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Alemannia Aachen
Alles muss raus

Winterschlussverkauf bei der Aachener Alemannia. Alles muss schnell raus, sonst ist der Spielbetrieb in Liga drei bis zum Sommer akut gefährdet.

Doch bisher hat nur Albert Streit dem Tivoli ablösefrei den Rücken gekehrt. Er hat sich der Kölner Viktoria in der Regionalliga West angeschlossen.

Dabei versuchen die Verantwortlichen der Alemannia derzeit alles, um den Spielern einen Verbleib alles andere als schmackhaft zu machen. Speziell die besser verdienenden Kicker spüren das. So sollen Michael Melka, Freddy Borg, Seyi Olajengbesi oder Christian Weber am besten sofort gehen. Wer das nicht akzeptiert, muss Gehaltseinbußen bis zu 70 Prozent in Kauf nehmen. Auch mit sofortigen Kündigungen soll schon gedroht worden sein, um so bis zu einem klärenden Termin vor Gericht die Gehaltskosten nicht stemmen zu müssen. Bis zum 20. Januar müssen sich alle Spieler erklären, ob sie den Radikalschnitt mitmachen oder nicht.

Melka kam vom Regen in die Traufe

Melka betonte gegenüber RS: „Das ist alles eine Katastrophe. Ich kam mit einigen Hoffnungen her, habe hier einen zweiten Wohnsitz und nun ist alles Aus.“ Der Keeper muss sich fühlen, als wäre er vom Regen in die Traufe gekommen. Trotz einer persönlich starken Saison stieg er mit Rot-Weiß Oberhausen aus Liga drei ab. In Aachen sollte alles besser werden, doch es kam alles anders. Wieder wurde die dritte Liga zum Albtraum. „Nach dem unnötigen Abstieg mit RWO nun so was. Das ist richtig bitter. Jetzt kann jeder bei uns ablösefrei gehen. Wer was hat, sollte auch besser gehen. Für mich als Keeper wird es sicher nicht einfach, im Januar etwas zu finden.Bisher habe ich noch nichts gehört.“

Denn der Torhütermarkt ist in diesem Winter kaum in Bewegung. Daher könnte es zum Ende seiner aktiven Zeit sein, dass Melka auch nochmal aus Dortmund wegziehen muss. „Bisher hatte ich das Glück, immer etwas in der Umgebung zu haben. Aber wenn es sein muss, ziehe ich auch nochmal um. Denn mit einer Insolvenz will ich meine Karriere ganz sicher nicht beenden.“

Und in Aachen wird er auf keine weiteren Einsätze kommen. Trainer René van Eck wird sich hüten, die Spieler einzusetzen, die am liebsten sofort von der Gehaltsliste verschwinden sollen. Wie schwer es in diesen Tagen rund um den Tivoli ist, macht Melka deutlich: „Es gibt bei uns kein anderes Thema mehr. Fast jeder wünscht sich, einen anderen Verein zu finden. Denn hier weiß keiner, wie es weiter geht.“

Offene Worte gegenüber der Mannschaft sind demnach aktuell Fehlanzeige, auf allen Ebenen wird taktiert, damit am Ende möglichst viele Kicker vom Hof sind und die Aachener ein Gehaltsniveau stemmen müssen, was ein Überleben bis zum Sommer ermöglicht. Keine guten Vorzeichen vor dem Spiel in der 2. Hauptrunde im FVM Bitburger-Pokal gegen Viktoria Köln am kommenden Samstag (13 Uhr, in Köln). Denn der ambitionierte Regionalligist, der Albert Streit in dieser Partie nicht einsetzen darf, stellt eine hohe Hürde dar.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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