktives und erst recht nicht Kreatives. Frankfurt war unterlegen - nicht mehr und nicht weniger. Voss: "Wir schauen uns auf, von einer Wachablösung spreche ich nicht."

Die Gedanken sind frei. Interessant sicherlich die Frage, ob der FCR diese Konstellation bereits am 22. November bestätigen kann, dann gastiert das Team aus der Bankenmetropole schon wieder im PCC-Stadion, diesmal im Rahmen der nachzuholenden Partie des achten Spieltags der Meisterschaft. Am Sonntag tritt der 1.FFC zuhause im Stadion am Brentano Bad gegen den TSV Crailsheim an (14 h). "Es gibt mittlerweile Teams, die auf Augenhöhe sind", erklärt Wegmann. Und mehr!

Voss genoss nach dem Schlusspfiff das Bad in der Menge, kletterte auf der Tribüne in die multiple Umarmungen, landete dann kurz vor der Pressekonferenz an der Brust ihres berechtigt stolzen Lebensgefährten Hermann Tecklenburg. "Wir haben bewiesen, zu was wir fähig sind." Die Basis für den Erfolg war "Leistungsorientierung, wir haben Trainingsinhalte gut umgesetzt."

Dazu kam "Herz" und "viel Laufarbeit." Nun wartet Olympique Lyon. "Eines der stärksen europäischen Teams", ist sich Voss sicher, "wir freuen uns auf dieses Duell. Aktuell dürfen wir diesen Moment für vielleich zwei, drei Tage genießen."

Kein Geheimnis, dass der kommende Gegner von dort kommt, wo Rhône und Saône zusammenfließen. Denn es ist kaum anzunehmen, dass sich die Französinnen nach dem 5:0 im Hinspiel bei ASD CF Bardolino Verona die Butter noch vom Brot nehmen lassen werden. Das Hinspiel findet in der drittgrößten Stadt der Frankreichs statt.

Das zweite Duell der Vorschlussrunde geht zwischen dem schwedischen Umeå IK und dem russischen Swesda Perm über die Bühne. Die Termine: 28./29. März und 4./5. April. Voss schaut über den Tellerrand: "Wir werden durch unsere Leistung den Fokus auf den FCR richten, das wird positive Wirkungen haben, Sponsoren zu überzeugen, wird einfacher sein. Das gilt auch, wenn man internationale Spielerinnen auf uns aufmerksam machen will."

Gutes Stichwort: Femke Maes war zu Gast im PCC-Stadion. "Rein privat", lächelte die sympathische Belgierin, die in Europa sicherlich zu den herausragenden Kickerinnen gehört. Mit ihren 28 Jahren ist sie im besten Alter, einem deutschen Spitzenteam wie dem FCR auch weiter zu helfen, sich auch auf höchstem europäischem Niveau zu etablieren. "Ich war nur da, um mir Frauenfußball mit großer Qualität anzuschauen."

Interessant sicherlich, dass die Spielzeit in Schweden durch ist, Maes lief zuletzt für Djurgarden Stockholm auf. Rein theoretisch könnte die Spielführerin der belgischen Nationalmannschaft schon beim kommenden DFB-Pokal-Viertelfinale (Auslosung am 17. November) am 21. Dezember für den FCR aulaufen. Wenn es Verpflichtungsabsichten geben würde. "Da ist nichts dran", bleibt Maes beharrlich, dabei lächelt sie weiterhin.

Auf der anderen Seite verschluckte sich ein Offizieller des FCR fast am leckeren Essen im ViP-Raum während des UEFA-Cup-Halbfinal-Rückspiels, als RS vorfühlte. Bei einem weiteren, der auch ohne stimuliert worden zu sein auf die Pokal-Option hinwies, sah man ein leicht hitziges Rot ins Antlitz steigen. Maes: "Ich habe noch bis Ende Januar Zeit, mich nach einem neuen Club umzuschauen."

Es muss nicht großartig erwähnt werden, dass die ehemalige Akteurin von Rapide Wezemaal, Willem II und Sinaai Girls weiter lächelte. "Ich war schon einmal in Duisburg." Rein privat und wohl auch ständig lächelnd. Sie würde mit dieser Gemütsverfassung aktuell gut nach Duisburg passen, mit ihrer individuellen Klasse sowieso. Zum Beispiel für das Halbfinale im Rahmen des UEFA-Cups beim aktuellen französischen Tabellenführer.

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