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Genclerb. Resse
Kaya über Provokationen in der Kreisliga

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Foto: Joachim Kleine-Büning

Anfang Oktober kam es in der Fußball-Kreisliga A2 bei der Partie zwischen DJK TuS Rotthausen und Genclerbirligi Resse zu einigen unschönen Szenen.

Ein im Vergleich zu den Nachbarstädten Gelsenkirchens ein eher seltener Vorfall. Burhan Kaya, Trainer von Genclerbirligi Resse, erklärt, warum „wir es in Gelsenkirchen eigentlich ganz gut haben“, wo es noch Probleme gibt und wie man den Umgang untereinander in Zukunft noch verbessern könnte.

Herr Kaya, das Spiel Ihrer Mannschaft bei DJK TuS Rotthausen lief nicht gerade glatt ab. Was ist dort passiert?
Unsere Spiele in Rotthausen waren schon immer hitzig, ich weiß gar nicht, warum. In dem Spiel gab es viele Provokationen. Das kann man nie ganz verhindern, aber man darf dann auch einfach nicht darauf reinfallen.

Das ist etwas verwunderlich, denn im Gelsenkirchener Amateurfußball passiert ja beim Thema Ärger und Randale auf dem Platz vergleichsweise wenig.
Ja, das stimmt. Im Vergleich zu beispielsweise Essen läuft es in Gelsenkirchen wunderbar. Wenn ich lese, was zum Beispiel dort in Essen jede Woche los ist, bin ich heilfroh, dass das bei uns nicht so ist. Ich würde mir aber trotzdem wünschen, dass es in Gelsenkirchen noch besser wird.

Was läuft denn in Gelsenkirchen noch nicht so gut?
Wenn ein Trainerkollege nach einem Spiel gegen YEG Hassel II, eine türkische Mannschaft, sagt, es mache keinen Spaß mehr, gegen solche Mannschaften zu spielen, dann klingt das zunächst einmal sehr zweideutig. Da muss man sich einfach klarer ausdrücken. Generell könnte es, was den Respekt untereinander angeht, noch besser werden.

Gibt es da ein konkretes Beispiel?
Wir pflegen es, sehr gastfreundich zu sein. Wir stellen den Gästemannschaften eine Bank und eine Kiste Wasser oder Cola hin. Wenn man das alles macht und bei manchen Rückspielen dann nichts davon zurückbekommt, denken meine Spieler auch: Was ist denn da los? So etwas ist schade.

Spielen bei den Problemen, die aufkommen, auch Vorurteile gegenüber Mannschaften mit ausländischen Wurzeln eine Rolle?
Teilweise schon. Vor der Stadtmeisterschaft habe ich jemandem erzählt, dass wir dort unter anderem gegen die Mannschaft von YEG Hassel spielen. Da bekam ich die Antwort: „Oh je, da kann man ja direkt die Polizei rufen.“ Da denke ich mir: Pack’ dir doch mal an den Kopf. Wegen genau solcher Aussagen passieren doch diese Sachen erst. Ich habe, ehrlich gesagt, Angst, dass türkische Mannschaften negativ in die Schlagzeilen geraten. Denn momentan machen wir auf der Welt genug Schlagzeilen.

Oft heißt es, türkische Spieler seien temperamentvoller als andere Spieler. Ist da tatsächlich etwas dran?
Ja, die türkische Mentalität ist schon etwas anders, feuriger. Man kann uns durch gewisse Sachen schnell hochbringen. Wenn man mich zum Beispiel als hässlich bezeichnet, ist das kein Problem. Aber wenn es rassistisch wird oder die Familie beleidigt wird, da flippen Türken sofort aus, auch auf dem Fußballplatz.

Wo liegt denn bei den wöchentlichen Spielen im Amateurfußball das größte Konfliktpotenzial? Spieler, die sich leicht provozieren lassen und Zuschauer, die vom Spielfeldrand aus auch gerne mal provozieren?
Ich denke schon, dass genau das trifft. Da sollten die Vereine vernünftig Ordner aufstellen, so dass die Zuschauer nicht zu sehr in das Spiel eingreifen können. Die Zuschauer machen bei dem Thema schon viel aus, vor allem in der Kreisliga.

Aber es gibt natürlich auch immer zwei Seiten einer Medaille. Einer, der provoziert, und der andere, der sich dann auch leicht provozieren lässt.
Das stimmt. Und wir versuchen auch, dagegen anzugehen. Ich bin jetzt seit vier Jahren Trainer bei Genclerbirligi Resse. In meinem ersten Jahr kannte ich die Spieler noch nicht so gut, da gab es zwei Spielabbrüche. Nach der Saison habe ich zehn Spieler rausgeschmissen. Ein Trainer ist auch ein Psychologe, man muss mit jedem Charakter in der Mannschaft anders umgehen.

Muss man dabei in der täglichen Arbeit mit dem Team auf die sehr leicht reizbaren Spieler besonders achten?
Nein. Die muss man rausschmeißen! Solche Leute haben im Fußball und auf dem Platz nichts verloren, die können am besten gleich ganz zuhause bleiben. So sehe ich das jedenfalls.

Was sagen Sie denn Ihren Spielern, wie man mit Provokationen umgehen sollte?
Da erzähle ich meinen Spielern gerne eine Situation aus meiner aktiven Laufbahn.

