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Benfeld im Interview

„Das Leben in Belgien war nicht so stressig“

Joachim Benfeld existiert gar nicht. Weder Sport-Nerds noch dem Statistik-Tempel www.fussballdaten.de sagt sein Name etwas. Dabei ist er ein ganz Großer.


Denn der gebürtige Gevelsberger gewann 1988 mit dem KV Mechelen den Europapokal der Pokalsieger, nachdem er zuvor während seines halbjährigen Engagements bei Bayern München ohne Bundesliga-Einsatz blieb. In Deutschland kennt ihn kein Mensch, aber in Belgien ist er so bekannt wie seine ehemaligen Mitspieler Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge hierzulande. Wir sprachen mit ihm über große Sprünge und die Sensation seines Lebens.


Joachim Benfeld, bedauern Sie eigentlich, dass Sie in Deutschland völlig unbekannt sind?


Nein, das ist doch normal. Als ich vor 30 Jahren nach Belgien gewechselt bin, hat sich meine Spur in Deutschland verloren. Selbst die Jugendlichen in meiner Heimatstadt Gevelsberg können sich unter meinem Namen nichts mehr vorstellen.

Dabei haben Sie beim VfL Gevelsberg ziemlich abgeräumt.


Ich wurde mit 17 Jahren als erster Jugendspieler in die erste Mannschaft hochgezogen. Ich habe die letzten drei Spiele mitgemacht und dazu beigetragen, dass wir als Verbandsligameister in die Oberliga aufgestiegen sind. Die folgenden drei Jahre habe ich in der Oberliga gespielt. Als Spielmacher habe ich in den letzten zwei Jahren einmal 16 und einmal 19 Tore gemacht.
Zur Person
Joachim Benfeld
(* 28. August 1958 in Gevelsberg) spielte für den VfL Gevelsberg und Bayern München, ehe er 1981 zum KV Mechelen wechselte. Mit Mechelen wurde er 1987 belgischer Pokalsieger und 1988 Europapokalsieger der Pokalsieger. Anschließend ließ er seine Karriere bei RWD Molenbeek und dem französischen Klub AF Rodez ausklingen. Heute lebt Benfeld zwischen Brüssel und Mechelen und ist nebenbei als Trainer tätig.


Wie wurden denn die Bayern in der Vorzeit der Scoutingsysteme auf Sie aufmerksam?

Unser Vorstandsmitglied Hermann Koch war ein Geschäftsfreund von Uli Hoeneß. Sie haben sich mal in Düsseldorf bei einem Eishockeyspiel getroffen und über mich geredet. Daraufhin hat mich der Münchner Co-Trainer Reinhard Saftig zwei Mal beobachtet, ehe ich zum Probetraining eingeladen wurde.

Wie lief das Probetraining ab?


Ich war eine ganze Woche da und habe überzeugen können. Eine Woche später bekam ich den Anruf aus München: Man könne mir einen leistungsbezogenen Vertrag anbieten. Für einen Spieler aus dem kleinen Gevelsberg war diese Chance geradezu unheimlich. Im Nachhinein war der Sprung vielleicht zu groß.

Bereuen Sie den Wechsel etwa?

Zu dem Zeitpunkt gab es auch Interesse vom VfL Bochum und Arminia Bielefeld. Vielleicht wäre es besser gewesen, dort hinzugehen. Wenn man als junger Spieler die Chance bekommt, zu den Bayern zu wechseln, will man sie auch nutzen. Allerdings hatten wir in München einen Kader von 22, 23 Leuten und ich saß auf der Bank oder der Tribüne. Ich habe zwar viel gelernt. Aber ich war mittlerweile auch 22 Jahre alt und brauchte Spielgelegenheiten.

War es vielleicht zu früh, nach einem halben Jahr wieder die Flinte ins Korn zu werfen?

Vor Weihnachten habe ich das Gespräch mit Uli Hoeneß gesucht, weil abzusehen war, dass ich keine Chance bekomme. Er meinte, dass ich geduldig sein sollte. Aber ich war nicht mehr der Allerjüngste und war es nicht gewohnt, Reservist zu sein. Ich war unzufrieden, auch wenn es bei den Bayern nie leicht ist.

Da kam das Angebot vom KV Mechelen gerade recht.

Ich kannte Brügge, Anderlecht und Standard Lüttich, aber von Mechelen hatte ich noch nie gehört. Der Verein stand in der ersten belgischen Liga auf dem vorletzten Platz, aber der Präsident John Cordier wollte eine Mannschaft aufbauen, die in absehbarer Zeit zu den Top drei des Landes zählen sollte. Der Mann war einer der reichsten Unternehmer Belgiens und klang ganz überzeugend, also habe ich es probiert.

Nach München sind Sie als Nobody gekommen, nach Mechelen als Bayern-Spieler. Haben Sie den Unterschied gespürt?

Ich habe zwar nur auf der Bank gesessen, aber es wurde viel von mir erwartet. Ich war von der ersten Minute an Stammspieler und habe die Erwartungen erfüllt. Ich hatte aber auch das Glück, dass Willi Reisinger gemeinsam mit mir von den Bayern nach Mechelen gewechselt ist.

Auf Seite 2: Mönchengladbach war er zu teuer

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