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Tedesco genervt: „Dann bin ich da halt raus“

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Foto: dpa

Schalke beteuert, dass Naldos Handspiel bei der Schulung vor der Saison als nicht strafbar galt – jetzt blickt keiner mehr durch. Ein Beispiel zeigt: Es wird mit zweierlei Maß gemessen.

Vor der Saison gibt es für jede Bundesliga-Mannschaft einen festen Termin. Ein Schiedsrichter kommt zu Besuch und hält bei einer Kaffeetafel in entspannter Atmosphäre einen netten Vortrag. Es geht dann darum, welche Neuerungen eingeführt und wie die Regeln ausgelegt werden – was es zum Beispiel mit dem Video-Beweis auf sich hat und wann ein Handspiel strafbar ist. All das wurde vor dieser Saison auch auf Schalke besprochen und bis zum Dienstagabend dachte Ralf Fährmann eigentlich, dass er alles richtig verstanden hat. Jetzt kommen ihm Zweifel.

Es geht nur um Absicht oder nicht

Denn bei der 0:3-Niederlage gegen Bayern München musste Schalkes Kapitän feststellen, dass eine große Diskrepanz zwischen dem besteht, was die Schiedsrichter vor der Saison ankündigen, und dem, was dann auf dem Platz umgesetzt wird. Konkret: Das Handspiel von Naldo wäre bei der Belehrung vor der Saison als nicht strafbar durchgegangen – nun aber führte es zum Elfmeter, der die Schalker Niederlage einleitete. Und da, sagt Fährmann, „fühlt man sich schon ein Stück weit benachteiligt.”

Ausgangspunkt war, dass der Ball Naldo zuerst an den Fuß gesprungen war und von dort unberechenbar an die ausgestreckten Arme abgelenkt wurde. Fährmann erinnert daran, was ihm bei der Schulung gesagt worden sei: „Ich habe es so verstanden: Wenn man reingrätscht, die Körperfläche vergrößert und der Ball direkt gegen den Arm geht, ist es klar und Elfmeter. Wenn der Ball aber erst gegen den Fuß, das Knie oder den Oberschenkel geht und dann gegen die Hand prallt, ist es kein Elfmeter.” Denn bei solchen Flipper-Szenen kann man dem Spieler keine Absicht unterstellen.

Eine These, die Schalkes Trainer Domenico Tedesco stützt: „Uns wurde es so erklärt, dass es nur um absichtliches oder unabsichtliches Handspiel geht.” Und Absicht konnte man Schalkes Abwehrchef sicher nicht unterstellen – Naldo beteuert: „Der Ball trifft erst den Fuß und geht dann gegen die Hand. Das habe ich auch dem Schiri so gesagt.”
Es macht die Sache noch komplizierter, dass sich auch die Schiedsrichter in der Auslegung nicht einig sind, und weil seit dieser Saison durch den Video-Assistenten zwei verschiedene Regelhüter am Werk sind, kommt es zu weiten Interpretationen. Fährmann unterscheidet mittlerweile zwischen dem Mann am Monitor und dem „Schiedsrichter auf dem Platz”, in diesem Fall Marco Fritz, dem man „keinen Vorwurf” machen könne: Er hatte schließlich zuerst auf Weiterspielen entschieden und ließ sich dann von seinem Video-Assistenten Bastian Dankert korrigieren. Man könnte auch sagen: Überstimmen. Aber das würde den Video-Assistenten zum Oberschiedsrichter machen, und so soll die Sichtweise ja nicht sein.
Schalke hielt sich aus zweierlei Gründen so sehr an der Auslegung dieser Elfmeter-Szene fest. Zum einen: Der Rückstand brachte die Blauen aus dem Tritt. Trainer Tedesco: „Ich habe mich auch so aufgeregt, weil es das 1:0 war. In dieser Phase waren wir gut im Spiel.” Auch Fährmann versicherte, dass er die Niederlage gewiss nicht an dem Strafstoß festmachen wollte, aber über eines könne man nicht hinwegsehen: „Gegen die Bayern kommt es auf die Kleinigkeiten an, weil sie qualitativ besser sind. Und wenn man dann früh so ein Bein gestellt bekommt, wird es brutal schwer.”

Der zweite Grund, warum Schalke den Elfmeter nicht einfach klaglos hinnehmen wollte: Bei der 0:1-Niederlage in Hannover hatte es eine vergleichbare Szene gegeben, als 96-Abwehrspieler Sane der Ball nach einer Flanke von Oczipka auf ähnliche Art gegen die Hand gesprungen war, ohne dass es Elfmeter gab. Gleiches Recht für alle? „Man kann nicht einmal sagen, das ist Hand, und im anderen Fall wieder nicht“, erklärt Schalkes Manager Christian Heidel und erzählt, dass die Szene aus Hannover kürzlich bei der Tagung aller Bundesliga-Manager sogar exemplarisch dafür vorgeführt worden sei, warum solche Flipper-Bälle nicht mehr als strafbares Handspiel durchgehen: „Deswegen habe ich mich jetzt sehr gewundert, dass sich der Video-Schiedsrichter eingeschaltet hat – in Hannover ging er nicht ans Telefon.”

