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In der Bezirksliga
Neustart beim SC Hassel

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Foto: Frank Oppitz

Sehnsüchtig wird die kommende Saison am Lüttinghof erwartet. Nach dem Rückzug aus der Oberliga präsentiert der Bezirksligist sein neues Team.

um ersten Mal seit November 2017 betrat die erste Mannschaft des SC Hassel kürzlich wieder den Rasen des heimischen Stadions Lüttinghof. Was in der Zeit dazwischen passierte? Einiges an Chaos, und der Rückzug aus der Fußball-Oberliga aufgrund eines viel zu kleinen Etats. Nun meldet sich der SC Hassel zurück. Mit einer neuen Mannschaft, in einer neuen Liga (im August startet der SC in der Bezirksliga) und mit einem neuen Selbstverständnis.

Rückblick: Am 5. November 2017 stapften die Spieler des SC Hassel geknickt in ihren Bus, 1:5 hatten sie bei Arminia Bielefeld II verloren. Es sollte das vorerst letzte Oberliga-Spiel des SC gewesen sein, wenige Tage später meldete Abteilungsleiter Jörg Böving die Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Der Grund: Die finanziellen Mittel, um weiterhin Oberliga-Fußball am Lüttinghof zu finanzieren, waren einfach nicht da. Schon in der Saison davor war den Hasselern ähnliches passiert. Man versuchte es nochmal in der Oberliga, doch nach 13 Spieltagen mussten sie sich in Hassel eingestehen: Das wird nichts. Die erste Mannschaft wurde zurückgezogen.

Nun, 33 Wochen später, gibt es wieder eine erste Mannschaft des SC Hassel – das neue Team um den von der zweiten Mannschaft der SSV Buer gekommenen Trainer Tim Kochanetzki wurde präsentiert. Und die Stimmung war gut. „Sehr gut“ sogar, wie Jörg Böving sagt: „Das war schon das vergangene halbe Jahr zu spüren. Sonntags fehlten einfach die 15-Uhr-Spiele“, so der Hasseler Abteilungsleiter.

Zwölf Spieler der SSV Buer-Reserve

Nun konnten die Zuschauer in Hassel wenigstens schon mal ihre neue Mannschaft auf dem Rasen sehen. Auch wenn die erstmal nur ein Aufgalopp-Training mit viel Laufen und einem Abschlussspielchen bot und noch kein Duell mit einem anderen Verein.

Bei 22 neuen Spielern war das aber vielleicht auch besser so, neue Namen lernt man schließlich nicht von heute auf morgen. Beste Voraussetzungen brachte da mit, wer sich in der vergangenen Saison das ein oder andere Spiel der SSV Buer II in der Kreisliga A angeschaut hatte – denn von dort bringt der neue Trainer Tim Kochanetzki gleich zwölf Spieler mit. „Oder sie sind ihm hinterhergelaufen, das kann man nicht so genau sagen“, sagt Jörg Böving und schmunzelt. Neu beim SC sind unter anderem Burak Uysal und Sven Bödiger aber auch Spieler, die bereits in der Westfalenliga spielten.

Dass der SC Hassel sich irgendwann auch wieder in solche Gegenden aufhalten möchte, ist klar. Was aber mindestens genau so klar ist: Das soll keinesfalls um jeden Preis geschehen. Der Verein setzt seine Prioritäten in den nächsten Jahren woanders. „Vor 14 Jahren hatten wir noch eine A-Jugend in der Westfalenliga. Das ist alles den Bach runtergegangen, weil die Konzentration nur auf der ersten Mannschaft lag“, so Böving. Das soll sich nun ändern. „Wir wollen uns wieder breiter aufstellen. Wir wollen nicht, dass die Leute den SC Hassel nur als eine Oberligamannschaft sehen, die alle 14 Tage ins Sauerland fährt.“ Die zweite und dritte Mannschaft des SC starten in der kommenden Saison in der Kreisliga C, auf die Nachwuchsteams soll deutlich mehr Wert gelegt werden.

Die zweite Priorität des SC Hassel: Das Vereinsleben soll im wahrsten Sinne des Wortes wiederbelebt werden. Die gut besuchte Teamvorstellung, Jörg Böving spricht von knapp 100 Zuschauern, soll da nur der Anfang gewesen sein. „In unserer Oberligamannschaft kamen Spieler aus Dortmund oder Lüdenscheid, die haben sich nach Spielen oder nach dem Training umgezogen und sind nach Hause gefahren. Am Sonntag saß der harte Kern bis 20 Uhr im Vereinslokal, auch der Trainer war dabei“, berichtet Böving. In seiner Stimme hört man die Hoffnung, dass dies der erste Schritt eines gelungenen Neustarts war.

Ein Neustart, der drei Ligen tiefer stattfindet. Manch ein Fan des SC Hassel findet das sogar gut. Fuhr der Bus der Hasseler vor einem Auswärtsspiel sonst um 12 Uhr ab und war erst um 20 Uhr wieder in Gelsenkirchen, so könne man jetzt „um halb drei hier losfahren“ und sei „immer noch pünktlich zum Anstoß am Platz“, freut sich ein Fan auf die kurzen Wege in der kommenden Saison. Dann geht es sonntags um 15 Uhr auch endlich wieder um Punkte.

Tim Kochanetzki, Tim Kochanetzki
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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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  • Bazzi02 28.06.2018 14:50 Uhr
    Viel Glück dem Sport Club und hoffentlich mal wieder mehr Zuschauer bei Heimspielen.Ich werde auch kommen
  • roadrunner74 28.06.2018 23:36 Uhr
    Es mussten fast 2 Jahrzehnte ins Land gehen um festzustellen dass man diesen riesigen Fehler begangen hat.

    Beispiel:

    Schon Mitte der 90er Jahre war unsere 2.Mannschaft in der Kreisliga B zu teuer (Punktprämie 10 DM pro Punkt aber insgesamt für das Team, d.h. bei einem Sieg konnten wir für die 20 DM eine Kiste Bier im Vereinsheim kaufen...Ach ja und beim Training im Winter wäre das Flutlicht zu teuer ) Deswegen wurde die 2. Mannschaft aufgelöst...

    Ich hoffe und wünsche mir, dass die jetzige Strategie funktioniert. Dann werden auch wieder mehr Leute zu den Spielen der ersten Mannschaft kommen. Ich jedenfalls freue mich auf die Bezirksliga! Wir sehen uns auffen Platz!

    Nur der SCH, aber nur der SCH!!!
  • Grün und Weiss ein Leben lang 05.07.2018 11:17 Uhr
    Echt Schade wie alles gelaufen ist. Damals in den 70zigern als ich dort in der Jugend gespielt hatte, wurde auf den Jugendbereich sehr viel Wert gelegt. Viele Jugendspieler sind unter Jackie Lange oder Jürgen Kreuz in den 80zigern dann in die 1. Mannschaft gekommen. Leider sind irgendwann nur noch Söldner gekommen und die Jugendabteilung wurde vernachlässigt. Hoffentlich klappt der Neuanfang wenn ich die Spielerauswahl mit der 2. Mannschaft vom SSV Buer auch kritisch sehe. Hätte gerne mehr Jugendspieler von uns gesehen :-)))


    Viel Glück SC Hassel und auf Bessere Zeiten !

    Grün und Weiss ein Leben lang :-)

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