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Das Wettschießen um das große Geld

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Thomas Tuchel, Thomas Tuchel
Foto: firo

Im Fernduell geht es zwischen dem BVB und Hoffenheim um die Königsklasse. Für Dortmunds Trainer Tuchel könnte es gegen Bremen das letzte Heimspiel sein.

Urlaub ist etwas Feines. Und von dem unmoralischen Angebot hat natürlich auch Thomas Tuchel gehört, der Trainer der Fußballer von Borussia Dortmund. Für die geht es am letzten Bundesliga-Spieltag am Samstag um viel, um sehr viel. Um Platz drei. Denn der, das macht ihn bei allen ambitionierte Klubs so beliebt, ebnet mit jener Sicherheit den Weg zu den Millionen der Champions League, die Wirtschaftsunternehmen zur Planung sehr schätzen.

Ein Sieg gegen Werder Bremen steht der Sache noch im Wege. Vermutlich. Denn die Ausgangslage ist so ganz leicht auch wieder nicht vor dem finalen Akt, der Spannung zu versprechen scheint, Spektakel vielleicht sogar.

Wir wissen, dass am letzten Spieltag schon verrückte Dinge passiert sind.

Thomas Tuchel

Vor jenen letzten 90 Minuten dieser Spielzeit liegen der BVB und Hoffenheim punktgleich auf Platz drei, lediglich die um vier Treffer bessere Tor-Differenz entknittert die schwarz-gelbe Sorgenstirn ein wenig. Aber es ist in Anbetracht einer schon fast zehn Monate dauernden Saison eine Winzigkeit. Vier Tore. Nur vier? Immerhin vier?

Kühle Mathematik
„Wir wissen, dass am letzten Spieltag schon verrückte Dinge passiert sind“, sagt Dortmunds Trainer Thomas Tuchel am Tag vor dem Spiel. Doch Verrücktheiten sind eher nicht seine Sache. Er hält sich an kühler Mathematik fest. „Mit einem Sieg haben wir eine hohe Wahrscheinlichkeit auf Platz drei.“ Das reicht ihm erst einmal. Ein mögliches Wettschießen im Fernduell um Platz drei, bei dem Hoffenheim auf den noch immer abstiegsgefährdeten FC Augsburg trifft, mag er sich als Szenario erst einmal noch nicht vorstellen.

„Es würde nur ablenken, auf den anderen Platz zu schauen.“ Und wenn dort Neu-Nationalspieler Sandro Wagner (elf Saisontore) sowie Andrej Kramaric (15 Saisontore) mit weiteren schnellen Treffern den Druck erhöhen und Dortmunds treffsicherster Schütze Pierre-Emerick Aubameyang (29 Tore) mal einen dieser Tage erwischt, an denen er vom Strand aus das Meer nicht trifft? Tuchel bleibt gelassen: „Die Kunst ist, richtig auf das zu reagieren, was passiert, und sich nicht vorher schon unnötig unter Druck zu setzen.“

Denn Druck ist auch so schon ausreichend vorhanden. Schließlich geht es um den Zugang zum großen Geld der Champions League. Als Viertelfinalist der laufenden Saison verdiente der BVB auf europäischem Terrain allein an Prämien mehr als 30 Millionen Euro. Geld, mit dem beide Klubs gern planen würden. Das kleine Hoffenheim noch lieber als der prosperierende BVB, der zudem die größere Wahrscheinlichkeit besitzt, auch als Vierter noch in die Königsklasse zu geraten.

Großklubs drohen
Die internationalen Meriten der vergangenen Jahre würden der Borussia in den zwei Qualifikationsspielen (15./16. und 22./23. August) rund um den Saisonstart einen eher komfortablen Gegner garantieren, während Europa-Neuling Hoffenheim Großklubs aus Europas Top-Ligen fürchten müsste. Vereine wie Manchester City, FC Liverpool, AS Rom, FC Sevilla oder OGC Nizza, das von Lucien Favre trainiert wird.

Als Trainer müsste man in jedes Spiel so reingehen, weil es immer das letzte sein kann.

Thomas Tuchel auf die Frage, ob dieses Mal etwas anders sei.

„Ich bin aufgeregt, es geht los“, sagt Thomas Tuchel. Dabei könnte für ihn persönlich sogar das Gegenteil der Fall sein. Nach den Streitigkeiten mit der Vereinsführung ist die Zukunft des Trainers ungewiss. Im Anschluss an das DFB-Pokalfinale in Berlin gegen Eintracht Frankfurt soll entschieden werden, ob es mit Tuchel weitergeht. Bislang sieht es nicht danach aus. Die Partie gegen Bremen könnte also sein letztes Heimspiel sein. Fast absurd ist: Fügt sich alles ineinander, könnte er entlassen werden als einer, der in zwei Jahren keine einzige Heimniederlage kassierte. Bislang steht die Serie bei 37 Spielen.

Jedes Mittel ist recht
„Als Trainer müsste man in jedes Spiel so reingehen, weil es immer das letzte sein kann“, sagt Tuchel angesprochen darauf, ob dieses Mal etwas anders sein wird. Alles also wie immer. Nur ein Sieg muss her. Da ist fast jedes Mittel recht.

Der Hoffenheimer Trainer Julian Nagelsmann hatte seinem Bremer Kollegen einen bezahlten gemeinsamen Urlaub in Aussicht gestellt für den Fall, dass der BVB nicht gewinnt. Darf der das? Herr Tuchel? „Eine Woche Urlaub hätte ich problematisch gefunden. Aber eine Woche Urlaub mit ihm... ich sehe den Anreiz nicht.“ Tuchel lacht.

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