Startseite

Versuchter Platzsturm
Aachener Chaoten randalieren in Bonn

(2) Kommentare
Foto: Imago

Eine Rudelbildung im Mittelkreis ließ die Anhänger des TSV Alemannia Aachen explodieren. Einige Hundert brachen das Tor zum Spielfeld auf und wollten den Platz stürmen.

Lange war es ruhig geblieben auf den Rängen und vor allem im Aachener Block. Bis zur 115. Minute der Verlängerung. Schon im Vorfeld des Pokalendspiels zwischen der Alemannia und Viktoria Köln (0:2) begab sich Bonn in einen kleinen Ausnahmezustand. Die Begegnung Aachen gegen Viktoria Köln war schon immer ein Nährboden für aggressive Stimmung. Tradition gegen einen Investorenklub. Somit war die Trennung beider Fanlager oberstes Gebot.

Diese reichte sogar bis in den Shuttle-Bus Verkehr. Die Aachener Fans mussten einen deutlich längeren Fußweg als die Viktoria-Anhänger zurücklegen. Ein Konzept, das soweit auch aufging. Nur ein Fanlager wollte sich nicht an die Spielregeln halten. Blieb es vor dem Stadion ruhig, waren es ausgerechnet die 22 Akteure auf dem Rasen, welche die Szenerie zum Überkochen brachten. Ein Zweikampf zwischen Maurice Pluntke und Timm Golley brachte nicht nur die Spieler, sondern auch die Fans ordentlich in Rage. „Ich kann die Entscheidung, zwei Spielern Gelb und Mickels sogar Rot zu zeigen, den anderen aber gar nichts, nicht ganz nachvollziehen“, urteilte Alemannia-TrainerFuat Kilic.

Der sportliche Aspekt und somit auch die Entscheidung des Schiedsrichters, der bis dahin eine gute Figur abgab, spielt aber unter Berücksichtigung der Szenen, die sich in der Folge auf den Rängen abspielten nur eine geringfügige Rolle.

Denn da brannten in den Köpfen einiger Hundert Alemannia Fans plötzlich die Sicherungen durch. Waren sie zuvor bloß mit einigen Pyro-Einlagen aufgefallen, wollten sie nun den Platz stürmen. Tumultartige Szenen brachen aus. So entwickelte sich nicht nur ein in sportlicher Hinsicht für die Alemannia schwarzer Abend, sondern noch ein weiterer Imageschaden. Innerhalb weniger Sekunden befanden sich zwei Dutzend Ordner vor dem Aachener Block, die die Situation zu beruhigen versuchten. Erfolglos. Schnell rannten Mergim Felljzullahu, Nils Winter sowie Tobias Mohr zu ihren Anhängern. Sprachen mit ihnen und versuchten zu besänftigen. „Klar, können wir den Ärger verstehen, aber so etwas geht natürlich nicht“, befand Nils Winter. Winter, dessen Vertragsverlängerung noch fraglich ist, wird sicher auch diese Situation im Hinterkopf behalten.

(2) Kommentare

Spieltag

Regionalliga West

1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5

Kurz Notiert / Amateurfußballnews

KOMMENTARE

Hinweis:
Um Kommentare schreiben zu können, musst du eingeloggt sein. Falls du noch nicht angemeldet bist, kannst du dich hier kostenlos anmelden.

Login via Facebook

Der Login via Facebook erleichtert Ihnen die Anmeldung
  • Fußball-Marketing-Fachmann 26.05.2018 14:17 Uhr
    Sehr geehrter Herr Lipke,

    mein Name ist Programm, denn ich bin als Fan seit Jahrzehnten Fußball-affin und als Marketing-Mensch (u. a.) ein Freund von Ehrlichkeit, Transparenz und Wahrheit.

    Insofern tut es mir leid, Ihnen schreiben zu müssen, dass sich in Ihre Recherche ein Fehler eingeschlichen hat: Es waren nämlich – ausdrücklich – nicht (zu keiner Zeit) „einige Hundert“ Menschen, die ein „Tor zum Spielfeld“ aufbrachen, um den Platz zu stürmen.

    Ich war da. Ich habe alles LIVE gesehen. Ich stand ca. zwölf Meter von besagtem Tor entfernt.

    Richtig ist: das Fluchttor WURDE aufgebrochen. Ein paar Männer wollten hinaus, wurden jedoch gezielt und gekonnt gehindert. Ja, es war ein Scharmützel; ja, es flogen die üblichen Worte und auch ein paar leere Plastikbecher.
    Ihre schriftliche Darstellung ist aber ausdrücklich falsch resp. „reißerisch“, was ich nicht unter gehobenem Fach-Journalismus verstehe.

