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Chancen und Risiken des Roboterjournalismus
1:0 für den Algorithmus

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Foto: firo

Die künstliche Intelligenz hat den Journalismus erreicht. Die Publisher beschäftigt fast alle dieselbe Frage.

Wie bekommt man Content auf die eigene Seite? Am besten günstig und ohne viel Arbeit. Speziell in den Bereichen, wo Texte mit einer großen Menge an Daten immer nach dem gleichen Muster erstellt werden. Die Antwort: Durch automatisch generierten Content - auch Roboter-Journalismus genannt. Also Algorithmen, die selbstständig Nachrichtentexte verfassen können. Ein großer Vorteil dieser Technik ist es, dass große Datenmengen in Sekunden analysiert werden können. Als das Thema zum ersten Mal aufkam, war der Aufschrei in den Redaktionen groß, die Befürchtung spürbar, der eigene Arbeitsplatz wird durch eine Maschine ersetzt. Doch die ersten Erfahrungen zeigen, dass diese Befürchtung unbegründet ist. Standardisierte Aufgaben kann eine Maschine übernehmen, sie kann dem Redakteur bei der Recherche eine wichtige Hilfe sein.

Eine Firma, die eine textengine zur automatischen Erstellung von Fußballberichten entwickelt hat, ist die Retresco GmbH aus Berlin, die ein Joint Venture mit der Sportplatz Media GmbH aus Hamburg eingegangen ist. Sportplatz Media-Geschäftsführer Marcel Hager erklärt: "Unsere textengine für Fußballberichte bietet vor allem unseren Kunden, die den Fokus auf die regionale Berichterstattung legen, die Möglichkeit einer flächendeckenden Berichterstattung. Die textengine ist keinesfalls ein Ersatz für Redakteure, sondern wir sehen sie als Handwerkszeug für die Redaktionen. So kann jeder Redakteur frei entscheiden ob er einen Text vor Veröffentlichung noch verfeinert oder nicht. Wir selbst nutzen die textengine ebenfalls sehr erfolgreich in unseren Lokalredaktionen und haben bereits erste Kunden.“

Unter anderem das regionale Portal "Rheinfussball" in Köln. Chefredakteur Daniel Sobolewski berichtet: "Ich bin mit sehr viel Skepsis in das Projekt gegangen. Als Journalist denkt man, dass man auf Zeit dadurch überflüssig wird. Wir haben allerdings die Erfahrung gemacht, dass sogar eher Arbeitsplätze gewonnen wurden, weil das Einbinden und die permanente Aktualisierung durchaus personeller Aufwand ist und ein Roboter niemals die ganzheitliche Arbeit eines Journalisten übernehmen kann."

Bis die Maschine bei Rheinfußball zum Einsatz kam, musste sehr viel Vorarbeit geleistet werden. Jedes Satzkonstrukt hat Lückenfüller, in denen die Statistiken einfließen können. Dementsprechend musste die Datenbank von Rheinfussball in allen Kreisligen gefüllt werden, um die Basis für die Texte zu schaffen.Im Alltag bei Rheinfußball sieht das nach den Vorarbeiten so aus, dass seit der Rückrunde der Saison 2015/2016 für alle Ligen bis zur Kreisliga D Vorberichte produziert werden. 250 pro Woche. Ab der kommenden Rückrunde sollen auch Nachberichte angeboten werden, dafür muss die Redaktion Aufstellungen und Tore manuell eintragen, der Rest wird von der Maschine übernommen. Sobolewski: "Von mir gibt es eine klare Empfehlung für die textengine. Bei uns ist das ein großer Service für die kleinen Vereine, die sonst kaum Beachtung finden. In diesem Bereich ist das für uns ein Quantensprung gewesen."

Einen Stellenabbau hat es bei Rheinfußball bisher nicht gegeben, dafür aber ein großes Plus bei den Aufrufzahlen. Auch das Fazit von Hager fällt positiv aus: "Speziell in unserem Kerngeschäft – Dienstleistungen für die regionale Fußballberichterstattung – bietet die textengine einen großen Mehrwert. Für unsere Lokalredaktion in Hamburg beispielsweise beutetet das: Über 300 Vereine bekommen nun einen Vor- und Nachbericht. Das wäre ohne die textengine niemals möglich.“

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