Ob ich verroste und verkalke: Der S04-Fanblog
"Was ist denn bei euch los?" Ungläubig kommentieren Außenstehende unsere negativen Schlagzeilen. Es ist wie in alten, längst vergangen geglaubten Tagen. Schalke ist wieder der Chaos-Club. Es sind zwar keine handfesten Skandale , über die die ganze Republik den Kopf schüttelt, aber heute prägen Stillosigkeiten und hektischer Aktionismus, die nirgends verstanden werden, das Bild des Vereins.
Während die kopflosen Verantwortlichen knöcheltief im Scherbenhaufen stehen, dürfen jetzt zwei Eurofighter als nächste ihren Ruf aufs Spiel setzen. Denn schon heute gegen Cottbus geht es richtig um die Wurst. Ich musste sofort an die unrühmliche Episode mit Marc Wilmots als Trainer denken, als Mike Büskens und Youri Mulder jetzt als Interimslösung vom Management präsentiert wurden. Hoffentlich haben "Buyo" und der holländische Sturmtank a. D. mehr Glück als ihr ehemaliger Mannschaftskollege. Zumindest haben sie keine großen Namen, die den Knappen-Profis als Alibi dienen könnten.
Die Chance, sich mit Anstand und Stil von Mirko Slomka und nicht zu vergessen dem hochbegabten "Co" Nestor Jevtic zu verabschieden, haben Manager Müller und Präsident Schnusenberg ausgelassen. Wohl aus Panik und Unvermögen. Der Imageschaden für Schalke 04 ist jedenfalls beträchtlich. Andreas Müller, der sich bei Slomkas Entlassung profilieren wollte, könnte der ganz große Verlierer der königsblauen Chaostage werden.
Die Sehnsucht nach Weitsicht
So müssen sowohl das Eurofighter-Doppel als auch der Nachfolger an der Seitenlinie bei den Westfalen voll einschlagen. Außerdem soll der Fußball der Schalker Mannschaft nicht nur die Punkte für die weitere Teilnahme an den europäischen Fleischtöpfen bringen, sondern auch begeistern. Müller reitet in den nächsten Monaten auf der Rasierklinge. Wir müssen höllisch aufpassen, durch das ganze Durcheinander in der Tabelle nicht noch auf Platz 6 zu rutschen und uns dann mit dem Gewinn der Ruhrgebietsmeisterschaft trösten zu müssen.
Fred Rutten, der schon als neuer Knappen-Coach vermeldet wird, hat das von Schnusenberg jüngst geforderte internationale Renommee im Übrigen nicht. Ich kann mir kein Urteil über den 45-Jährigen erlauben. Seine Verpflichtung wäre mir allerdings lieber als die von Gerets oder Advokaat, die sich beide schon in der Bundesliga abgearbeitet haben. Ich bin mal gespannt, ob sich dann mal irgendwann wieder das bei unserem FC Schalke einstellt, was vielleicht gar nicht hier hinpasst, ich aber seit 2002 vermisse: Kontinuität.
Elmar Redemann