    Denn, wenn wir es präzise betrachten, waren allerhöchstens zwanzig Personen an der GESAMTEN Szenerie beteiligt. Wenn Sie berücksichtigen, dass „nur“ ein, zwei Personen überhaupt die Tartanbahn mit Ordnungspersonal „erreicht“ hatten, wissen Sie, wie „groß“ der faktische „Platzsturm“ war.
    Wenn Sie zudem anerkennen, dass „nur“ ein einziges Tor aufgebrochen worden war (eins zu viel), stelle ich zudem die Zeitfrage: Wie lange dauert es, bis mindestens (!) 200 Personen („einige Hundert“) durch EIN Fluchttor laufen, das der Breite wegen höchstens zwei Menschen gleichzeitig passieren können?
    Selbst wenn diese mind. 200 „freie Fahrt“ hätten, dauert es ein wenig. Da Bonner Ordner aber schon lange VORHER präsent waren, wirkt sich diese Sachdarstellung negativ auf Ihren Bericht aus (also keine „freie Fahrt“). – Übrigens haben auch ATSV-Mitarbeiter geholfen, die Szenerie zu kontrollieren.

    Mehr oder minder „abgezählt“ waren maximal zwanzig Personen beteiligt. Punkt.

    ---

    Bitte bedenken: Wie Sie unschwer merken, sind wir „Text-Kollegen“; werden also BEIDE dafür bezahlt, „etwas“ zu publizieren, das Leser möglichst interessiert. Nun hab' ich aber nicht nur PR/Journalismus verstanden, sondern eben auch (bzw. vor allem) Marketing.

    RevierSport IST zweifelsohne eine anerkannte Marke (wie der Kicker) – und Ihr Claim „Ehrlich. Echt.“ leidet als Markenversprechen, wenn Redakteure ihm nicht gerecht werden würden.

    Ich sage nicht, dass Menschen keine Fehler machen (dürfen); das ist freilich Blödsinn. Aber ich fürchte, in der Sache AN SICH, recht zu haben, wenn wir fachlich/analytisch/wertneutral festhalten:
    „Je größer/voluminöser der Platzsturm – desto mehr Artikel-Klicks = Erfolg für Schreiber“. Das ist keine „bloße Unterstellung“ – das ist vielmehr 'ne logische Abstraktion eines Fachmanns, der nicht erst seit Zeiten von „Fake-News“, „Hass-Sprache“ und „Meinungs-Müll“ genauer hinsieht, was so alles geschrieben steht ...

    Und ob man nun GEZ, Mainstream-Medien oder Sportmagazine betrachtet, ist egal: Der journalistische PROZESS ist immer derselbe – und dieser besagt nun mal am Ende, das wiedergeben zu MÜSSEN, was geschehen ist. Ansonsten (s. o.): Imageschaden für Ihre Marke.

    Pro forma:
    Ja, ich bin langjähriges Mitglied beim ATSV.
    Ja, ich trage Alemannia Aachen im Herzen (auch als Marke).
    Ja, ich hatte nie Stadionverbot.
    Ja, ich habe nie gezündelt und war nur auf dem Rasen, wenn man aufstieg.

    ---

    Freue mich, wenn Sie Transparenz beweisen und diese Mitteilung publizieren. Denn Fehler MACHEN ist das Eine – sie ZUZUGEBEN das Andere (was am Ende auch für Marken ethisch wertvoll ist).
    Der Postillon macht’s übrigens vorbildlich:
    https://www.der-postillon.com/2018/05/7- tricks-nicht-toedlich.html

    Freundliche Grüße
  • Viktor1904 27.05.2018 16:11 Uhr
    Das ist ein weiteres Beispiel was die Fans dieser sogenannter "Traditionsvereine" aus einem Fußballspiel an einem herrlichen Pfingsttag machen.Ihr Trainer respekt nicht die abgesteckte Coachingzone und einer seiner Spieler begeht eine Tätlichkeit.Sportlich haben sie nicht viel zu bestellen und müssen halt so für Schlagzeilen sorgen.Wir haben zumindest den Pokal zum vierten Mal in fünf Jahren.Klasse !

RevierSport Digital

Im günstigen Abo oder als Einzelheft

Jeden Montag und Donnerstag Fußball ehrlich und echt von der Bundesliga bis zur Bezirksliga. Im günstigen Abo oder als Einzelheft auf ihrem PC, Mac oder mobilem Endgerät.