Welche? Erzählen Sie uns diese Geschichte aus Ihrer Zeit als Spieler auch?
In einem Laufduell sind mein Gegenspieler und ich damals zu Boden gegangen, und er hat meine Familie beleidigt. Da habe ich ihn gefragt, ob er sich nicht schämen würde. Er war sieben oder acht Jahre jünger als ich. Nach dem Spiel kam er zu unserer Kabine und hat sich unter Tränen entschuldigt. Das hat mich sehr gefreut. Und es zeigt, wie man mit Provokationen umgehen sollte.

(5) Kommentare

Kreisliga A 2

Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 SV Horst-Emscher 08 II 21 17 2 2 58:12 46 53
2 Genclerbirligi Resse 21 17 1 3 83:20 63 52
3 Firtinaspor Gelsenkirchen 21 14 0 7 59:31 28 42
4 DJK TuS Rotthausen 1910 21 12 3 6 56:30 26 39
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 Genclerbirligi Resse 11 9 1 1 48:11 37 28
2 SV Horst-Emscher 08 II 10 8 2 0 35:4 31 26
3 Teutonia Schalke 1921 10 8 1 1 30:15 15 25
Pl. Mannschaft Sp g u v Tore Diff Pkt.
1 SV Horst-Emscher 08 II 11 9 0 2 23:8 15 27
2 Genclerbirligi Resse 10 8 0 2 35:9 26 24
3 DJK TuS Rotthausen 1910 11 6 2 3 32:14 18 20
4 SV Heßler 06 11 6 1 4 33:26 7 19

Transfers

Genclerbirligi Resse

Genclerbirligi Resse

21 H
Preußen Sutum 1948
Sonntag, 19.03.2017 15:00 Uhr
5:1 (-:-)
22 A
Blau Weiß Gelsenkirchen 1920
Sonntag, 26.03.2017 15:00 Uhr
-:- (-:-)
23 H
DJK TuS Rotthausen 1910
Sonntag, 02.04.2017 15:00 Uhr
-:- (-:-)
21 H
Preußen Sutum 1948
Sonntag, 19.03.2017 15:00 Uhr
5:1 (-:-)
23 H
DJK TuS Rotthausen 1910
Sonntag, 02.04.2017 15:00 Uhr
-:- (-:-)
22 A
Blau Weiß Gelsenkirchen 1920
Sonntag, 26.03.2017 15:00 Uhr
-:- (-:-)

Torjäger

Genclerbirligi Resse

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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  • Lackschuh 25.01.2017 07:26 Uhr
    Verantwortlich sind einzig die Verursacher und dafür brauch so ein Interview ohne Inhalt mit Platitüden nicht! Mit diesen Zeilen kann ich unter dem Strich nichts anfangen und die völlig unakzeptable Lage verändert sich damit auch nicht! In den unteren Klassen ist nicht nur der Fußball unterklassig, sondern auch das Hirn! Diesen Trainer feiert man womöglich für seine Worte innerhalb der Reihen auch noch.
  • Asterix 25.01.2017 08:38 Uhr
    Lieber Herr Kaya,

    Sie sollten nicht unerwähnt lassen, dass es ein Verantwortlicher Ihres Vereins war, der sich zu einer Handgreiflichkeit gegenüber der Spielerbank des Gastgebers hinreißen lies und somit entscheidend dazu beitrug, dass die Partie nicht in die Fairplay Historie einziehen wird.
    Das nach dem Spiel aus der Jubeltraube ihrer Spieler, (völlig verdienter Sieg) gezielt halbvolle Glasflaschen in Richtung der DJK TuS Akteure geworfen wurden, war sicherlich als deeskalierende Maßnahme ihrer Akteure gedacht und wurde von den Spielern und Zuschauern der Rotthauser fehlinterpretiert.

    Ich wünsche ihrem Verein den direkten Aufstieg in die Bezirksliga.
    Die dortigen Vereine freuen sich sicherlich schon auf ihrer "etwas feurigere" Spielweise.
  • Toad 25.01.2017 15:35 Uhr
    Zitat:"Aber wenn es rassistisch wird oder die Familie beleidigt wird, da flippen Türken sofort aus, auch auf dem Fußballplatz."

    Ich glaube, dieser Satz sagt doch alles. Solange man es zulässt, dass Gewalt als Lösung irgendeines Konfliktes akzeptiert und als Rechtfertigung für gekränkt kleine Egos herangezogen wird, braucht man gar nicht weiter diskutieren.
    Auch ich liebe meine Familie und würde sie gegen jeden Angriff verteidigen, nur auf welche Art und Weise, dass zeugt dann von Größe, Ehre und all den anderen Werten, die so manchem Sportskameraden so wichtig sind.
  • Trudero 1957 25.01.2017 17:29 Uhr
    Meine Güte ne.Ich kann den ganzen Quatsch von Ehre und so'n Mist nicht mehr hören.Wir leben doch nicht mehr im Mittelalter
  • Pirat 26.01.2017 07:34 Uhr
    Mir schwillt der Hals! Gerade Genc. Resse fällt doch regelmäßig aus der Rolle. Dabei sind es auch gerade der Trainer, sowie Vorstandsmitglieder, die am Rand die Stimmung heftig anheizen.

    Und dann sind es immer die anderen, die natürlich provozieren! Als Mittel gegen diese Provokationen bleibt dann natürlich nur die Gewalt übrig. Anderes hat man leider nicht beigebracht bekommen. Ach ja, und das südliche Temperament, das feurige Blut......
    Einfach nur traurig.

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