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Halle Recklinghausen

Filigran statt rustikal

Es war fast erlaubt, von einer Sensation zu sprechen, als der Bezirksligist FC/JS Hillerheide vor einem Jahr die Stadtmeisterschaften in Recklinghausen gewann.


Im Finale wurde die SpVgg 95/08 Recklinghausen deutlich mit 4:1 besiegt, der Bezirksligist holte sich damit zum ersten Mal seit langer Zeit den Pott. „Wenn man so einen Titel erst einmal hat, will man ihn natürlich auch behalten“, sagt der 1. Vorsitzende des Vereins Dietmar Juber. Er glaubt, dass Hillerheide auch in diesem Jahr wieder mitmischen kann, wenn es um die Vergabe des Titels geht.

Der Sportliche Leiter Oliver Gallert, der die Mannschaft vor einem Jahr noch als Trainer zum Sieg führte, stimmt Juber zu. „Ich bin optimistisch“, sagt er. Zwar lief die bisherige Saison für den Verein ziemlich durchwachsen – zwischenzeitlich machte er sogar einen echten Negativlauf durch – doch Grund zum Optimismus ist vorhanden. Die Mannschaft hat sich in den letzten Wochen bereits als gutes Hallenteam präsentiert. Beim Turnier des FC Recklinghausen wurde Hillerheide Zweiter, auf dem Turnier in Suderwich Dritter. In diesem Bereich möchte Hillerheide nun auch bei den Stadtmeisterschaften ins Ziel kommen.

Ruch beklagt zu viel „Parterre-Spiel“

Allerdings warnt Gallert: „Jede Mannschaft im Teilnehmerfeld hat vier bis acht gute Hallenspieler.“ Die Sportfreunde Stuckenbusch sind als Tabellenführer der Bezirksliga Staffel 9 sicherlich der große Favorit. Aber auch aus der Kreisliga könnte es in der Halle naturgemäß die ein oder andere Überraschung geben. Gallert tippt: „Genclik Spor hat eine richtig gute Mannschaft, aber auch der SV Hochlar 28 ist in den letzten Jahren meist unter den letzten Vier gelandet.“

Die Turnierordnung, die die Sportfreunde Stuckenbusch als Ausrichter bereits im Dezember an alle teilnehmenden Vereine verschickt haben, enthält 22 Punkte. Der Großteil davon enthält Bestimmungen zum Ablauf des Turniers. Der Punkt Nummer 18 hingegen wurde noch einmal ganz besonders herausgehoben, damit ihn auch ja niemand übersieht. Er ist fett markiert, komplett großgeschrieben, unterstrichen und mit einer Menge Ausrufezeichen versehen worden. Er lautet: „Das Grätschen ist verboten!“ Eine unmissverständliche Ansage.

"Wir haben es nicht so mit der Halle"

„Das steht bei uns schon lange drin“, berichtet Bruno Ruch, Geschäftsführer der SF Stuckenbusch. In der Vergangenheit habe er beobachtet, dass einige Akteure ein „Parterre-Spiel“ betreiben, also mehr Spielzeit grätschend, als laufend bestreiten würden. „Einige Leute sprangen da in der Vergangenheit wie die Irren rein“, sagt er. Dem soll mit dem Hinweis, dass das Grätschen doch zu unterlassen sei, entgegengewirkt werden, auch wenn die Schiedsrichter diese Forderung nicht immer konsequent durchsetzen würden. Gallert unterstützt diese Forderung seitens der Ausrichter: „Das kann ich nur begrüßen. Alles andere wäre nicht vernünftig.“ Ruch bringt es noch einmal auf den Punkt: „Die Spieler sollen in der Halle lieber filigran, als rustikal spielen.“

Ob sein Verein den Zuschauern filigranen Fußball bieten wird, da ist sich der Geschäftsführer noch nicht so sicher. „Ich weiß nicht warum, aber wir haben es einfach nicht so mit der Halle.“ Das große Feld liegt der Mannschaft offensichtlich deutlich mehr, denn nach der Hinrunde führt Stuckenbusch die Bezirksliga dank elf Siegen aus 15 Spielen an.
Noch ist offen, ob Stuckenbusch mit der bestmöglichen Besetzung aufläuft. Ruch plädiert dafür, Spieler, die unersetzbar sind, in der Halle lieber nicht mitspielen zu lassen. Auch aufgrund der Verletzungsgefahr. „Einige Gegner sind da manchmal etwas impulsiv“, meint er. Trotzdem bleibt die Entscheidung über den Kader natürlich dem Trainer überlassen.
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