Trotzdem für den Video-Beweis

Auch Tedesco sieht für Schalke im Vergleich beider Szenen eine Benachteiligung: „In Hannover wäre es das 1:0 für uns gewesen. Doch wir haben es so akzeptiert, weil es bei uns so geschult wurde.” Schalkes Trainer blickt daher nun gar nicht mehr durch und sagt genervt: „Mittlerweile bin ich dann halt raus bei dem Thema. Dann weiß ich nicht mehr, was Hand ist und was nicht.”

Eigentlich sollte der Video-Beweis den Fußball ja gerechter machen, aber inzwischen weiß man: Es wird eher noch mehr über die Urteile diskutiert. Naldo zieht nochmal sein Handspiel heran: „Der Video-Beweis kann auch Fehler machen, und diesmal war es ein Fehler, der das Spiel entschieden hat, denn wir waren gut drauf.” Fährmann nennt es sogar „pervers”, wenn hier so und dort anders geurteilt wird. Trotzdem sagt Schalkes Kapitän bemerkenswert: „Ich bin nach wie vor für den Videobeweis, denn unterm Strich sorgt er für mehr Gerechtigkeit.“

Was sich in dieser Saison aber erst noch erweisen muss.

(13) Kommentare

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Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
4 TSG 1899 Hoffenheim 8 4 3 1 15:10 5 15
5 Borussia Mönchengladbach 8 4 2 2 12:12 0 14
6 FC Schalke 04 8 4 1 3 10:9 1 13
7 Eintracht Frankfurt 8 4 1 3 8:7 1 13
8 FC Augsburg 8 3 3 2 11:8 3 12
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
10 FC Augsburg 4 2 1 1 7:4 3 7
11 Hannover 96 4 2 1 1 4:2 2 7
12 FC Schalke 04 4 2 1 1 6:5 1 7
13 SC Freiburg 4 1 3 0 4:3 1 6
14 Hamburger SV 4 1 1 2 1:5 -4 4
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
3 RasenBallsport Leipzig 5 3 0 2 7:6 1 9
4 FC Bayern München 4 2 1 1 7:4 3 7
5 FC Schalke 04 4 2 0 2 4:4 0 6
6 VfL Wolfsburg 4 1 2 1 5:5 0 5
7 Hannover 96 4 1 2 1 4:4 0 5

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08 A
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0:2 (0:0)
09 H
FSV Mainz 05
Freitag, 20.10.2017 20:30 Uhr
-:- (-:-)
10 H
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-:- (-:-)
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Freitag, 20.10.2017 20:30 Uhr
-:- (-:-)
10 H
VfL Wolfsburg
Samstag, 28.10.2017 15:30 Uhr
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# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1
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3 215 0,4
2 2 204 0,3
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1 2 113 0,7
2
Leon Goretzka

Mittelfeld

1 360 0,3
# Name Tore Min./Tore Tore/Sp.
1
Leon Goretzka

Mittelfeld

2 143 0,5
2 1 250 0,3
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
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5

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  • Micha W. 21.09.2017 09:48 Uhr
    Hört auf zu heulen! Wann begreift ihr eigentlich, dass für manche Clubs die Fussballregeln, dann so eingesetzt werden, damit sie auch gewinnen können, wenn es sportlich nicht so klappt. Und es hat nichts mit Dusel zu tun, wenn die Fussballregeln für manche gleicher sind. Was passiert nun, gar nichts wie immer. Das Zauberwort für jede Manipulation im Fussballspiel lautet, na, na, na, genau TATSACHENENTSCHEIDUNG. Wäre doch schon, wenn es das auch für andere Straftaten gehen würde. Banküberfall, nein Geldbeschaffung, ist nicht strafbar. Wichszeichen von Baier trotz Entschuldigungen werden mit Spielsperre bestraft. Manipulierte gewollte Spielentscheidungen durch unberechtigte Strafstöße werden hingenommen. Da fragt man sich, wo hier die Verbrecher sitzen. Ich finde es richtig Klasse, dass sowas ungestraft funktioniert. Videobeweis als Betrugsmittel zu nutzen.
  • yayabinx 21.09.2017 11:28 Uhr
    Ich finde die Meinung von einem User letzthin am besten: Wie bei Feldhockey. Nur wenn die Hand komplett am Körper anliegt ist es kein Elfmeter. Sonst immer.
  • Webcam 21.09.2017 11:42 Uhr
    Wenn das Videobeweisregelwerk so wäre wie beim Hockey, gäbe es die Probleme in dem Ausmaß ja einfach nicht:

    Jedes Team hat pro HZ 2 x die Möglichkeit, einen Videobeweis zu fordern, außerdem kann der Schiri selbst den Videoassi einschalten. Dann fühlt sich keiner so schnell trotz / durch Videobeweis benachteiligt.

    Dann gibt es das Gedöns, bei angeblich glasklaren Situationen solle sich der Videoassi einschalten nicht, das ist ja leider faktisch nicht glasklar.

    Dann bräuchte es aber auch diese irrationale Hetze gegen den Videobeweis nicht. Man muss ihn eben verbessern.

