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EM 2016
Trotz Ronaldo-Ausfall: Portugal Europameister!

(14) Kommentare

Portugal hat sich nach dem Tränen-Drama um Cristiano Ronaldo mit dem ersehnten ersten EM-Titel gekrönt und Gastgeber Frankreich in Schockstarre versetzt.

Joker Eder wurde am Sonntag im Final-Krimi der Fußball-Europameisterschaft mit seinem Fernschuss-Treffer beim glücklichen 1:0 (0:0) nach Verlängerung zum gefeierten Helden. Der Équipe Tricolore um Torschützenkönig Antoine Griezmann blieb hingegen der dritte EM-Titel nach 1984 und 2000 verwehrt.

Superstar Ronaldo wurde nach einem bösen Zusammenprall mit Dimitri Payet bereits nach 25 Minuten verletzt vom Platz getragen, weinte wie beim verlorenen EM-Endspiel 2004 bitterlich - und durfte am Ende doch auf der Bank wie entfesselt jubeln. Mann des Abends vor 75 868 Zuschauern im Stade de France war der spät eingewechselte Eder vom OSC Lille, der in der 109. Minute aus der Distanz flach ins linke Eck traf und seine krisengeplagte Heimat ins Glück stürzte.

Frankreichs Erfolgscoach Didier Deschamps hatte auf die Startelf vertraut, die zuvor schon Island und Weltmeister Deutschland aus dem Turnier befördert hatte. Die starke Bilanz von zehn Siegen in den vergangenen zehn Spielen gegen Portugal verlieh den Franzosen zusätzlich Selbstvertrauen. Wie die zahlreichen Falter, die den beiden Finalisten beim Aufwärmen zugesetzt hatten, schwärmten die Gastgeber zunächst aus. Aggressiver als in jedem ihrer sechs Auftritte zuvor bedrängten die Franzosen die Portugiesen, die damit sichtbar Probleme hatten und immer wieder schnell den Ball verloren.

Schon nach sieben Minuten dann eine Schlüsselszene: Payet rauschte aus vollem Lauf in einen Zweikampf mit Ronaldo, knallte mit seinem Oberschenkel gegen das linke Knie des dreimaligen Weltfußballers. Ronaldo krümmte sich unter Schmerzen am Boden, der englische Schiedsrichter Mark Clattenburg ließ jedoch weiterlaufen. Für Ronaldo allerdings war in diesem Moment das nächste Finaldrama nach dem 0:1 im Endspiel der Heim-EM 2004 gegen die Griechen schon perfekt.

Zweimal ließ sich der Superstar von Real Madrid behandeln, weinte bittere Tränen, versuchte es mit einem Tape-Verband nochmal, aber es ging einfach nicht mehr. In der 25. Minute musste sich der EM-Rekordspieler in seinem 21. Einsatz bei Europameisterschaften auf einer Trage vom Platz bringen lassen, Ricardo Quaresma ersetzte ihn. Die ganz auf Ronaldos geniale Momente zugeschnittene Taktik von Trainer Fernando Santos war damit dahin.

Das Team um Bayern Münchens Neuzugang Renato Sanches, der im Alter von 18 Jahren und 327 Tagen als jüngster Spieler in einem EM-Finale auflief, stand ohnehin unter Dauerdruck. Auch der zuvor verletzte Abwehrchef Pepe und der im Halbfinale gesperrte Mittelfeldspieler William Carvalho hatten reichlich Mühe mit dem Ansturm der Franzosen.

Top-Torjäger Antoine Griezmann und Sturmpartner Olivier Giroud hatten schon in der 10. Minute mit Kopfbällen Portugals Torhüter Rui Patricio ins Schwitzen gebracht. Angetrieben wurden die Hausherren in dieser Phase vor allem vom überragenden Moussa Sissoko. In der 34. Minute hatte Sissoko die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber nach feiner Drehung an Rui Patricio.

Allmählich aber fassten die Portugiesen nach dem Ronaldo-Schock wieder Mut. Weil die Franzosen es nun etwas an der Präzision im Aufbauspiel vermissen ließen, verlor die Deschamps-Elf zunehmend an Schwung. Spätestens jetzt wussten die Gastgeber, dass diese Partie trotz der Serie von drei Siegen in drei großen Turnierspielen gegen Portugal kein Selbstläufer werden würde. In den EM-Halbfinals von 1984 und 2000 und zuletzt im WM-Halbfinale 2006 hatten stets die Franzosen die Oberhand behalten.

Diesen Fluch des Scheiterns wollten die Schützlinge von Coach Santos endlich loswerden. Nach dem Pausenpfiff wirkten sie deutlich sicherer und hatten nun auch mehr Ballbesitz, weil sie von den Franzosen nun nicht mehr so forsch in der eigenen Hälfte attackiert wurden.

Mit der Einwechslung von Bayern-Flügelspieler Kingsley Coman versuchte Deschamps, der Équipe tricolore wieder mehr Esprit zu verleihen. Prompt fand Coman mit einer Flanke den Kopf des lange unauffälligen Griezmann, der jedoch den Ball aus sechs Metern über das Tor setzte (66.).

