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Bender erklärt, warum er den BVB verlassen hat

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Thomas Gassmann, Thomas Gassmann
Foto: privat

Acht Jahre Dortmund. Acht Jahre Sven Bender. Charakterspieler, die Fußspitze Gottes, ein Star, der wie kaum ein anderer die Malocher-Mentalität des BVB verkörperte.

Plötzlich der Wechsel zu seinem Zwillingsbruder Lars und Bayer Leverkusen, für eine Ablöse von 15 Millionen Euro. Die WAZ traf den 28-Jährigen und sprach mit ihm über die Gründe des Wechsels, seine Gefühle nach dem Anschlag auf den Dortmunder Bus und seine neuen Ziele.

Sven Bender, warum wechselt man von einem Champions-League-Klub zu einem Verein, der international nicht vertreten ist? Waren Sie unzufrieden beim BVB?
Unzufrieden würde ich nicht sagen. Es gab aber eine Sache, die ich zuletzt nicht so oft gemacht habe: Auf dem Platz zu stehen. Für mich war in Leverkusen die Perspektive zu spielen größer. In Dortmund war es oft der Fall, dass es hieß, ich sei verletzt. Dabei war ich gar nicht verletzt. Ich kam einfach nicht mehr zum Zuge.

Das heißt, Sie konnten spielen, aber Sie durften nicht?
Ich sage es mal so: Vielleicht war dieser Schritt jetzt auch mal notwendig, um den Stempel der Verletzungsanfälligkeit weg zu bekommen. Mir war als kleiner Junge nur eines wichtig: Ich wollte auf dem Platz stehen und das machen, was ich geliebt habe: Fußball spielen. Somit habe ich mich entschieden, die bessere Perspektive zu wählen.

Lag es an Ihrem Ex-Trainer Thomas Tuchel, dass Sie nicht mehr zum Zuge kamen?
Das ist jetzt Vergangenheit. Dazu möchte ich nichts sagen.

Eine neue Perspektive hätte Ihnen doch auch der neue Trainer Peter Bosz geben können. Wollte er das nicht?
Ich hatte die Entscheidung, Dortmund zu verlassen bereits zuvor gefällt. Ich möchte nach acht Jahren einfach etwas Neues versuchen, einen neuen Reiz setzen.

Ich werde diese wunderbare Zeit in Dortmund nie vergessen. Ich wurde von den Fans geliebt und ich habe die Fans und den Klub geliebt

Bender über Borussia Dortmund

Gab es auch andere Angebote?
Ich habe mich nur auf das Angebot von Leverkusen konzentriert. Das war die einzige Option, die für mich in Frage kam. Das hatte übrigens nichts mit meinem Bruder Lars zu tun. Ich wollte nach all der Zeit in Dortmund zu einem Klub, bei dem ich das Gefühl hatte, dass ich gebraucht und geschätzt werde.

Sie standen für den BVB, sie galten als Mentalitätsmonster. Ihr Weggang wurde von der Fangemeinde betrauert…
Bender (Lacht): Es wäre ja schade, wenn es nicht so gewesen wäre. Für mich war es kein leichter Schritt. Es war eine sehr, sehr schwere Entscheidung. Ich werde diese wunderbare Zeit in Dortmund nie vergessen. Ich wurde von den Fans geliebt und ich habe die Fans und den Klub geliebt.

Seit dem Pokalhalbfinale, als Sie gegen Bayern München mit einer unglaublichen Grätsche ein Tor verhinderten, heißt es über Sie: Der Fuß Gottes. Sie haben Geschichte geschrieben…
Das war eine coole Szene. Das macht mich stolz. Dass ich dem BVB damit geholfen habe, den Pokal zu holen, ist eine wunderbare Geschichte. Ich hoffe, dass die Menschen das nicht vergessen. Wenn mein Name mit dieser Szene in Erinnerung bleibt, macht mich das happy.

Wie haben Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc reagiert, als Sie Ihnen erklärten, dass Sie gehen wollen?
Sie waren überrascht. Ich habe ihnen dann ein paar Tage Zeit gegeben, darauf zu reagieren. Wir haben uns danach noch ein paar Mal getroffen, um darüber zu sprechen. Am Ende kamen wir überein, dass es für Sie schwer, aber auch okay ist.