    Aber der DFB aus seinem hohen Ross hält eben an seinem Bevormundungsgedöns fest - nur so erwirbt man eben kein Vertrauen in die Neuerung ...
  • Rauul 21.09.2017 12:20 Uhr
    In beiden Fällen, also in Hannover und jetzt auf Schalke hatten die jeweiligen Spieler bei der Ballberührung die Arme weit ab vom Körper. Ob der Arm bei Naldo jetzt 5cm weiter vom Körper weg war als bei der Situation in Hannover, kann ich jetzt nicht sagen, dürfte aber auch keine Rolle spielen. Jedenfalls war es in beiden Fällen eine Vergrößerung der Körperfläche und ein „Flipperball“.

    Ein „Flipperball“, der vom Fuß oder Bein an die Hand abprallt, ist nicht berechenbar. Man kann ihn nicht bewusst spielen. Hier kann man also nicht von Absicht und Schuld des Spielers sondern höchstens von Fahrlässigkeit sprechen. Aber was soll der Abwehrspieler denn machen. Soll er in jedem Zweikampf im Strafraum die Arme anlegen. Wenn er so eingeschränkt ist, wird er jeden Zweikampf gegen den Stürmer verlieren. Soll das wirklich bezweckt werden? Aus diesem Grunde würde ich es für richtig halten, dass ein Abpraller gegen die Hand nicht mit Strafstoß geahndet wird. Der direkte Schuss gegen einen die Körperfläche vergrößernden Arm oder eine Hand sollte aber weiter einen Handelfmeter zur Folge haben.

    In Hannover wurde kein Elfmeter gegeben, auf Schalke wurde in vergleichbarer Situation aber auf Elfmeter erkannt. In beiden Fällen ist gegen Schalke entschieden worden. Da beide Fälle vergleichbar sind, in einem Fall auf jeden Fall zu Unrecht!

    Das jetzt auf den Videobeweis zu schieben, wäre zu einfach und auch falsch. Zunächst einmal muss eindeutig definiert werden, wann ein Handspiel im Strafraum zum Elfmeter führt.
    Dann müssen die Schiedsrichter besser geschult und vor allen Dingen auf eine Linie gebracht werden.
    Denn es kann nicht sein, dass gleiche Situationen von verschiedenen Schiedsrichtern anders bewertet werden. Und zumindest in den „Flipperballfällen“ darf es keinen Ermessensspielraum geben, da diese objektiv abgrenzbar sind.

    Sollte es jetzt auch noch um die Körperhaltung gehen, bin ich sowieso der Meinung, dass die nicht immer gleich aussehen kann. Ein großer Spieler wie Naldo hat bestimmt eine andere Körperhaltung um seinen Körper im Gleichgewicht zu halten als ein kleinerer Spieler. Aber dazu müsste man vielleicht auch einmal einen Sportwissenschaftler fragen!
  • Charlyman 21.09.2017 18:24 Uhr
    Klares Handspiel, berechtigter Strafstoß. Die Arme habe da nichts zu suchen.
    Körperfläche vergrößert. Die Diskussionen sind für mich überflüssig.
  • hackbanane 21.09.2017 19:55 Uhr
    Sowohl in Hannover, als auch in Gelaenkirchen haben beide Schiris übrigens nicht den Elfer gegeben.
    Wahrscheinlich haben sie Herrn Krug auch Missverstanden vor der Saison,
    wann es Hand ist und wann nicht.
    Es ist dringend in Sachen Videobeweise nachzuregeln.
    Köln und Schalke stehen aktuell bei -2!
  • zickzack2 21.09.2017 20:45 Uhr
    Gegen H96 1 Strafstoss (vielleicht) verwandelt und gegen FCB einen gegen S04 bekommen = 1 Punkt mehr (vielleicht) für S04 = Platz 6 (wie jetzt auch, mit 1 Tor weniger Differenz). Ob ein Spiel dann anders läuft ist auch nicht belegbar, - also alles Theorie.
    Es wäre dennoch wünschenswert, dass man Handspiel gleich bewertet und nicht nach Gutsherrenart, dann wären es Tatsachen und keine Theorie.
    Dem ein oder anderen Absicht zu unterstellen ist zu frech, Schade ist es trotzdem, dass man 1. keinen Elfer bekommt und 2. einen gegen sich bekommt in einer fast identischen Situation. Glückauf.
  • via Facebook: Horst Gröning 21.09.2017 14:23 Uhr
  • via Facebook: Horst Gröning 21.09.2017 14:23 Uhr
  • via Facebook: Horst Gröning 21.09.2017 14:23 Uhr
  • via Facebook: Jan Auf Der Straße 21.09.2017 18:27 Uhr
    Karoline Bol ließ es dir richtig durch scheiß Bayern bonus
  • via Facebook: Silvio Friedrich 21.09.2017 19:26 Uhr
    wärst mal lieber in Aue geblieben
  • via Facebook: Denis Preuss 22.09.2017 17:42 Uhr
    Den scheiss wieder abschaffen und wieder auf Tatsachen Entscheidung zurück greifen. Diese scheisse macht den Sport kaputt.

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