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1.FC Wülfrath: Lewis und Gerald Asamoah über Neid, Gegenspieler und Zukunft

"Es hat Vor- und Nachteile, Bruder von Gerald zu sein"

Der namhafteste Neuzugang des 1.FC Wülfrath ist ohne Frage Asamoah. Gut, es ist in der Tat nicht Nationalspieler Gerald, der bekanntlich nach wie vor sein Geld beim FC Schalke 04 verdient, dafür aber sein kleiner Bruder Lewis. Der 23-Jährige ist wie sein prominentes Familienmitglied Angreifer und soll der Offensive des Verbandsligisten neue Impulse geben. Jüngst hat Gerald vorgemacht, wie es sein muss. Im Erstrundenmatch des DFB-Pokal gegen den Oberligisten Eintracht Trier traf der Nationalspieler beim klaren 9:0 gleich drei Mal, bereitete zudem drei weitere Treffer vor und zeigte sich gerüstet für den Bundesliga-Auftakt am Freitag in Stuttgart. Wie es zu dem Wechsel kam und was Lewis Asamoah in der Zukunft noch vor hat, erklärten er und sein Bruder im großen RS-Interview.


Lewis Asamoah, wie kam es dazu, dass es Sie wie vor ein paar Jahren Ihren Bruder von Hannover in den Westen zog?

Der Schritt nach Wülfrath ist für mich auf jeden Fall ein Neuanfang. In Hannover gibt es keinen Verein außer 96, wo man richtig was erreichen kann. Das ist im Ruhrgebiet anders, da hat man viel mehr Möglichkeiten.

Wieso hat es in der Oberliga in Hannover mit dem Durchbruch nicht geklappt?
Gerald: Bei Arminia Hannover saß er meistens nur auf der Bank und jetzt hat er zwar von der Liga her einen Schritt zurück gemacht, aber es ist gut, dass er mich jetzt in der Nähe hat und ich auf ihn aufpassen kann. In Hannover war er auch sehr häufig alleine, weil meine Mutter oft bei mir war. Und deshalb hat er es locker angehen lassen. Ich hoffe, dass er jetzt auch dadurch, dass wir bei ihm sind, das schafft, was er sich vorgenommen hat.
Lewis: Außerdem musste Arminia zwangsabsteigen, weil der Verein konkurs gegangen ist.

Wie kam es dazu, dass es ausgerechnet Wülfrath wurde?

Gerald: Mein bester Freund Timo Mahner, der derzeit leider verletzt ist, spielt seit dieser Saison für den 1.FC und dadurch kam auch der Kontakt zustande. Jetzt bin ich gespannt, wer sich im Konkurrenzkampf durchsetzt, wenn Timo wieder fit ist, schließlich sind sowohl er als auch Lewis Stürmer.

Waren auch noch andere Clubs im Visier?

Gerald: Nein, es hat mit Wülfrath sofort geklappt. Er hat ein Probetraining gemacht und dann hatte der Verein schnell Interesse. Ich bin froh, dass ich nie in dieser Situation steckte. Es ist doch unheimlich schwer, du kommst in eine neue Mannschaft, kennst keinen und musst in wenigen Tagen zeigen, was du drauf hast. Deshalb bin ich froh, dass es bei Lewis direkt funktioniert hat. Außerdem ist er erst relativ spät dazugekommen. Eigentlich hat der Transfer nur durch die Verletzung von Timo geklappt.

Sie waren bei den Verhandlungen dabei, oder?

Gerald Asamoah


Ich habe mir das Training von ihnen angeschaut, aber als es um den Vertrag ging, habe ich mich rausgehalten. Lewis ist alt genug, um zu wissen, was er will. Ich bin froh, dass mein Bruder bei einem Verein untergekommen ist, der Perspektive hat. Und außerdem kann er sich auch für andere Teams empfehlen. Wenn er sich dann wirklich gut präsentiert, hat er auch die Chance, noch höher zu kommen.

Lewis, wie lauten Ihre Eindrücke vom neuen Club?

Es gefällt mir in Wülfrath sehr gut. Wir haben eine klasse Platzanlage mit ein paar Spielfeldern. Es ist eigentlich alles da, was man braucht.

Was halten Sie von den neuen Kollegen?

Wir haben eine gute Mannschaft, sind auf allen Positionen doppelt besetzt. Leider kann ich nur schwer einschätzen, wo wir im Vergleich zu den anderen Truppen stehen. Ich kenne die Teams, gegen die wir spielen, nicht, deshalb kann ich auch keinen Vergleich mit der Oberliga in Hannover ziehen.

Ihr neuer Trainer Frank Kurth hat Sie schon nach ein paar Einheiten gelobt.

