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Im Schatten von Facebook
Die Bedeutung von Twitter und Instagram als Newsquelle

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Foto: firo

Facebook-Dämmerung, Netzwerk der älteren Generation: Hartnäckige halten sich die Abgesänge auf Zuckerbergs Social-Media-Allrounder.

Fakt ist: Facebook bleibt weiterhin das weltweit führende Online-Netzwerk. Deutlich ist der Vorsprung zu den Konkurrenten Twitter und Instagram, die auf dem Markt nur schwer aus ihrer Nische herausfinden - aber gerade im Sportjournalismus ihre Daseinsberechtigung unterstreichen.

Mit über 1,5 Milliarden aktiven Usern beherbergt Facebook mehr als doppelt so viele Nutzer als Instagram (400 Millionen) und Twitter (316 Millionen) zusammen, wie jüngste Zahlen aus dem November 2015 zeigen. Auch auf dem Mobilmarkt, worauf Twitter und Instagram konzeptionell seit je ihren Fokus legten, rangiert der Branchen-Primus weit vorn. Neben dem Facebook Messenger (700 Millionen) zählt schließlich auch Whatsapp (900 Millionen) seit 2014 zum Zuckerberg-Imperium.

Um den Anschluss nicht zu verlieren, erwägt Twitter nun sogar, sich von seinem Markenzeichen zu verabschieden und die 140-Zeichen-Grenze aufzubrechen. Eine Reaktion auf die immer allumfassenden, neuen Funktionen, die der Facebook Messenger ankündigt.

#Twitter: Die schnellere Agentur
Während Facebook die erste Adresse der Internet-User sein mag, sollte sich jedoch Twitter alleine schon wegen seiner Live-Ausrichtung als primäres Tool in Sportredaktionen etabliert haben. Längst haben die Vereine den Kurznachrichtendienst als direkten Kommunikationskanal angenommen und verkünden dort Breaking News, Transfers und Reaktionen kurz und knapp zuerst.

Twitter first: Wer dem blauen Vogel folgt ist mittlerweile schneller im Bilde als mit den Agenturen. Die sozialen Netzwerke haben auch das Tempo des Sportberichterstattung weiter angehoben. Geschichten, Shitstorms und Skandale kochen binnen Stunden hoch und ab – nicht mehr zwangsläufig über den Tagesrhythmus, den vor Jahren noch die Print-Erzeugnisse vorgaben.

Mit der richtigen Timeline ist Twitter sogar die Agentur mit dem besonderen Plus: Denn neben dem reinen Informationsgehalt von Nachrichtenseiten, Athleten, Verbänden und Vereinen bekommt ein Redakteur unmittelbar nach einem Ereignis ein erstes Stimmungsbild mit: #UnstrittigerElfmeter, #nichtnachvollziehbareTrainerentlassung, #hässlichesneuesHeimtrikot.

# Instagram als letztes Schlüsselloch für Reporter
In einer Zeit, in der Clubs ihre Stars völlig abschotten, sind die Sozialen Netzwerke quasi das letzte Schlüsselloch, das einen – gelenkten, aber oftmals auch spontanen - Blick hinter die Kulissen und Freizeitaktivitäten der Sportler erlaubt. Da ein Bild oder kurzer Video-Schnipsel oft mehr sagt als tausend Worte, ist Instagram für viele Athleten das bevorzugte Medium geworden, um sich auszudrücken. Das Smartphone ist überall schnell parat - manchmal gar unbedacht voreilig: Hinter jedem Post kann eine Nachricht lauern. Gelegentlich sogar ein kleiner Skandal.

Dass seitens Redaktionen Instagram bloß stiefmütterlich verwendet wird, hat einen einfachen Grund: Die Verlage sehen keinen Nutzen darin, schließlich produziert die einzig mobil bespielbare App weder Traffic für eigene Angebote, noch verkauft sie Premium-Content. Zwar leitet Instagram seit kurzem geschaltete Werbung beispielsweise um in den App-Store, direkte Verlinkungen in gewöhnlichen Posts sind jedoch nicht möglich. Denkbar ist, dass Instagram in dieser Hinsicht in Zukunft einlenkt und die digitale Käseglocke entfernt. Noch wurde diese Funktion allerdings nicht angekündigt.

# Mit Markenbewusstsein Traffic kreieren
Wenn es um Erhöhung der Reichweite geht, sollten Medien jedoch weniger über Posts an sich und kurzfristige Klicks nachdenken, sondern über Markenbewusstsein. Als reiner Tund direkter Trafficbooster versagt Twitter nämlich bekanntlich – ganz im Gegensatz zu Facebook.

Vor allem in Deutschland wächst das Unternehmen trotz aller Bemühungen nur schwer und genießt nicht den Stellenwert, den es in anderen Ländern einnimmt. Dabei zeigt der Blick über die Grenze, dass Journalisten, Medienhäuser und Blogger es schaffen, sich auf der Plattform als Marke zu positionieren und sich direkt mit den Lesern zu vernetzen.

National zeigt das Beispiel Spielverlagerung.de, wie man auch hierzulande Twitter erfolgreich nutzen kann, um Wachstum zu generieren: Die Tweets und Dialoge mit den Taktik-Nerds erzeugten in dem Netzwerk so viel Aufmerksamkeit, dass die Blogger am Ende unter anderem für Medienkooperationen mit dem ZDF oder 11 Freunde gebucht wurden. Spielverlagerung.de ist unter Sportfans längst zu einem Begriff geworden. Das letztendliche Wachstum der Website resultierte vor allem aus einer erfolgreichen und authentischen Etablierung der Marke auf Twitter, nicht durch SEO oder Clickbaiting.

# Aussicht
Übertragen auf Instagram bedeutet dies, dass die Plattform durchaus Potenzial hat, neue User an ein Medium zu binden – wenn man es versteht, ich als Marke zu präsentieren und nicht in einzelnen Posts denkt. Gerade aus demographischer Sicht ist dies ein Faktor, den Verlage, denen nur wenig junge Printleser nachwachsen, bei der Suche nach Kunden der Zukunft in Betracht ziehen sollten. In den Niederlanden hat die Wochenzeitschrift Voetbal International bereits angefangen, seine Aktivitäten auf Instagram massiv auszubauen.

Anzeichen, dass sich innerhalb der Redaktionen an Twitters Rolle als schnellstes und internationales Recherchetool so bald etwas ändern wird, deuten sich nicht an. In dieser Funktion allerdings bleibt das Soziale Netzwerk jedoch weiterhin unschlagbar und unverzichtbar.

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