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"Ich werde diesen Klub immer lieben"
Draxlers Liebeserklärung an S04

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Foto: firo

Julian Draxler hat dem Online-Portal "The Players' Tribune" ein Interview gegeben. In diesem betont der Nationalspieler auch noch einmal seine große Liebe zum FC Schalke 04.

Julian Draxler war 16 Jahre alt, als er beim FC Schalke 04 zum ersten Mal auf sein Idol Raúl traf. Was er sagte, nachdem Raúl ihm zum ersten Mal die Hand gegeben hatte, weiß Draxler inzwischen nicht mehr: "Ich war ein Kind. Er war Raúl. Es war, als würde ich Gott treffen. Ich weiß nur noch, dass meine Hand kalt war und ich versucht habe, nicht ohnmächtig zu werden." Diese und viele weitere Geschichten aus seinem Leben, vor allem über Schalke und warum er gehen musste, schildert Nationalspieler Draxler als inzwischen 24-Jähriger auf dem Online-Portal "The Players' Tribune".

Und er liefert ein klares Bekenntnis: "Ich liebe Schalke. Ich werde diesen Klub immer lieben. Und ich liebe Gelsenkirchen."

Draxler erzählt, wie er schon als Kind mit seinem Vater zu Schalke-Spielen fuhr - und dass seine ganze Familie Königsblau die Daumen drückt. "In meiner Kindheit hatte ich nur einen Traum: das Schalke-Trikot zu tragen und spielen, während meine Familie zuschaut." Vor allem mit der Unterstützung seines Vaters hätte er dies geschafft, und sich schon mit 11 oder 12 wie ein Profi gefühlt: "Der Druck, es selbst in diesem Alter zu schaffen, ist extrem. Wenn wir an einem Samstag ein Spiel gegen Dortmund verloren hatten und ich nicht gut gespielt habe, saß ich am Sonntag den ganzen Tag in meinem Zimmer und habe darüber nachgedacht, was ich falsch gemacht habe."

Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich gehe. Mein Herz ist an diesem Tag zerbrochen. Ich wusste: Ich muss etwas in meinem Leben ändern

Julian Draxler

Mit 16 nahm er zum ersten Mal am Training der Profimannschaft teil. "In den zwei Tagen davor hätte ich mir fast in die Hosen geschissen", schreibt er. Vor allem die Begegnungen mit Raúl hatten es ihm angetan. "In den ersten beiden Jahren war alles unglaublich. Ich lebte meinen Traum", schreibt er.

Doch dann ging Raúl, Jefferson Farfan verletzte sich schwer, es gab etliche Trainerwechsel - und Draxler hatte das Gefühl, als 19-, 20-Jährige den ganzen Klub auf seinen Schultern zu tragen. Eine Rolle, die ihm nicht gefiel: "Ich war nicht bereit dazu. Ich glaube, dass es nicht gesund ist, wenn du als junger Spieler beim Klub deiner Jugend spielst. Wenn es nicht gut läuft, sind nicht Fremde sauer auf Dich - sondern deine Nachbarn. Und Leute, mit denen du aufgewachsen bist."

Am 16. Mai 2015 traf er die Entscheidung, Schalke zu verlassen. S04 hatte den SC Paderborn mit 1:0 besiegt und war in die Europa League eingezogen. Trotzdem wurde Draxler von den eigenen Fans ausgepfiffen. "Das war der Moment, in dem ich wusste, dass ich gehe. Mein Herz ist an diesem Tag zerbrochen. Ich wusste: Ich muss etwas in meinem Leben ändern." Er weinte, als er seiner Mutter und seiner Oma seine Wechselabsicht verriet.

Kein Schalke-Fan konnte verstehen, dass Draxler ausgerechnet zum Liga-Rivalen VfL Wolfsburg ging. Er wurde von nicht wenigen "Verräter" genannt. Groll hegt er deshalb nicht. "Wenn ich ein Kind gewesen und ein Spieler von Schalke nach Wolfsburg gegangen wäre, hätte ich dasselbe gesagt. Ich denke aber, dass Fans nicht immer verstehen, was im Leben eines Spielers passiert", schreibt Draxler dazu und äußert sich versöhnlich: "Ohne die Knappenschmiede, ohne das, was ich von Raúl und allen anderen unglaublichen Spielern gelernt habe, hätte ich nicht meinen Traum bei der WM 2014 erfüllen können."

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  • Alles für Schalke 25.06.2018 01:07 Uhr
    Tolles Interview. Draxler ist ein guter Junge. Ich habe schon damals gesagt, dass es logisch ist, dass man bei so manch überkritischen Fan und den Meckerfans, die leider auf Schalke hin und wieder Überhand nehmen, einen Weggang auch anderer Spieler befürchten muss. Matip, Kolasinac, Draxler, Meyer, vielleicht bald Kehrer. Man kann es ihnen nicht verdenken. Ganz im Gegenteil, wir Fans sollten eine Lernkurve ziehen und überlegen, ob wir nicht besser anfeuern, statt auspfeifen, wenn es mal nicht so läuft.

    Glückauf!

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