Giroud fand in der 75. Minute ebenso seinen Meister im glänzenden Rui Patricio wie Sissoko mit seinem Klasse-Fernschuss neun Minuten später. Als dann auch der eingewechselte André-Pierre Gignac in der Nachspielzeit am Pfosten scheiterte, ging es in die Verlängerung. Inzwischen wurde es historisch: Noch nie war ein EM-Finale nach 90 Minuten torlos geblieben.

Nun kam auch Ronaldo zurück aus der Kabine, feuerte seine Kollegen an. Und es half. Die Portugiesen waren nun das etwas mutigere Team. Beim Latten-Freistoß des Neu-Dortmunders Raphael Guerreiro in der 108. Minute hatten die Franzosen noch Glück. Doch dann schlug Eder zu - und mit dem begeisterten Ronaldo jubelte ganz Portugal.

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  • Carlos1 11.07.2016 00:11 Uhr
    Einfach traurig das man mit so einem Fußball irgendeinen Blumentopf gewinnt.....
  • lapofgods 11.07.2016 00:48 Uhr
    Tolles Spiel. Toll, dass sowas gegen alle Widrigkeiten möglich ist. Davon lebt der Fußball. Nicht von Bayern oder Real.
  • null-siebener 11.07.2016 09:28 Uhr
    Schön das grobe foul an ronaldo als zusammenprall zu bezeichnen. Während payet mit einem bein den ball spielt, geht er mit dem anderen knie (nicht oberschenkel wie beschrieben) gezielt auf das standbein von ronaldo. Und jeder weiß, wenn das ganze gewicht auf dem bein steht, kann es nicht weg und nachgeben kann dabei nur das knie.
    Also nix aus versehen. Das war ein gezielter anschlag den superstar aus dem spiel zu nehmen.
    Ändert aber auch nix an der tatsache, dass das defintiv das schlechteste finale aller zeiten war.
  • dirk-preu 11.07.2016 13:03 Uhr
    Leider ist Portugal der unverdienteste Europameister aller Zeiten. Seit Jahren immer den selben gähn Fußball. Aber was solls. Sie sind jetzt Europameister undie schuld hat die UEFA mit ihren wahnwitzigen Ideen. Dieser Modus gehört abgeschafft. Genauso wie die EM 2020 in gefühlten 300 Ländern. Und diese Nationen Liga. Was soll das? Wo soll das hinführen? Bitte liebe UEFA, jetzt wo Platini weg, neue Reformen und zurück zum alten modus. Macht den Fußball nicht kaputt.
  • Willi_Lippens_3000 11.07.2016 13:41 Uhr
    Null-Siebente
    Genauso sieht es aus.
    Zusammenprall.......lächerlich.
  • Tom-MS 11.07.2016 19:51 Uhr
    Armseliges Endspiel ! Eigentlich habe Teams nicht einmal die Teilnahme am Endspiel verdient. Griezmann und Pogba sind gute Fußballer; aber keine Stars.
  • via Facebook: Rustin Cohle 10.07.2016 23:51 Uhr
    Ohne Ronaldo wären sie nicht im Finale gewesen.
  • via Facebook: Jürgen Nagels 10.07.2016 23:57 Uhr
    Frankreich, danke für dieses Finale. Glückwunsch Portugal.
  • via Facebook: Björn Opioka 10.07.2016 23:58 Uhr
    wie?war irgendwas?
  • via Facebook: Renate Adams 11.07.2016 00:13 Uhr
    Un verdient oder
  • via Facebook: Rustin Cohle 11.07.2016 00:21 Uhr
    Schöne Bilder,was für eine Freude! Glückwunsch Portugal. Wer es bis ins Finale schafft und dieses auch noch gewinnt,der hatte einfach verdient. Hut ab vor dieser Willensleistung.
  • via Facebook: Marco Rudolph 11.07.2016 05:49 Uhr
    Es muss heißen : wegen Ronaldo - Ausfall verdienter Europameister. Endlich war mal ein Team auf dem Platz. Ronaldo hätte als Einzelkönner besser Tennisspieler werden sollen. Trotzdem toller Fussballer, leider stört sein Ego
  • via Facebook: Pascal Schmidt 11.07.2016 08:09 Uhr
    Die schlechteste EM seit langem, gekrönt vom schlechtesten Europameister aller Zeiten. Ein EM, der in der Todesgruppe mit Österreich, Ungarn und Island gerade so dritter wird und im gesamten Turnier ein einziges Spiel in 90min gewinnt, ist einfach unwürdig, die "beste Mannschaft Europas" zu sein...
  • via Facebook: Christian Lemm 11.07.2016 10:35 Uhr
    Wie oft hat sich Deutschland so durch ein Turnier gewurstelt? Und wie egal fanden das dann alle, wenn am Ende ein Titel stand? Portugal mit zäher Vorrunde (da aber sehr offensiv mit zahlreichen Torschüssen), taktischer Meisterleistung gegen Kroatien, Kampf und Krampf gegen Polen, einer souveränen Vorstellung gegen Wales und gestern mit einem Schuss Glück, das man auch braucht. Ronaldo entgegen aller anderslautenden Aussagen mannschaftsdienlich, Pepe überragend, Rui Patricio fehlerfrei.

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