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Marco Fiore

"Ich gehe dahin, wohin mich der Wind trägt"

Manchmal kann im Fußball alles wahnsinnig schnell gehen. Diese Erfahrung durfte im Sommer 2010 auch Marco Fiore aus Menden bei einem Urlaub in Italien machen.


So richtig abschalten und den Fußball hinter sich lassen konnte Fiora auch im Urlaub nicht. Er nahm an einem Hobbyturnier teil. Ein Mann im Anzug sprach ihn danach an, Fiore absolvierte ein Probetraining und plötzlich hatte der Erstligaklub Catania Calcio Interesse an ihm.

So ganz plötzlich kommt diese Entwicklung jedoch nicht, findet zumindest Marcos älterer Bruder Giancarlo: „Schon als er noch klein war, hat Marco einen riesigen Ehrgeiz in sich gehabt.“ Deshalb war der DJK Grün-Weiß Menden, bei dem auch seine beiden Brüder spielten, nur eine Durchgangsstation für ihn. Der älteste der frei Fiore-Brüder, Renzo beendete dort mit 35 Jahren in diesem Sommer seine Karriere. Für Marco ging es zunächst nach Oestrich, dann weiter zum FC Schalke 04, wo er einige Jahre in der Jugend spielte. Danach rückte er auf zu den Amateuren, kam dort jedoch nicht zum Einsatz. Er wechselte zum SV Wilhelmshaven wo er in der Saison 2009/2010 25 Partien in der Regionalliga spielte. Sein Bruder Giancarlo erzählt weiter: „Marco war physisch schon immer sehr, sehr stark. Dazu hatte er einen großen Willen. Das ist der Hauptgrund dafür, dass er es so weit gebracht hat.“

41 Spieler beim Trainingsauftakt

Dann kam der erwähnte Italien-Urlaub. Hobbyturnier und Probetraining bei Catania Calcio liefen sehr erfolgreich. In der Serie A war allerdings noch kein Platz für Fiore. Er erhielt allerdings einen Drei-Jahres-Vertrag bei Società Sportiva Milazzo, einem Viertligisten, der so etwas wie ein Satellitenklub von Catania ist. Dort werden regelmäßig junge Talente „geparkt“, um Spielpraxis zu sammeln und sich an ein höheres Niveau heranzutasten. Die letzten zwei Spielzeiten verbrachte Fiore dort. „Wenn du dich da beweist, bekommst du einen Profivertrag“, hatten ihm die Verantwortlichen zuvor versprochen. Im Januar diesen Jahres machten sie ihr Versprechen endlich wahr. Fiore erhielt bei Catania Calcio einen Vertrag über drei Jahre, spielte aber noch bis zum Sommer weiter in der vierten italienischen Liga. Dann stieß er zu den Profis des Erstligisten.

Zum Trainingsauftakt erlebte der Mendener dann aber eine unangenehme Überraschung. Stolze 41 Spieler tummelten sich auf dem Trainingsplatz des Tabellenelften der letzten Saison. Der Grund dafür war nicht, dass Einkaufskönig Felix Magath kurzfristig von Wolfsburg nach Italien übergesiedelt war. Der Verein betreibt schlicht im großen Stil die Praxis, Spieler zu verpflichten und danach zunächst für eine oder mehrere Saisons weiter zu verleihen. Deshalb erscheinen im Sommer regelmäßig größere Gruppen dieser Spieler zum Trainingsbeginn bei Catania, da ihre Leihverträge ausgelaufen sind. „So was habe ich auch noch nicht gesehen“, erklärte Fiore einigermaßen überrascht. Mit seinen 23 Jahren gehört erzu den jüngsten Spielern im Kader. Vernünftig arbeiten kann man mit einer so großen Menge an Spielern selbstverständlich nicht. Das fand auch der neue Trainer Rolando Maran. Ins Trainingslager nahm er deshalb nur 32 von ihnen mit. Neun Spieler mussten zuhause bleiben. Auch für Fiore war kein Platz.

Fiore will näher zur Familie

Zwar will der Klub sich noch von einigen Spielern trennen - der Argentinier Maxi Lopez war der erste, der am Donnerstag den Verein in Richtung Sampdoria Genua verließ - doch trotzdem ist klar: Fiores Traum von der Serie A muss noch warten. Derzeit gibt es in der ersten Mannschaft keine Verwendung für ihn. Fürs erste soll der Offensivmann für eine weitere Saison verliehen werden. Zu welchem Verein, ist derzeit noch unklar. Die vierte Liga soll es aber nicht noch einmal sein.

Die Verantwortlichen von Catania würden Fiore am liebsten innerhalb Italiens verleihen, um seine Leistungen besser beobachten zu können. Er selbst bevorzugt jedoch einen Klub aus Deutschland, „um näher bei der Familie zu sein.“ Trotz seiner italienischen Wurzeln kannte Fiore das Land bis zum Jahr 2010 nur aus dem Urlaub. Am liebsten würde er zunächst zu einem deutschen Zweit- oder Drittligisten wechseln, doch noch hat sich kein Verein aus der Heimat gemeldet. „Dafür bin ich vielleicht schon zu lange weg“, glaubt Fiore.

Manchmal geht im Fußball dann eben doch nicht alles so schnell, wie man es sich asl Spieler erhoffen würde. Einmal in der höchsten Spielklasse aufzulaufen, bleibt trotzdem des aktuellen Rückschlags das erklärte Ziel von Marco Fiore. Ob es am Ende die Serie A oder doch die 1. Bundesliga wird, ist für ihn dabei nicht wirklich wichtig. Angesichts der Stationen Menden, Schalke 04, Wilhemshaven und Catania bleibt Fiore seiner Philosophie treu: „Ich gehe dahin, wohin mich der Wind trägt.“
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