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Riesen-Ärger in Bottrop
Gericht urteilt über den Aufstieg

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Foto: Thomas Gödde

Dostlukspor fühlt sich um den Lohn einer langen Saison betrogen. Die Bezirksspruchkammer verhandelt den Bottroper Einspruch.

Die Meisterschaft in der Kreisliga A Oberhausen-Bottrop ist noch nicht entschieden. Dostlukspor Bottrop hat die Saison zwar mit drei Punkten Vorsprung auf Arminia Lirich abgeschlossen, doch die Vorgänge eines Spiels vom 11. März halten alle Beteiligten in Atem. Wer die Meisterschaft und den Aufstieg feiern darf, entscheidet sich erst vor der Bezirksspruchkammer.

Ein Verein legt Einspruch gegen die Wertung eines Spiels ein. Ein Vorgang, mit dem sich Fußballkreise in ganz Deutschland Woche für Woche befassen. An sich nichts Ungewöhnliches. Die Partie am 11. März zwischen dem FC Sterkrade und Dostlukspor – oder vielmehr die Vorgänge danach – sind jedoch außergewöhnlich. „Was hier passiert, wirft kein gutes Licht auf die Verantwortlichen des Fußballkreises“, sagt Dostlukspors Sprecher Nuh Arslan.

Im Zentrum der Kritik steht der Vorsitzende der Kreisspruchkammer Andreas Zimmermann. Zu den Vorwürfen will sich Zimmermann mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern. Die Verantwortlichen von Dostlukspor Bottrop gehen jedoch in die Offensive. Sie haben dieser Zeitung den kompletten Schriftverkehr zwischen Fußballkreis und Verein vorgelegt.

Der Fall im Detail

Am 11. März traten im Spitzenspiel der Kreisliga A der FC Sterkrade und Dostlukspor Bottrop gegeneinander an. Die Bottroper setzten sich mit 3:1 durch. Im Anschluss legte Sterkrade Protest gegen die Spielwertung ein. Ein nicht spielberechtigter Fußballer sei eingesetzt worden, so die Argumentation. Der offizielle Spielbericht, den Schiedsrichter Christoph Persch am 11. März angefertigt hatte, entlastete Dostlukspor. Er enthielt keinen Hinweis auf ein Fehlverhalten.

Sterkrade behauptet, der Spieler Halet Delen sei in der zweiten Minute der Nachspielzeit eingewechselt worden. Dostlukspor bestreitet das. „Halet hat an diesem Tag 70 Minuten lang für unsere dritte Mannschaft und im Anschluss noch einmal 90 Minuten für unsere Reserve gespielt. Er kam für einen Einsatz in der ersten Mannschaft nicht mehr in Frage“, erklärt Nuh Arslan und ergänzt: „In der 92.Minute ist Heshyar Khalo in die Partie gekommen. So steht es auch im Spielbericht.“
Ärger über den Vorsitz der Kammer

Dostlukspor wurde schon am Folgetag des Spiels zu einer Stellungnahme aufgefordert. Am 26. März folgte unter dem Titel „In der Sportrechtssache gegen Dostlukspor Bottrop wegen Einsatz eines gesperrten Spielers“ die Einladung zur Verhandlung vor dem Sportgericht. Am 19. April fanden sich dann auch alle geladenen Spieler, Trainer und Vereinsverantwortlichen im Kreisjugendheim in Oberhausen ein. Zu einer Verhandlung kam es jedoch nicht. „Ich habe Andreas Zimmermann mitgeteilt, dass ich seine Teilnahme an der Verhandlung für unglücklich halte. Er ist ehemaliges Vorstandsmitglied und immer noch Jugendtrainer und Mitglied von Arminia Lirich“, erklärt Arslan. Zimmermann habe daraufhin wütend sein Laptop zugeknallt und die Verhandlung beendet. „Wir hätten an diesem Tag alles aus der Welt schaffen können. Diese heftige Reaktion auf einen nachvollziehbaren Hinweis war unangebracht“, sagt Arslan und ergänzt: „Sein Verein hätte von einem Urteil gegen Dostlukspor direkt profitiert. Das kann doch nicht im Sinn der Spruchkammer sein.“

Befangenheitsantrag abgelehnt

Der Termin für die Neuansetzung war ungünstig. Dostlukspor hatte die Spruchkammer schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass die Spieler Heshyar Khalo und Kapitän Adem Güngör am 9. Mai verhindert sein werden. „Der eine war beruflich in Hamburg, der andere in der Türkei. Wir haben als Belege sogar die Flugtickets vorgelegt“, sagt Nuh Arslan. Zimmermann ließ trotzdem verhandeln und hatte an diesem Tag auch den Vorsitz der Spruchkammer. Gleich zwei Befangenheitsanträge, die Dostlukspor gestellt hatte, wurden zurückgewiesen.

Zur Urteilsfindung diente der Kammer eine Videoaufnahme, die der FC Sterkrade als Beweismittel vorgelegt hatte. Die Aufnahmen zeigen jubelnde Spieler von Dostlukspor Bottrop im Anschluss an das Spiel. Zu sehen ist ein Bottroper mit der Rückennummer 8, das Sportgericht kam zu der Auffassung, dass es sich bei diesem Spieler nicht um den im Spielbericht eingetragenen Heshyar Khalo handeln könne und urteilte: „Das Meisterschaftsspiel wird mit 2:0-Toren für den Verein FC Sterkrade als gewonnen gewertet.“

Nuh Arslan kann weder das Urteil noch die Begründung nachvollziehen. Der Bottroper erklärt: „Das Video beweist gar nichts. Die Szenen sind nicht während des Spiels entstanden. Die Kammer kann nicht einmal feststellen, ob es sich um Spieler der ersten oder zweiten Mannschaft handelt, denn beide waren an diesem Tag vor Ort und beide tragen die gleichen Trikots. Die Krönung ist, dass die Spruchkammer bis heute Halet Delen nicht ein einziges Mal gesehen hat.“ Dostlukspor legte Berufung gegen das Urteil ein. Der Fall wird nun vor der Bezirksspruchkammer fortgesetzt. Ein Verhandlungstag steht noch nicht fest.

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Dostlukspor Bottrop

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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