Das ehrt mich. Ich freue mich, dass er schnell erkannt hat, dass ich gewisse Qualitäten mitbringe.

Wie schätzen Sie ihn nach ein paar Wochen ein?

Er hat schon richtig was drauf und ist sehr ehrgeizig. Allerdings ist er auch immer wieder für einen Scherz gut, es macht einfach Spaß unter ihm. Er macht viel mit den Torhütern, wahrscheinlich dadurch, dass er selbst mal zwischen den Pfosten stand. Aber auch unser Co-Trainer Andreas Berkenkamp macht viele Übungen mit uns. Die beiden sind auf jeden Fall ein gutes Duo.

Wie läuft die Vorbereitung?

Ich bin ganz zufrieden, allerdings habe ich jetzt seit drei Wochen ein paar Probleme am Fuß, ansonsten ist wirklich alles super.

Hat die Entscheidung, in den Westen zu gehen, auch was mit der Nähe zum Bruder zu tun?

Lewis: Es ist in der Tat ein riesengroßer Vorteil, jetzt in der Nähe von meinem Bruder zu sein. Ich will hier aber meinen Weg gehen und mein Bruder unterstützt mich dabei.
Gerald: Natürlich freue ich mich darüber, dass Lewis jetzt näher bei mir ist. Es kann aber doch sogar sein, dass ich nächstes Jahr gar nicht mehr hier bin. Er muss selber klar kommen, zusehen, dass er sich schnell empfiehlt. Wie schon gesagt, vielleicht hat er nach diesem einen Jahr schon Angebote, zum Beispiel vom Wuppertaler SV oder einem anderen Verein, der ziemlich weit oben mitmischt.

Außerdem können Sie sich jetzt die Spiele voneinander anschauen?

Foto: firo.


Lewis: Das stimmt. Die letzten Jahre konnte ich leider nicht so oft auf Schalke sein, weil ich relativ weit weg war, aber jetzt werde ich natürlich häufiger auf dem Gelände vom S04 zu sehen sein.
Gerald: Nun werde ich die Verbandsliga so intensiv verfolgen wie noch nie zuvor. Jetzt darf ich erst recht keine RevierSport-Ausgabe mehr verpassen. Ich werde mir so häufig wie möglich Partien von Lewis ansehen. Wülfrath wird fast immer sonntags spielen, dann hoffe ich bei uns auf viele Samstagsmatches. Vorher war es immer so, dass ich nie die Zeit hatte, mal nach Hannover zu fahren, um mir eine Begegnung vom Lewis anzusehen, das ist aber jetzt einfacher.

Lewis, glauben Sie, durch Ihren prominenten Bruder werden die Verteidiger Sie härter rannehmen als andere Stürmer?

Ja, das ist schon passiert. Es spricht sich natürlich schnell rum und die Leute wollen es mir dann eben zeigen. Es hat Vor- und Nachteile der Bruder von Gerald zu sein.

Wenn Sie sich selbst charakterisieren müssten: Wo liegen Ihre Stärke, woran müssen Sie noch arbeiten?


Im Zweikampf und im Kopfballspiel sehe ich meine Stärken. Die große Schwäche ist mein linker Fuß, daran muss ich noch eine Menge tun. Bis jetzt ist der nur zum Stehen da. Auch in Sachen Fitness bin ich noch nicht da, wo ich gerne hin möchte. Es wartet auf jeden Fall noch Arbeit auf mich.
Gerald: Lewis hat eine Menge Potenzial, viel Talent. Das große Problem ist, dass er einfach nicht den unbedingten Willen hat. Ich bin wahrscheinlich nur da, wo ich jetzt bin, weil ich einen unbändigen Ehrgeiz habe.

Stimmt das?

Lewis: Ja, mein Bruder ist eben viel ehrgeiziger als ich. Den Schuh muss ich mir anziehen. Mir muss man eben immer wieder in den Arsch treten. Das ärgert mich im Nachhinein selber ein bisschen. Vielleicht hätte ich bisher schon mehr erreichen können, wenn ich auch was dafür getan hätte. Aber jetzt habe ich in Wülfrath eine neue Chance, die ich nutzen muss.

Waren Sie schon mal neidisch auf Ihren Bruder, weil der die große Karriere gemacht hat und Sie nicht?

Ganz im Gegenteil, ich bin unheimlich stolz auf ihn, wie eigentlich die ganze Familie. Es ist toll, was er erreicht hat. Er hat auch eine Menge dafür gearbeitet und sich das redlich verdient. Dass mir nicht das gleiche Glück widerfahren ist, muss ich mir selbst ankreiden.

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