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SV Zweckel

Wlochs persönliche Abrechnung

Die Atmosphäre im Ratssaal der Stadt Gladbeck hatte am Dienstagabend ein wenig Ähnlichkeit mit der auf den letzten Seiten eines Agatha-Christie-Romans.


Es ist der Moment, in dem der Meisterdetektiv der gespannten Menge den Namen des Mörders präsentiert und damit alle überrascht. In der Rolle des Hercule Poirot von Gladbeck trat der 1. Vorsitzende des SV Zweckel Ulrich Wloch auf. Der schien sich sichtlich wohl zu fühlen, als er um kurz vor halb acht das Geheimnis lüftete, wer ihn in den letzten Monaten anonym im Internet beleidigt hatte: Es ist Peter Breßer-Barnebeck, der Pressesprecher der Stadt Gladbeck.

Eigentlich waren die Beleidigungen gegen Wloch bei der Ratssitzung am Dienstag nicht das Thema. Der 1. Vorsitzende entschied selbst, sie im Rahmen dieser Sitzung zu erwähnen, die eigentlich die Situation der Sportanlagen in der Stadt Gladbeck auf der Tagesordnung stehen hatte.

Verein präsentiert sich als geschlossene Einheit

Dass es vorrangig um Sport ging, war schon auf dem Vorplatz des Rathauses festzustellen. Dort liefen unzählige Kinder in ihren Trainingsanzügen mit dem Emblem des SV Zweckel umher. Der Verein wollte ein Zeichen setzen, dass seine Mitglieder unzufrieden sind mit ihrer Platzanlage und mit den Aussagen der Stadt in den vergangenen Monaten. Sportamtsleiter Dieter Bugdoll hatte erklärt, dass der SV Zweckel über „eine gute Infrastruktur“ verfüge. Wloch gab in der Sitzung offen zu, dass er diese Aussage als Herausforderung empfand. So präsentierte sich die Jugendabteilung des SV Zweckel am Dienstag als geschlossene Einheit und verfolgte mit einer Gruppe von etwa 150 Kindern, Eltern und Trainern die Ratssitzung.

Eine ganze Horde Jugendspieler trat den Weg zur Ratssitzung an und demonstrierte Geschlossenheit.


Der Erste Beigeordnete der Stadt, Ralf Weichelt, präsentierte dort einen Bericht der Verwaltung, der sich zu einem nicht unerheblichen Teil mit der Situation an der Dorstener Straße auseinandersetzt. Diese hatte im Februar zum öffentlichen Streit zwischen Stadt und Verein geführt. Und Weichelts Ausführungen trugen nicht zur Beruhigung der Situation bei. Immer wieder gab es Zwischenrufe.

"...mit der Realität nicht viel zu tun"

Für Unmutsbekundungen sorgte bereits die Feststellung Weichelts, dass die Dorstener Straße eine „Anlage mittlerer Auslastung“ sei. Yvonne Reschke aus dem Jugendvorstand hatte im Februar dargelegt, dass die Kabinen „hoffnungslos überfüllt“ seien und die Kapazitäten für die insgesamt 18 Jugendteams der Zweckeler nicht ausreichend seien. Dies sieht die Stadt ebenso anders, wie den Zustand der Kabinen. In einer Powerpoint-Präsentation zeigte Weichelt Fotos der Umkleideräume, die angeblich aktuell aufgenommen wurden, im Publikum aber für Lacher sorgten. Eine Mutter sagte, diese Bilder hätten „mit der Realität nicht viel zu tun.“ Die Wünsche des SV Zweckel nach einem neuen Umkleidetrakt seien laut Weichelt nicht umsetzbar gewesen, da dieser zu teuer wäre.

Als Wloch das Wort erteilt wurde und er seine Sicht der Dinge präsentierte, dauerte es nicht lange, bis er sich regelrecht in Rage redete. Das Flutlicht sei nicht hell genug für Abendspiele, die Drainage funktionere nicht und es seien nicht mehr als zwei Duschen gleichzeitig nutzbar. „Den Platz kannst Du geschenkt haben!“, sagte er in Richtung von Bugdoll. Wloch appellierte an den Rat, dass sein Verein als nächster bezuschusst werden solle. Am Bau eines Umkleidetraktes will sich Zweckel dann selbst beteiligen.

Anzeige wegen Beleidigung

Daraufhin bedankte sich Wloch für die Unterstützung der zahlreichen Jugendspieler und bat sie, den Saal zu verlassen, bevor er sich dem schmutzigeren Teil des Abends zuwandte. Während der öffentlichen Debatte um den Zustand der Platzanlage war Wloch in Kommentaren unter den betreffenden Artikeln auf der Internetplattform derWesten.de immer wieder von einem User mit dem Pseudonym „RolfSchlaegel“ angegriffen worden. Infolge der Äußerung „Für Wloch gilt offenbar: Dümmer geht immer“, erstattete dieser Anzeige wegen Beleidigung und erfuhr so von der Staatsanwaltschaft den Urheber der Kommentare. Am Dienstag stellte er ihn in dessen Abwesenheit bloß und musste dafür Kritik vom Ausschussvorsitzenden Alfred Unger einstecken. Schließlich ist Breßer-Barnebeck kein Mitglied des Rates und sein Konflikt mit Wloch auch kein Thema, das dort besprochen werden muss.

Breßer-Barnebeck gab noch am Abend gegenüber der WAZ zu, dass er die Kommentare verfasst habe. Er habe sich geärgert, dass der SV Zweckel versucht habe, „erkennbare Sonderrechte“ durchzusetzen. „Da sind die Gäule mit mir durchgegangen“ bekannte er.

Bei all dem Trubel vom Dienstagabend kommt zwangsläufig die Erinnerung an das Treffen von Stadt und Verein Ende Februar hoch. Zweckels Geschäftsführer Werner Gloddeck hatte im Anschluss erklärt, dass der SVZ und die Stadt Gladbeck Wert darauf legen würden, dass Ruhe in der gemeinsamen Beziehung einkehrt. Konflikte sollten in Zukunft nicht mehr öffentlich ausgetragen werden. Am Dienstag hat sich dieses Ziel komplett zerschlagen.

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