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Rundumschlag von Wölpper nach Derby-Pleite

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Foto: Michael Gohl

Nach drei Trainingseinheiten wartete auf den ETB der Test gegen den Stadtrivalen RWE. Nach der 1:4-Niederlage war Trainer Manfred Wölpper stocksauer.

Er kam leicht verspätet in den Presseraum des Uhlenkrug-Stadions nach dem Spiel. Aber in ETB-Trainer Manfred Wölpper brodelte es. Und als er gefragt wurde, ob man denn angesichts der drei Trainingstage zufrieden sein könnte, brach es aus ihm heraus. „Wie kann man nach einer Niederlage zufrieden sein?“, fragte er in den Raum und holte zum Saisonbeginn sofort zu einem Rundumschlag gegen die eigene Mannschaft aus. „Wir sind Sportler. Wer sich nicht vernünftig vorbereitet und alle wussten, dass es am 8. Juli gegen Rot-Weiss Essen geht, soll nach Hause gehen.“

Viel zu naiv sei seine Mannschaft gegen den Regionalligisten aufgetreten. Dies hätte zum deutlichen 0:3-Rückstand zur Pause geführt. „Beim ersten Gegentor konnte man einen LKW wenden, so viel Platz hatte RWE“, schimpfte er. „Essen hat einen viel stärkeren Eindruck gemacht als in beiden Spielen im letzten Jahr. Die hatten richtig Tempo. Aber dann dürfen wir ihnen nicht so viel Raum geben. Die Spieler standen aber sowas von blank, da konnten wir uns bei unserem Torwart bedanken.“ In der Tat hatte Neuzugang Sven Möllerke mit zahlreichen Paraden einiges dafür getan, den Rückstand so gering wie möglich zu halten. „Wenn er nicht so gut reagiert hätte, wäre es ein Waterloo geworden.“

Im Zentrum seiner Kritik: die Leistungsträger wie Robin Fechner („Er hat einen Riesenschritt nach vorne gemacht, aber er muss seine Leute auch mal zusammenpfeifen“) und Girolamo Tomasello („Gicky hat immer die gleichen Fehler gemacht. Ob er Probleme mit den Augen hat, kann ich nicht beurteilen“). Aber auch vom Rest des Teams forderte er mehr Leidenschaft. Vor allem in einem Derby: „Das ist ein Prestigekampf. Wenn man so gegen Klatschnass Barfuß spielt, ist mir das egal. Aber wenn Schwarz-Weiß gegen Rot-Weiss spielt, brauchen die normalerweise fünf Ärzte, wenn sie nach Hause fahren. Ich will keinen zu Foulspielen animieren, aber die Einstellung hat mir nicht gefallen.“

Da fällt auch der Ausfall von Top-Torjäger Marvin Ellmann nicht ins Gewicht: „Klar ist das nicht günstig für uns, aber ich sage immer: Verlierer suchen nach Ausreden und Gewinner erreichen ihre Ziele.“ Die sind beim ETB durch die regio2go-Kampagne sehr ambitioniert. Von Regionalliga war auf schwarz-weißer Seite aber noch nicht viel zu erkennen: „Es sind alles junge Leute, die Ziele und Ambitionen haben. Ich kann nicht sagen, dass andere schlecht gespielt haben, aber Regionalliga-Niveau habe ich nicht gesehen.“

Am Ende zeigte sich Wölpper dann aber doch noch versöhnlich: „Einige sind ein bisschen nervös, weil wir nicht die spektakulären Neuzugänge haben, aber wir werden stärker und auf der zweiten Halbzeit kann man aufbauen. Ich will auch nicht alles schlechtreden. Wer mich kennt, weiß, dass ich zu meinen Jungs stehe. Wir sitzen alle in einem Boot, aber wir müssen selbstkritisch mit uns umgehen.“

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  • Red-lumpi 08.07.2018 19:53 Uhr
    Aber wenn Schwarz-Weiß gegen Rot-Weiss spielt, brauchen die normalerweise fünf Ärzte, wenn sie nach Hause fahren...

    Was für ein Asi, früher haben die Lackschuhe oft genug unsere Spieler platt getreten....
  • rolbot 08.07.2018 19:57 Uhr
    Nach so einer Aussage wäre für mich die Zeit der Testspiele gegen ETB vorbei und die Kooperation könnten sie sich auch in die Haare schmieren.
  • Freigeist 08.07.2018 21:16 Uhr
    Real abgesehen davon, dass ein 4-1 ja auch ganz ok ist und kein Debakel für den DFB
  • Moses 08.07.2018 21:37 Uhr
    Bitte das stadtderby umgehend einstellen!
    Diese Aussagen sind unhaltbar und gefährden die Gesundheit der Spieler.
    „5 Ärzte“..., hat dem denn keiner gesagt, dass das ein Freundschaftsspiel war?
  • Gutessen 09.07.2018 09:14 Uhr
    100 € ins Frasenschein. Was für ein Schaumschläger
  • SGD10 09.07.2018 10:28 Uhr
    Herr Wölpper war mir schon immer zutiefst unsympathisch. Ich stand des öfteren während der Spiele hinter der Trainerbank. Daher sind die jetzigen Aussagen auch keine Überraschung. Allerdings für den Gegner nicht zu akzeptieren. Und wie kann man Spieler öffentlich so angreifen. Unfassbar!
  • Bacardicola 09.07.2018 10:40 Uhr
    Der Manni ist halt alte Schule Lachen

    Der Spruch mit den 5 Ärzten muss natürlich in der Kabine bleiben.

    Im übertragenen Sinn kann ich ihn aber schon verstehen, dass man RWE zu sehr hat gewähren lassen.

    Ich denke so wie Jeddeloh zur Sache ging (ohne es gesehen zu haben) ist es durchaus legitim.
  • rolbot 09.07.2018 10:48 Uhr
    Zitatgeschrieben von Bacardicola

    Der Manni ist halt alte Schule Lachen

    Der Spruch mit den 5 Ärzten muss natürlich in der Kabine bleiben.

    Im übertragenen Sinn kann ich ihn aber schon verstehen, dass man RWE zu sehr hat gewähren lassen.

    Ich denke so wie Jeddeloh zur Sache ging (ohne es gesehen zu haben) ist es durchaus legitim.

    Ich habe es gesehen und in der Vorbereitung braucht man solche Spiele nicht, es sei denn, man wollte unbedingt einigen Spielern eine Verletzungspause gönnen. Wenn er von seinen Spielern diese Spielweise erwartet, kann die Mannschaft gegen Schalke alles wieder gutmachen.
  • Brauer 09.07.2018 11:53 Uhr
    Warum diese vornehme Zurückhaltung auf Seiten von RWE.

    Man stelle sich vor wie der ETB und seine Fans hier geifern würden.
    Sie würden zurecht behaupten der Trainer von RWE wäre untragbar, weil asozial!

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