Kreis DU/MH/DIN: SV Duissern wird Wanheimerorter Filiale

Zwei Mannschaften, ein Ziel

Am liebsten würde man beim SV Duissern nach der laufenden Saison die Sektkorken gleich zwei mal knallen lassen: Die Verantwortlichen und Spieler des 1923 gegründeten Klubs träumen von einem Doppelaufstieg beider Senioren-Mannschaften. Eine Sache, die zuletzt 1992 gelang und somit wohl nur noch eingefleischten Kennern des Vereins in Erinnerung ist, als die Erste in die Bezirksliga aufstieg und die Zweite gleichzeitig den Sprung in die Kreisliga A schaffte. Doch das ist verstaubte Vergangenheit in Duissern. Der Hauptsponsor stieg in den folgenden Landesliga-Jahren aus, was den Abgang bis in den Kreisligen-Bereich zur Folge hatte, wo der SV Duissern immer noch steht.

Will mit dem SV Duissern zurück in die Kreisliga A: Ralf Gemmer, Spielertrainer der ersten Mannschaft

Bis zum angepeilten Ziel ist es noch ein weiter Weg. Besonders für die zweite Truppe, die nach zwei Spieltagen noch immer ohne Punkt da steht. Im Gegensatz dazu sind die ersten beiden Pflichtkicks für die erste Elf, die in der Kreisliga B spielt, nach Plan verlaufen. "Wir haben jetzt vier Punkte in zwei Partien geholt, wobei das Unentschieden am letzten Spieltag unnötig war", klärt Ralf Gemmer, Spieler-Trainer der ersten Garnitur, auf und fügt lächelnd an: "Außerdem habe ich bald meine Verletzung auskuriert, dann bin ich auch wieder da."

Nach dem vierten Platz in der Vorsaison peilt man an der Esmarchstraße unverhohlen die Rückkehr in die Kreisliga A an. "Das ist unser erklärtes Ziel", bestätigt Gemmer, der in sein zweites Jahr in dieser Position beim Verein geht. Mindestens vier Teams zählen zu den Mitfavoriten: Schwarz-Weiß Duisburg, das erst in der Relegation am HSV Hilal scheiterte, Taxi Duisburg und die jeweiligen Zweitvertretungen vom SV Wanheim und DSV 1900. "Gerade bei den Zweitvertreungen weiß man nie, was einen erwartet. Da sind auch schon ab und an mehr als eine handvoll Akteure aus der ersten Mannschaft", weiß der Coach aus Erfahrung zu berichten. Doch auch sein Team ist mit Akteuren besetzt, die auch schon höherklassig gespielt haben. So sind alleine vom A-Ligisten DJK Wanheimerort aktuell zehn Akteure nach Duissern gewechselt. "Dass so viele Leute aus Wanheimerort zu uns gekommen sind, ist Zufall. Ich hatte mit drei Spielern Kontakt und dann haben die gleich noch ihre Freunde mitgebracht, weil sie unbedingt alle in einem Team spielen wollen. Das hat uns sicher gestärkt. Wir sind auf jeden Fall gut gewappnet", sagt der 34-jährige ehemalige Landesliga-Akteur selbstbewusst.

Auf Seite 2: Die zweite Mannschaft will trotz des verpatzten Saisonstart unbedingt in die Kreisliga BBei der zweiten Mannschaft indes sieht es nach dem verkorksten Saison-Start weniger rosig aus. Doch Markus Pertersen, Pressewart der Kreisliga C-Elf, erklärt optimistisch: "Wir weichen auf gar keinen Fall von unserem vor der Saison ausgegebenem Ziel ab. Die Spielzeit ist noch lang und wir wollen endlich aus der untersten deutschen Spielklasse raus."

Die Anzeichen dafür, dass es klappt, stehen rein formell gesehen, gar nicht schlecht. Platzierte sich das Team in den vergangenen Jahren immer schon in der oberen Tabellenregion, so hat man sich für diese Spielzeit auch noch verstärkt. Neben diversen A-Liga-erfahrenen Kickern, steht mit Sebastian Stolz sogar ein ehemaliger Bezirksliga-Spieler im Kader von Trainer Christian Müller. Des Weiteren verweist Petersen auf die große Konkurrenzsituation in der Abwehr und im Mittelfeld. Lediglich im Sturm fehlen Alternativen.

Wollen endlich die Kreisliga C verlassen: Die Kicker des SV Duissern II

Dort stehen mit Ingo Ebelt, Andre Polenz und Shaip lediglich drei Offensiv-Kräfte zur Verfügung. "Das war unser erklärtes Ziel, dass wir jede Position doppelt besetzt haben. Auch in der Kreisliga C kann man professionell arbeiten", beschreibt Petersen die Vorteile des aktuell 24 Mann zählenden Kaders. So weicht man auch nach dem klassischem Fehlstart nicht von der Vorgabe ab. "Schon zum nächsten Spiel stehen uns wieder vier Stammspieler mehr zur Verfügung", erklärt Petersen den Fehlstart, "wir sind ein bunt gemischter Haufen, der zum Teil schon seit zehn Jahren zusammen spielt. Das ist unser Vorteil."

Ein Manko im Verein ist sicher die Tatsache, dass es aktuell im Jugendbereich schlecht aussieht. "Wir verfügen nur über eine B-Jugend", gibt Gemmer bekannt, "und seit letzter Woche haben wir eine Bambini-Mannschaft. Aktuell sind wir auf Spielereinkäufe angewiesen, aber das ändert sich hoffentlich bald." Pläne zur Schaffung weiterer Jugendmannschaften sind konkret, denn sie sind das "A und O für einen guten Verein", betont Gemmer.

Heiko Gaeb


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