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Blindenfußball

"Zeigen, dass wir nicht anders sind"

Seit 2008 gibt es beim VfB Gelsenkirchen auch eine Blindenfußballabteilung. In diesem Sommer hat die Mannschaft einen eigenen, blindengerechten Platz bekommen.


Immerhin spielen die VfBler in der Bundesliga. Bisher mussten sie immer in eine Halle ausweichen, jetzt können sie endlich auf dem Vereinsgelände an der Fürstinnenstraße trainieren und noch mehr am Klub-Alltag teilnehmen. Außerdem erhofft sich der Verein, dass er in Zukunft auch Bundesligapartien in der Heimat austragen kann. Und vielleicht findet ja auch mal ein Länderspiel statt, schließlich entspricht das Spielfeld den offiziellen IBSA (International Blind Sports Federation) Abmessungen.

Das Spielfeld beim Blindenfußball misst 20 x 40 Meter und an den Längsseiten durch Banden begrenzt. Die Tore sind wie beim Handball 3 x 2 Meter groß. Es spielen vier blinde Feldspieler, ein Tor-Guide und ein sehender Torwart pro Team. Der Torwart darf seinen 5 x 2 Meter großen Torwartraum nicht verlassen und nur innerhalb dieses Bereichs ins Spiel eingreifen. Der Tor-Guide steht hinter dem gegnerischen Tor und kann seinen blinden Mitspielern im Angriffsdrittel Anweisungen geben und sorgt dafür, dass die Torposition durch Zurufe immer klar lokalisiert werden kann.


Am kommenden Samstag, 1. September, wird der Fußballplatz eingeweiht. Um 10.30 Uhr kommt Oberbürgermeister Frank Baranowski - er hat extra einen Termin verschoben, um der Eröffnung beiwohnen zu können - und vollzieht den offiziellen Teil. Dies zeigt den Stellenwert, den sich Blindenfußball in Gelsenkirchen in den letzten vier Jahren erspielt hat.

Blinde gegen Sehende

Neben einem Turnier, an dem neben dem Gastgeber auch die beiden Mannschaften Blindsoccers DJK Franz-Sales-Haus aus Essen und der amtierende Deutsche Meister aus Marburg teilnehmen, haben auch Zuschauer und Interessierte die Möglichkeit, Blindenfußball einmal auszuprobieren. Ist für viele die Randsportart häufig weit weg, kann man jetzt einmal reinschnuppern, Erfahrungen sammeln und sich mit den Bundesligakickern austauschen. Sei es im Acht-Meter-Schießen oder beim abschließenden Spielchen Blinde gegen Sehende. "Im Grunde sind wir gar nicht anders", erklärt Bayram Dogan, Abteilungsleiter und Teammitglied beim VfB Gelsenkrichen, "wir unterscheiden uns nur dadurch, dass wir nicht sehen können."

Beim 1. Gelsenkirchener Blindefußballtunier, das auf der neuen Platzanlage im nächsten Jahr ausgetragen werden soll, gibt es, wie bei jedem Turnier, Würstchen, Kuchen, Kaffee und Brötchen. Dogan und seine Mannschaftskollegen hoffen, dass viele Interessierte und Fans den Weg an die Fürstinnenstraße finden. Dogan ist optimistisch. "Es wäre schön, wenn wir 200 Leute begrüßen können."

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