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"Ente" Lippens watscht einige ab

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Willi "Ente" Lippens
Foto: Gohl/FUNKE

Rot-Weiss Essen empfing zum runden Geburtstag seines großen Idols rund 250 Gäste im Assindia Bereich. Viel Prominenz von Hrubesch bis Hölzenbein.

Wenn es im VIP-Bereich an der Hafenstraße 97a nach großem Fußball riecht, kommen unweigerlich die alten Zeiten ins Spiel. So auch am Sonntagvormittag, als Rot-Weiss Essen sein Idol hochleben ließ: die „Ente“ war im November 70 geworden, ein stattliches Alter für so ein watschelndes Lebewesen.

Rund 250 geladene Gäste folgten der Einladung des Vereins. Und die aktuelle RWE-Mannschaft, die ein wenig verschüchtert am Rande saß, staunte nicht schlecht über die illustre Gästeschar. Da tun sich Parallelwelten auf – und so manch einem schien jetzt erst klar geworden zu sein, was es heißt, für einen Traditionsverein sein Trikot überzustreifen. Alte Weggefährten von Willi Lippens waren natürlich da, Spieler wie Dieter Bast, Didi Ferner, Hansi Dörre, Harry de Vlught, Ata Lameck. Prominente Trainernamen wie Hermann Gerland, Rolf Schafstall, Horst Hrubesch. Und Weltmeister Bernd Hölzenbein, und Schiedsrichter-Original Walter Eschweiler und und und.

Der Jubilar fühlte sich geehrt, ihm bedeute der Tag sehr viel. Das war auch mal anders, „der Prophet galt nicht immer was im eigenen Land“, konnte sich Lippens den kleinen Seitenhieb Richtung Verein nicht verkneifen, aber das Alter heilt so manche Wunde. OB Thomas Kufen, selbst jahrelanges RWE-Mitglied, hatte als Geschenk die beiden Stadtheiligen Kosmas und Damian als Bronzefiguren dabei.

Und ein Bekenntnis: „Das Herz des deutschen Fußballs schlägt auch an der Hafenstraße, und wir werden unseren Beitrag dazu leisten.“ Worte, an die man sich bei Gelegenheit sicherlich gern erinnern wird....

An einem Spieler kam Lippens nicht vorbei

Kalauerig wurde es, sobald „Williiii“ das Mikrofon ergriff und nicht mehr hergab. In seiner ureigensten Art wurden die Gäste unterhalten. An allen kam Lippens in seiner glorreichen Karriere vorbei, nur an einem nicht: „Wenn ich den Hermann Gerland, diesen Quasimodo, sah, dann hatte ich schon die Schnauze voll.“ Dreimal habe er ihn ab der Mittellinie umdribbelt, dreimal war er wieder da.

Und auch die Mitspieler, die Weitgereisten gar, wurden vom Lippens-Schalk nicht verschont: „Dem Hrubesch hab ich die fein geschnittene Flanke so vor den Kopf geschossen, der konnte die Kugel nur noch in Richtung Tor lenken.

Aber nicht nur dem“, feixte er. Einige müssten ihm noch heute Rente dafür zahlen, meinte Willi. Und weiter: „Der Horst überweist ja immer noch, ich sag schon, lass mal gut sein.“ Lippens in Hochform.

Erinnerung an die guten alten Fußball-Zeiten

In diesem Stil ging es weiter: Das Schwätzchen an der Eckfahne mit Schiedsrichter Walter Eschweiler, das gemeinsame Nachfragen nach Frau und Kind daheim – vor Ausführung der Ecke, wohlgemerkt! – gab Einblicke in die verlorene Fußball-Zeit der Siebziger Jahre.

Und Eschweiler, einmal warmgelaufen, legte nach, Richtung Hölzenbein: „Als der Bernd mal wieder über drei Grashalme im Strafraum gestolpert war, ging ich zu ihm hin und sagte: Bernd, stehen Sie bitte auf, das sitzt noch nicht richtig, das müssen wir noch üben.“ Man hätte stundenlang zuhören können.

Am Ende ging es zum Grünkohlessen über. Hermann Gerland biss herzhaft in die Mettwurst. Immer nur Scampis mit den Bayern ist auf die Dauer ja auch öde...

Einer wurde schmerzlich vermisst: Berti Vogts, der Ex-Bundestrainer, Lippens’ Lieblingsgegner („der hatte schön kurze Beine“). Absagegrund? Dünnpfiff, so wurde im Saal gemunkelt, wie damals. Manche Dinge ändern sich nie.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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  • thevoice 28.01.2016 14:34 Uhr
    Als ich Stadionsprecher bei Viktoria Köln war und RWE in Höhenberg gastierte,moderierte ich aus der nostalgischen Vita von RWE und selbstverständlich fiel auch der Name der berühmtesten Ente. Als fairer Stadionsprecher spielte ich auch das Adeole, die Hymne von RWE, auch dienend zur Deeskalation. Einer von den Viktoria-Fans stürmte daraufhin die Sprecherkabine und hatte mich schon an der Gurgel gepackt, doch die Ordnungskräfte waren schnell zur Stelle. Seitdem wurde ich von den eigenen Viktoria-Fans gemobbt und in der Saison 2014/15, war mein Job aks Stadionsprecher bei der Viktoria beendet. Aber ich würde immer wieder so handeln, denn fairplay, das kennen nur wenige.

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