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Frankreich
Das Phänomen Kylian Mbappé

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Kylian Mbappe, Kylian Mbappe
Foto: firo

Kylian Mbappé ist erst 18 Jahre jung, aber er hat schon vieles erlebt. Viele Turbulenzen, einige Höhen und Tiefen.

Heute gilt er als das größte Talent schlechthin im internationalen Fußball. Der gebürtige Pariser (geboren in Bondy, einem Vorort von Paris) kickte bereits mit drei Jahren mit seinem Vater auf dem Sand-Platz vor der Haustür. "In diesem Alter stellte sich Kylian vor dem Fernseher und sang laut und deutlich die französische Nationalhymne mit der rechten Hand auf der Brust", verrät Kibéli Kolo, sein Freund aus seiner Kindheit, gegenüber der WAZ. "Er betonte voller Ernst, dass er mal zur Nationalmannschaft möchte, Champions League spielen und bei Real Madrid unter Vertrag stehen würde."

„Kylian hatte mehrere Gaben, die man normalerweise mit fünf Jahren nicht hat", fügt der ehemalige Stürmer von Kamerun Alain Mboma hinzu, auch ein Vertrauter der Familie Mbappé, hinzu. "Er stellte sich vor dem Fernseher und tat, als ob er selbst interviewen würde und er antwortete selbst auf die Fragen des Reporters." Die Frühreife charakterisiert den Stürmer von Paris Saint Germain, der nun in Köln bei seinem achten Länderspiel das erste Mal in seiner noch jungen Laufbahn auf die deutsche Nationalmannschaft treffen wird. Mboma erinnert sich an eine Anekdote, die er wohl nie vergessen wird. "Kylian war 10, als ich ihn aus Madrid ein kleines Modell des Bernabeu-Stadions mitgebracht habe. Darauf sagte er mit ernster Miene: Eines Tages werde ich ins Bernabeu als Spieler einlaufen. Ich habe ihn überhaupt nicht ernst genommen und habe mich kaputt gelacht.“

Auf die Schule hatte er wenig Lust. Obwohl er intelligent ist, zeigte er gar kein Interesse. Er dachte Tag und Nacht an Fußball. In Bondy sind die sozialen Verhältnisse schwer und damit er kein Gangster wird, schickten ihn seine Eltern zu einer Privat-Schule. In seinem Zimmer hingen nur Poster von Cristiano Ronaldo. Mit elf gab es Kontakte zu Real Madrid und Chelsea. Zinedine Zidane empfing ihn im Dezember 2012 in der spanischen Hauptstadt. „So früh zu einem solchen Klub zu wechseln bedeutet ein komplett neues Leben, das zu vielen Risiken birgt“, meint im Nachhinein Pierre Mbappé, Kylians Onkel. Mit seinen Eltern wollte Kylian Mbappé lieber in der Heimat bleiben. Er entschied sich für Monaco. „Sein Vater wollte Garantien haben, dass sein Sohn regelmäßig zum Einsatz kommt und sein Talent nicht gehänselt wird", erklärt Souleymane Camara, Chef-Scout beim Fürstentum-Klub. "Monaco war der richtige Verein um ihn aufzubauen. Er spielte wie eine kleine Garnele.“

Dort kassierte Mbappé 420.000 Euro als Prämie für seinen Aspiranten-Vertrag, mit 13. Doch in Süd-Frankreich gab es Probleme mit dem Trainer der U17. Bruno Irles ließ ihn draußen und provozierte Wut-Anfälle der Mbappé-Familie. „Kylian konnte mit Kritik wenig anfangen, erinnert sich Irles. Er hörte nie zu.“ Die Konsequenz ließ auf sich nicht warten: Irles wurde weggeschickt und Mbappé durfte endlich ran. Mit 16 spielte er in der Regionalliga, aber er zeigte wenig Geduld und ärgerte sich maßlos, dass er zu den Profis nicht berufen wurde. „Dann durfte er mit den Profis trainieren und gleich nach seiner ersten Einheit sagte mir Trainer Leo Jardim, dass Kylian ab sofort ein fester Bestandteil der Profis ist“, sagt Jorge Campos, der Sport-Direktor der Monegassen. Bei seinem ersten Profi-Vertrag bekam "KM" drei Millionen Euro Handgeld und 85.000 Euro brutto pro Monat, kurz vor seinem 17.Geburtstag. Ein paar Tage davor bekamen seine Eltern einen unerwarteten Besuch von Arsène Wenger, der den Franzosen zum FC Arsenal lotsen wollte. Vergeblich.

Vor einem Jahr spielte er noch in der Reserve-Mannschaft der AS Monaco. Als er erfuhr, dass er beim Champions-League-Spiel gegen Tottenham gar nicht in den Kader nominiert wurde, verschwand er mehrere Stunden. Kein Mensch wusste, wo er war. Dann bekam er seine Chance und ihm genügte erneut ein einziges Spiel in der Ligue1 um sich durchzusetzen. „Er wird so gut wie Cristiano Ronaldo", glaubt Campos. "Und irgendwann wird er Weltfußballer." Nach jeder Partie bleibt Mbappé bei den Journalisten ein paar Minuten stehen. Seine feinen Analysen, seine klugen Sätze und sein Lächeln begeistern die Massen. „Ich bin halt so erzogen worden, meint Mbappé. Ich wüsste auch nicht, warum ich mich verändern sollte. Scheinbar kommen sie mit dieser Art sehr gut klar.“ Anschließend sagte er: „Ich bin kein Phänomen. Zumindest noch nicht.“

Auch der vergangene Sommer hat ihn trotz vielen Turbulenzen nicht verändert. Erst ging er fest davon aus, dass er in Monaco bleibt. Er hatte sich sogar ein Haus an der Côte d´Azur gekauft. Doch es kaum anders, als er erfuhr, dass seine Bosse mit Real Madrid eine Einigung in Höhe von 180M€ erzielt hatten, ohne ihn Bescheid zu geben.

Fuchsteufelswild lehnte er die Königlichen ab. Er wollte mit sofortiger Wirkung den gerade gekürten französischen Meister verlassen. Er traf sich erneut mit Wenger, besuchte Pep Guardiola in Manchester und Jürgen Klopp in Liverpool. Am Ende entschied er sich für Paris Saint Germain. Ausschlaggebend war die Verpflichtung von Neymar. „Ein Spieler, mit dem ich immer geträumt habe zusammen zu spielen“, ließ Mbappé wissen. Sein Onkel Pierre meint: „Er hat sich für PSG und gegen Real entschieden, weil er zu einem Team seine Karriere fortsetzen wollte, das die Königsklasse noch nie gewonnen hat.“ Mit dem Ziel noch mehr in die Geschichte eingehen zu wollen.

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