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Vor Derby-Krachern
Moskitos-Kapitän Thielsch im Interview

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Foto: Michael Gohl

Nach einem Stotterstart steuern die Wohnbau Moskitos nun auf die Playoff-Ränge in der Eishockey-Oberliga zu. Für Einen läuft es schon von Beginn an blendend.

Seit seiner Ernennung zum Kapitän ist Stürmer Dennis Thielsch in der Form seines Lebens. Unsere Redaktion unterhielt sich mit dem 30-jährigen über die anstehenden Derby-Kracher und den Abgang von Niklas Hildebrand.

Herr Thielsch, die Hälfte der Hauptrunde ist gespielt und die war für die Moskitos sehr ereignisreich. Sie hatten in der letzten Woche vier Tage trainingsfrei, wie haben Sie die Zeit genutzt?
Eigentlich wollte ich in die Heimat nach Berlin, aber das hätte sich nicht wirklich gelohnt. Daher habe ich etwas für mich trainiert und relaxed. Nach drei Monaten auf dem Eis tat es gut, etwas Abstand zu nehmen und den Kopf frei zu kriegen.

Ihr Trainer Frank Gentges hat immer wieder die mangelnde Erfahrung als Hauptgrund für den schwachen Saisonstart genannt, stimmen Sie ihm da zu?
Ich sehe das ähnlich. Wir waren oft auf Augenhöhe, haben aber zu viele Chancen gebraucht und Fehler gemacht, die eiskalt von den Gegnern bestraft wurden. Das hat ein Stück weit mit Erfahrung zu tun, aber auch wir Älteren haben nie fehlerlos gespielt. Wir waren alle mal jung, ich finde es gut, dass die Talente hier viel Eiszeit bekommen.

Nach über zehn Jahren im Geschäft haben Sie schon einige Negativserien hinter sich, doch für viele Spieler im Team ist es die erste Saison im Seniorenbereich. Inwiefern waren Sie da in Ihrer Rolle als Kapitän gefragt?
Für sie war es natürlich frustrierend, die gehörten in der Jugend alle zu den Besten ihrer Teams und sind eher erfolgsverwöhnt. Ich habe den Jungs immer gesagt, sie sollen nach vorne schauen und sich auf die einfachen Dinge konzentrieren, um sich so Selbstvertrauen zu holen. Wenn jemand Fehler macht, spreche ich ihn aber nicht darauf an. Jeder weiß, was er falsch gemacht hat, da bringt es nichts, den Finger in die Wunde zu legen.

Wir haben die Qualität, um jeden Gegner zu schlagen.

Dennis Thielsch

Mit zuletzt sechs Siegen aus sieben Partien sind die Moskitos wieder auf dem Weg nach oben. Was trauen Sie der Mannschaft im Hinblick auf die Playoffs zu?
Wir müssen jetzt die Punkte, die wir am Anfang verschenkt haben, wieder reinholen. Wenn wir in jedem Spiel zu hundert Prozent Vollgas geben und konzentriert zusammen arbeiten, dann liegen die Playoffs sicherlich im Bereich des Möglichen.

Spielen Sie denn schon wie ein Playoff-Team?
Nein, aktuell sind wir noch ein gutes Stück davon entfernt. Da gilt es noch an vielen kleinen Schrauben zu drehen. Aber wir arbeiten täglich hart an uns. Wie man sehen kann, wird es von Woche zu Woche besser.

Sie persönlich befinden sich schon seit Saisonbeginn in Top-Form. Bislang haben Sie zehn Vorlagen und neun Tore auf dem Konto, damit haben Sie schon genauso viel Treffer wie in der Vorsaison erzielt. Hat Sie die Ernennung zum Kapitän beflügelt?
Ich schätze es sehr, der Captain zu sein, das macht mich stolz. Aber an sich mache ich nichts anders als in den letzten Jahren. Einen großen Anteil an den Toren haben meine Sturmpartner Kyle De Coste und Julien Pelletier, mit denen ich mich bestens verstehe. Dazu kommt ein bisschen Glück, denn ein richtiger Torjäger war ich eigentlich noch nie.

Ein weiterer Sturmkollege ist Tom Fiedler. Sie kennen sich schon lange Zeit, haben Sie sich gefreut, als er im Sommer nach Essen kam?
Tom und ich waren in Berlin auf der selben Schule und haben zusammen in der Jugend der Eisbären Berlin gespielt. Er ist ein super Typ und ich freue mich sehr, dass noch ein Berliner hier ist. Da kann ich endlich mal wieder meinen Dialekt raushängen lassen.

Sie und Fiedler sind die einzigen im Team, die über 30 Jahre alt sind. Wird man besonders behandelt, wenn man knapp zehn Jahre über dem Altersschnitt liegt?
Vielleicht gehen die Jungs ein Stück weit respektvoller mit uns um, das ist aber völlig normal im Sport. Klar gibt es auch mal einen blöden Spruch wegen des Alters. Die Jungs halten uns aber auch jung. Wir im Team sind nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch Kumpel, die in der Freizeit was zusammen unternehmen.

In der DEL und DEL2 waren Sie noch nicht aktiv, fühlt sich Ihre Karriere deswegen unvollkommen an?
Mit dem Kapitel hab ich weitestgehend abgeschlossen, auch wenn man als Sportler natürlich immer höherklassig spielen will. Aber ich möchte nicht nur die Dusche sehen, sondern den Sport, den ich so liebe, auch aktiv betreiben. Sollte ein Angebot kommen, würde ich aber sicherlich darüber nachdenken. Vielleicht hätte ich im Jugendbereich die ein oder andere Party auslassen sollen, trotzdem bin ich mit meiner Karriere bislang sehr glücklich.

Ein Spieler, der sicherlich das Zeug für höhere Ligen hat, ist Niklas Hildebrand. Er hat euch vor Kurzem verlassen, um eine Ausbildung zu beginnen. Haben Sie Verständnis für ihn?
Ich finde, wenn man einen Vertrag unterschreibt, dann hat man den auch einzuhalten. Aber wie heißt es so schön: Reisende soll man nicht aufhalten. Wenn er gehen will, dann ist er eh nicht mehr voll bei der Sache. Ein Stück weit kann ich seine Entscheidung nachvollziehen. Keiner von uns kann dauerhaft vom Eishockey leben und nach der Karriere 30 Jahre Urlaub machen.

Am Wochenende geht es gegen die Erzrivalen aus Duisburg und Herne, sind Sie schon im Derbyfieber?
Das sind natürlich sehr emotionale Spiele für uns. Wenn man in die volle Halle kommt oder von den gegnerischen Fans ausgepfiffen wird, dann pusht einen das enorm. Wir bereiten uns gut vor und sind heiß.

In der Hinrunde gab es jeweils Niederlagen. Dürfen sich die Fans nun berechtigte Hoffnungen auf ein Sechs-Punkte-Derbywochenende machen?
Auf jeden Fall. Auch in den Hinspielen waren wir jeweils die bessere Mannschaft, haben nur aufgrund der schlechten Chancenverwertung verloren. Allgemein haben wir die Qualität, um jeden Gegner zu schlagen. Egal ob Tilburg, Herne oder Duisburg.

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