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BVB: Alomerovic

Sieben Jahre in Angst und Ungewissheit

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Dortmunds Jakub Blaszczykowski hat in seiner Karriere schon etliche Trainingslager mit dem Verein oder der polnischen Nationalmannschaft mitgemacht


Doch das letzte Trainingscamp des amtierenden Deutschen Meisters Borussia Dortmund wird der populäre Kuba nicht so schnell vergessen. Grund ist ein 21-jähriger Nachwuchstorwart namens Zlatan Alomerovic.

Die Nummer eins der Dortmunder Drittliga-Reserve durfte sich zum wiederholten Mal (Alomerovic war auch im Winter 2012 dabei) mit den BVB-Profis im spanischen La Manga auf die Rückrunde vorbereiten. Und wie jedes Mal vor einem solchen Trainingslager werden bei der Borussia die Zimmerpartner zugelost. Das Zufallsprinzip wollte es so, dass Alomerovic und Blaszczykowski sich vom 5. bis zum 12. Januar in der Fünf-Sterne-Herberge „Hotel Príncipe Felipe“ ein Zimmer teilten.

Blaszczykowskis unvergessliche Nächte mit Alomerovic

Im Nachhinein wird sich der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft wohl denken: Dumm gelaufen. „Kuba war nicht so ganz davon angetan, dass ich im Schlaf ab und an spreche. So hat er es zumindest empfunden. Ich würde eher sagen, dass ich nicht spreche, sondern nuschle. Dann wollten mich natürlich einige auf den Arm nehmen, dass ich angeblich dieses und jenes gesagt hätte. Aber dieses Nuscheln kann kein Mensch verstehen“, erklärt Alomerovic seine kleine „Schlaf-Schwäche“. Bis auf die nächtliche Ruhephase hat sich der Schlussmann mit dem Flügelflitzer aber gut verstanden: „Kuba ist ein ruhiger, netter Typ. Mit ihm kommt man gut aus“, sagt der gebürtige Serbe. Auch ansonsten hat Alomerovic das Trainingslager in guter Erinnerung: „Es ist immer etwas Tolles, wenn man mit den Profis die Vorbereitung absolvieren darf. Aber klar ist auch, dass das keine Spaßveranstaltung ist. Da geht es eigentlich nur um drei Dinge: essen, trainieren und schlafen.“ Als Coach Jürgen Klopp der Mannschaft etwas Freizeit gewährte, war zumindest für Alomerovic und Kuba klar, was sie anstellen würden. Alomerovic: „Manche sind in die Stadt gefahren, die anderen haben Golf gespielt. Kuba und ich haben gepennt.“ Zumindest Alomerovic...

Zur Person
Zlatan Alomerovic ist am 15.06.1991 in Prijepolje (Serbien) geboren.
Vereine in der Jugend:
TuS Heven
SV Bommern 05
SV Herbede
FSV Witten
Borussia Dortmund
Verein als Profi:
Borussia Dortmund
(20 Drittliga- und 16 Regionalliga-Spiele)



Mittlerweile sind sowohl die Vorbereitung als auch die Ruhepause Geschichte. Es geht ans Eingemachte. Alomerovic befindet sich mit der Zweitvertretung der Schwarz-Gelben mitten im Abstiegskampf. Das Team von David Wagner belegt aktuell einen Platz unter dem Strich und bei den meisten Gegentoren in der Liga wird es für den BVB-Nachwuchs nicht einfach, den Klassenerhalt zu realisieren. „Wir bringen uns immer wieder mit individuellen Fehlern selbst um den Ertrag. Das ist langsam wirklich nervig. Aber nichtsdestotrotz bin ich guter Dinge, dass wir das noch packen“, gibt sich Alomerovic kämpferisch.

Vertrag läuft aus – Alomerovics Zukunft ist noch offen

Vor allem für den Keeper gilt es, sich in den verbleibenden Partien von der besten Seite zu zeigen. Denn Alomerovics Arbeitspapier läuft im Sommer in Dortmund aus. Bislang gab es von den Verantwortlichen auch keine Signale in Richtung einer Vertragsverlängerung. Obwohl Alomerovic seit 2006 im Diensten des BVB steht und nach Sebastian Kehl, Roman Weidenfeller und Marc Hornschuh (alle seit 2002) sowie Marcel Schmelzer (seit 2005) zu den aktuell dienstältesten Profis im Dortmunder Kader zählt, macht er sich Gedanken über eine mögliche Luftveränderung. „Ich muss nach der Saison schauen, was für meine Entwicklung das Beste ist. Es gibt drei, vier Anfragen aus dem In- und Ausland. Aber jetzt will ich mich noch gar nicht mit diesen Dingen beschäftigen. Ich will einfach meine Leistung bringen, dann ergibt sich alles von selbst“, ist „Alo“ entspannt.
Manch ein Profi würde sich schon zu diesem Zeitpunkt Sorgen um seine Zukunft machen, doch nicht Alomerovic.

"Wir mussten immer mit der Angst leben, abgeschoben zu werden"

Denn der BVB-Fan, der im serbischen Prijepolje geboren wurde, verließ die Heimat im Alter von nur acht Jahren in der Zeit des Balkankriegs. „Wir haben das Land vor der schlimmsten Phase des Krieges verlassen. Deshalb kenne ich die Bilder eigentlich auch nur aus dem Fernsehen. Aber das war alles sehr hart“, sagt Alomerovic und ergänzt: „Meine Eltern haben beide studiert, aber in Deutschland musste mein Vater auf dem Bau arbeiten, um uns ernähren zu können. Zudem mussten wir immer mit der Angst leben, abgeschoben zu werden. Eine langfristige Aufenthaltsgenehmigung haben wir erst 2006 erhalten. Wir haben sieben Jahre in Angst und Ungewissheit verbracht.“ Dass Alomerovic mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist auch ein Verdienst der Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Denn über den TuS Heven, SV Bommern 05, SV Herbede und FSV Witten fand der Schnapper 2006 den Weg an die Strobelallee. Hier griffen die BVB-Funktionäre der Familie Alomerovic beim Thema Aufenthaltsgenehmigung unter die Arme. Alomerovic: „Plötzlich ging alles sehr schnell. Ich durfte mich vorher nur in NRW bewegen und nirgendwo anders hinfahren. Auf einmal war ich ein freier Mensch. Ein unbeschreibliches Gefühl. Borussia Dortmund war nicht nur in dieser Situation für mich da. Auf die Leute im Verein kann man sich immer verlassen. Ich werde dem BVB immer dankbar sein.“ Heute besucht Alomerovic seine Verwandtschaft in Serbien fast jedes Jahr: „Wenn es klappt, versuche ich jeden Sommer hinzufahren. Mir ist der Kontakt unheimlich wichtig“.

Bleibt abzuwarten, ob der Torwart sich auch seinen großen Traum bei Borussia Dortmund erfüllt. Zumindest kam er diesem beim letzten Auswärtsspiel der Dortmunder in Leverkusen sehr nah. Nachdem Roman Weidenfeller verletzt passen musste, durfte Alomerovic, der stets gute, konstante Leistungen in der 3. Liga abruft, erstmals in einem Bundesligaspiel auf der Bank der Profis sitzen. „Ein unglaubliches Gefühl. Einfach nur geil. Wenn man einmal Blut geleckt hat, dann will man nicht mehr weg. Dort will ich langfristig hin.“ Am liebsten natürlich auf das Spielfeld.

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  • Thorsten43

    18.02.2013 17:16 Uhr
    Der erste Absatz fällt eindeutig in die Kategorie, Informationen die die Welt nicht braucht.
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