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Arminia Bielefeld

"Es hätte nur Verlierer geben können"

Arminia Bielefeld hat nach einem brisanten Urteil auf die angekündigte Berufung verzichtet, sieht aber keinen für den Fußball gefährlichen Präzedenzfall.


Der langjährige Bundesligist einigte sich mit seinem Ex-Spieler Manuel Bölstler außergerichtlich. Der heute für den Ligakonkurrenten Karlsruher SC spielende Bölstler hatte geklagt, weil sein ursprünglich auf zwei Jahre ausgelegter Vertrag nach einer betreffenden Klausel durch den Abstieg in die dritte Liga gekündigt worden war. Das Arbeitsgericht Bielefeld gab ihm Recht und erklärte die Klausel für unwirksam. Es handele sich "um eine sogenannte unzulässige auflösende Bedingung, die das Beschäftigungsrisiko dem Arbeitnehmer aufbürde". Außerdem sei der Abstieg aus der zweiten Liga "als betriebsbedingter Grund anzusehen, der die außerordentliche Kündigung des befristeten Arbeitsverhältnisses nicht rechtfertigen" könne.

Schwammige Formulierungen brachten Chaos

"Das ist kein Präzedenzfall, weil der Fall sehr komplex ist und in dieser Konstellation ein Sonderfall", sagte Arminia-Geschäftsführer Marcus Uhlig: "Die Verträge werden weiterhin so formuliert sein, dass sie für Liga A und B gelten, und da wird kein Gericht dagegen sprechen. In diesem Fall wurde ein Mustervertrag mit Individualvereinbarungen kombiniert, die nicht präzise formuliert waren. Das hat das ganze Chaos verursacht."

In den Augen des studierten Juristen Uhlig habe es "für beide Seiten gute Gründe gegeben, das durchzuziehen. Man kann vortrefflich streiten, wer mehr Recht hat. In diesem Fall gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Auch das Gericht hat in seinem Urteil erklärt, dass Bölstler 'überwiegend Recht' hat. Der Fall wäre sicher mit großer Spannung verfolgt worden. Aber wenn wir das juristisch weiter ausgefochten hätten, hätte es nur Verlierer geben können."

Uhlig erklärte, dass sich "beide Seiten hochgeschaukelt und keine gute Außendarstellung abgegeben" hätten: "Jetzt haben wir eine Lösung gefunden, mit der beide Seiten gut leben können und sind froh, dass wir eines der dunkelsten Kapitel der Vereinsgeschichte aus der Vergangenheit geschlossen haben."
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