Sie hatten während Ihrer Dortmunder Zeit eine sehr enge Beziehung zu Ihrem Ex-Trainer Jürgen Klopp. Haben Sie Ihn in die Entscheidung eingeweiht. Haben Sie ihn um Rat gefragt?
Nein. Ich habe niemanden informiert oder einen Rat eingeholt. Diese Entscheidung habe alleine ich getroffen. Und das mit vollster Überzeugung. Ich wollte einen Neuanfang.

Als der Anschlag geschah, saßen Sie im Dortmunder Mannschaftsbus. Nimmt Sie dieses schlimme Ereignis immer noch mit? Wie haben Sie es verarbeitet?
So ein Ereignis vergisst man nie. Bei mir war es so, dass ich direkt nach diesen Tagen eine extreme Dankbarkeit gefühlt habe. Vor diesem Anschlag hat man viele Dinge für selbstverständlich gehalten. Danach habe ich genau diese Dinge viel mehr geschätzt. Ich hoffe, dass es lange anhält, dass man sich darauf besinnt, was im Leben wirklich wichtig ist. Dankbar zu sein für das, was man hat. Dass es einem gut geht.

Dortmund ist Fußballkultur, 25 000 Fans stehen auf der legendären Südtribüne. Plötzlich ist alles eine Nummer kleiner. Erklären Sie uns das mal?
Es ist anders. Und genau das war mir wichtig. Ich wollte einen Klub haben, der komplett anders ist als Dortmund. Ich wollte nicht von Tag eins an alles miteinander vergleichen. Lars hat mir natürlich viel erzählt und schnell wurde mir klar: Das könnte passen. Übrigens: Für mich ist Bayer kein kleiner Verein.

Haben Sie nicht auch daran gedacht, ins Ausland zu gehen?
Früher ja. Aber aufgrund meiner vielen Verletzungen war für mich klar, dass das keinen Sinn macht. Um ins Ausland zu gehen, musst du topfit sein.

Welche Ziele haben Sie nun?
Für Leverkusen war die letzte Saison ein schweres Jahr. Ich möchte die Mannschaft mit anführen, ich möchte vorangehen und dann wird man sehen, was dabei herausspringt.

Sie haben die Gespräche ohne Berater geführt. Warum?
Weil ich das typische Beratergeschäft nicht mehr brauche. Außerdem habe ich mich mit meinem Bruder ausgetauscht. Das hat gereicht.

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  • PepAncelotti 17.07.2017 19:07 Uhr
    Endlich gibt es mal einer zu.
    Bei den Bayern konnte man es eigentlich sehr gut beobachten, wie immer zufällig ein Spieler fit wurde und der andere plötzlich verletzt ausfiel.
    Und das geht schon seit Jahren so.

    Einerseits ist es verständlich, dass durch die Angabe einer Verletzung, die Qualität des Spielers bzw. der Marktwert weniger sinkt, als wenn der Spieler topfit auf der Ersatzbank weilt, aber kaum spielen darf. Denn dann ist er wirklich als "schlecht" einzuordnen. Bei einem Ausfall wäre der Spieler bloß verletzt, und ein Leistungsabfall wäre kaum sichtbar.

    Blöd ist jetzt für Leverkusen, dass sie für einen Ersatzspieler ganze 15 Mio. hingeblättert haben.
  • Schullek 17.07.2017 19:59 Uhr
    Dass es für Leverkusen reicht, wenn man nicht (mehr) topfit ist, weil man zu viele Verletzungen hatte, die es aber eigentlich gar nicht gab, verwundert einen schon ein wenig...???
  • kullch 17.07.2017 20:32 Uhr
    Merkwürdige Aussagen.Keine Auslandsangebote angenommen, wegen der vielen Verletzungen....
    Aber in Dortmund eigentlich doch nicht verletzt gewesen, bei 8 Einsätzen..
  • joerg-hess 18.07.2017 11:12 Uhr
    Ob er wegen Tuchel gegangen ist, ist die Frage. Jemanden krank zu schreiben obwohl er gesund ist - hat wohl wirtschaftliche Gründe und weniger sportliche.

