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Bruder kickt für "Metze"

Der andere Draxler

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Der Name Draxler ist im Profifußball längst ein Begriff. Doch auch in der Westfalenliga hat sich ein Draxler einen Namen gemacht: Julians großer Bruder Patrick.


Im Kindesalter waren Julian und Patrick Draxler Konkurrenten um einen Platz auf Schalke. Ihr Vater hatte zwei Dauerkarten für die Südtribüne und musste sich vor jedem Heimspiel neu entscheiden, wer von beiden ihn begleiten durfte. „Meistens hatte ich den Vorrang, weil ich der Ältere bin“, erklärt Patrick. Wohl wissend, dass sie beide inzwischen ihren Stammplatz in der Veltins-Arena gefunden haben: Patrick über den Stehplatzrängen auf der Nordtribüne, Julian im Schalker Mittelfeld.

Der Erstgeborene feuert seinen Verein und seinen knapp vier Jahre jüngeren Bruder an, wann immer er kann. Das ist fast immer, weil sich die Spiele mit seinem eigenen Klub, dem TuS Haltern, nur selten überschneiden. Selbst zu Auswärtspartien reist der S04-Fan mit. Über Per Mertesacker kam er an Karten fürs Champions-League-Spiel bei Arsenal London, zu den Bayern reiste er gemeinsam mit seinem ehemaligen Wattenscheider Mitspieler Kai Koitka. Meistens mit auf Tour: das Trikot, das Julian am 25. Januar 2011 trug, jenem Tag, der so etwas für ein Erweckungserlebnis für das junge Talent war. Im Viertelfinale des DFB-Pokals schoss der Jungspund Schalke mit seinem ersten Pflichtspieltreffer in Richtung Berlin, direkt vor dem Ende der Verlängerung, drei Minuten nach seiner Einwechslung.
Zur Person
Patrick Draxler
(* 14. November 1989 in Gladbeck) spielt seit 2012 beim TuS Haltern. Seine vorherigen Stationen: 1993 – 2001 BV Rentfort, 2001 – 2004 SSV Buer, 2004/05 VfB Hüls, 2005 – 2009 BV Rentfort, 2009 - 2011 SC Hassel, 2011/12 SG Wattenscheid 09. Sein kleiner Bruder Julian ist von den Fähigkeiten des linken Mittelfeldspielers überzeugt: „Im Gegensatz zu mir hat Patrick einen guten Kopfball. Er ist technisch stark und hat eine linke Klebe.“ Derweil spart Patrick nicht immer mit Kritik an seinem Bruder: „Als er neulich nach seiner vergeben Chance gegen Mainz die Tür aufgeschlossen hat, habe ich aus dem Wohnzimmer gerufen: ‚Was war das denn, du Wurst?’“


Patrick sah aus der ersten Reihe, wie sein Bruder mit einem Schuss zum Star wurde. Als er vor Freude aufsprang und hüpfte, wurde er schmerzlich daran erinnert, dass auch er einen Wendepunkt in seiner Fußballerlaufbahn erlebt hatte. Im September 2010 hatte er sich gerade in seinem zweiten Jahr beim SC Hassel in der Westfalenliga etabliert, als das Schicksal einen unheilvollen Lauf nahm. In der Schlussphase der Partie gegen den DSC Wanne-Eickel prallte er mit dem gegnerischen Schlussmann Marcel Johns zusammen.

Ein dumpfer Ton, ein tiefer Schrei, Blaulicht am Spielfeldrand und ein nicht enden wollender Schmerz – an jenem Tag schien Patrick Draxlers Karriere beendet zu sein, ehe sie richtig Fahrt aufgenommen hatte. Ein Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie, ein Anriss des hinteren, Innenbandriss, Riss der Gelenkkapsel, ein Stück vom Oberschenkelknochen in Mitleidenschaft gezogen – es war fast ein Wunder, dass er zehn Monate später wieder auf dem Platz stand.


Auf Seite 2: „Die Scheiße, die ich mir da geholt habe, müsste eigentlich für uns beide reichen“

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  • nur-fuer-immer

    26.03.2013 16:43 Uhr
    Wenn ich mir gerade die (recht inhaltsarme) große Textmenge ansehe, die zum Thema Trainer nach Armins Vehs Entscheidung jetzt mal wieder produziert wird ... dann finde ich einen Artikel wie diesen um so angenehmer. Die Länderspielpause nicht nur für das x-te Trainergerücht zu nutzen, sondern auch so einen Text zu bringen - sehr gut!
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