    Für das Wirtschaftliche sind ja wohl andere zuständig. Ob Dortmund froh sein kann Herrn Tuchel von der Backe zu haben, muss der Holländer ja erst noch beweisen. Hoffentlich wird man sich nicht noch nach Herrn Tuchel sehnen. Für mich ist das ein taktisch hervorragend ausgebildeter Trainer.
  • ulrich-kundoch 18.07.2017 14:51 Uhr
    Wie, Tuchel is weg, und jetzt gehen die wegen dem? Dann kann euer neuer ja wohl auch nicht so toll sein, oder?
  • Webcam 19.07.2017 09:14 Uhr
    Wie hirnamputiert muss man eigentlich sein, wenn man behauptet, Bender geht wegen Tuchel - der bekanntlich vor fast zwei Monaten rausgeschmissen wurde.

    Eher geht er wegen Watzke, der ja leider immer noch da herumturnt und dummes Zeug labert.

    Das Problem ist der aufgeblähte Kader, in dem sich in Abwehr und Mittelfeld zu viele durchschnittliche Spieler Konkurrenz machen.

    Das wird auch Bosz nicht in den Griff bekommen, es sei denn er bekommt eine Sondererlaubnis, 22 Spieler einzusetzen, damit alle zufrieden sind und keiner zur Presse oder zu WAZke rennt, um sich über den Trainer zu beschweren. .
  • via Facebook: Fabian Schwarz 17.07.2017 18:08 Uhr
    Cooler Typ!
  • via Facebook: Tobias Jordan 17.07.2017 18:22 Uhr
    Christian Zerwas
  • via Facebook: Michaela Wald 17.07.2017 18:34 Uhr
    👍👍
  • via Facebook: Harald Msv 17.07.2017 18:34 Uhr
    Toprak geht und Bender kommt. Ich bin mit dem "Tausch" mehr als zufrieden.👍👍
  • via Facebook: Jörg Lindemann 17.07.2017 18:36 Uhr
    Wir werden ihn nie vergessen. Alles Gute, Manni. Ich habe keinen Berater gebraucht. Alleine wegen diesem Satz muss man ihn lieben.
  • via Facebook: Ivan Divérś 17.07.2017 18:37 Uhr
    Christian Stefan
  • via Facebook: Stephan Zupanc 17.07.2017 18:49 Uhr
    Watt sacht der Verein noch gleich, "ECHTE LIEBE" 😂😂😂
  • via Facebook: Bronçeado Dixon Marròn 17.07.2017 19:07 Uhr
    Sehr sympathisch der Kerl
  • via Facebook: Daniel de Lamboy 17.07.2017 19:25 Uhr
    Herr Christian Beckers😳😉
  • via Facebook: Christian Muntau 17.07.2017 19:34 Uhr
    Ganz herber Verlust! Und was ist das denn. Verletzt gemeldet obwohl er fit war! Tuchel ist so ein Arschloch und total unqualifiziert!
  • via Facebook: Stephane Dezort 17.07.2017 19:36 Uhr
    Was macht der Express Reporter Gassmann auf dem Foto?
  • via Facebook: Marcel Seifart 17.07.2017 20:04 Uhr
    Geiler typ. Führt Vertragsgespräche ohne Berater! Wegen solchen typen lieben wir den Fussball!
  • via Facebook: Günter Janzen 17.07.2017 20:12 Uhr
    Einfach nur ein geiler Pöhler und eine noch viel stärkere Persönlichkeit
  • via Facebook: Matthäus Ryko 17.07.2017 20:25 Uhr
    Kein geldgeiler Berater, den Bruder gefragt und gut ist💪🏻 geiler Typ
  • via Facebook: Michael Knoke 17.07.2017 20:36 Uhr
    Und noch einer, der wegen diesem Tuchel dem BVB den Rücken kehrt ..... Tuchel hat so viel kaputt gemacht, gut, dass er weg ist.
  • via Facebook: Robert Hilberth 17.07.2017 20:58 Uhr
    A 60er halt 👏👏😍😍 Maschine und vom Charakter her überragend. jetzt beide Benders und Volland in Leverkusen... und wir kriegen immerhin noch 525.000 Nachschlag für die Ausbildungsvergütung
  • via Facebook: Broda Meise 17.07.2017 21:27 Uhr
    Sebastian
  • via Facebook: Tom Pieper 18.07.2017 08:18 Uhr
    Glückwunsch nach Leverkusen. Solche Typen haben Seltenheitswert.
  • via Facebook: Andreas Gathmann 18.07.2017 14:05 Uhr
    Sympathischer Vogel

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