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Irland - Kroatien 1:3

Trapattonis Iren sehen alt aus

An seinem historischen Tag sah Giovanni Trapattoni alt aus und kassierte mit seinen Iren eine verdiente Niederlage zum EM-Auftakt gegen Kroatien.


Nach zwei Treffern von Mario Mandzukic von Bundesligist VfL Wolfsburg unterlag der Italiener, seit Sonntag der Methusalem unter den EM-Trainern, mit Außenseiter Irland deutlich 1:3 (1:2) gegen Kroatien. Trap hat damit fast schon fertig: Die Boys in Green sind nach ihrem ersten EM-Spiel seit 24 Jahren in der Gruppe C Tabellenletzter - und die weiteren Gegner heißen Spanien und Italien. Der Weltmeister von 2010 und der Weltmeister von 2006 hatten sich zuvor 1:1 getrennt.

"Trap-Masken" auf der Tribüne

Mandzukic brachte Kroatien bei strömendem Regen im ausverkauften Stadion in Posen früh in Führung (3.), gleich nach der Pause erstickte er mit dem dritten Treffer für seine Mannschaft (48.) die Versuche der Iren, erneut den Ausgleich zu erzielen: Dabei prallte sein Schuss zunächst an den Pfosten, von dort an den Hinterkopf des irischen Schlussmanns Shay Given und von dort ins Tor. Zuvor war Kroatien nach dem Gegentreffer von Sean St. Ledger (19.) durch Nikica Jelavic (43.) vor 39.550 Zuschauern mit der erneuten Führung in die Pause gegangen.
Irland: Given - O'Shea, St. Ledger, Dunne, Ward - McGeady (54. Cox), Whelan, Andrews, Duff - Doyle (53. Walters), Keane (75. Long).
Kroatien: Pletikosa - Srna, Corluka, Schildenfeld, Strinic - Vukojevic - Rakitic (90.+2 Dujmovic), Modric, Perisic (89. Eduardo) - Mandzukic, Jelavic (72. Kranjcar).
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Tore: 0:1 Mandzukic (3.), 1:1 St. Ledger (19.), 1:2 Jelavic (43.), 1:3 Mandzukic (48.)
Zuschauer: 39.550 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Andrews - Modric, Kranjcar


Es war kein schöner Abend für Trapattoni, der mit dem Anpfiff zum ältesten Trainer der EM-Geschichte wurde. Mit 73 Jahren und 85 Tagen löste "Il Tedesco" (der Deutsche) den ehemaligen Bundesliga-Coach Otto Baric aus Kroatien (71 Jahre und 2 Tage) ab. Trapattoni, von den zahlreichen irischen Anhängern auf der Tribüne mit "Trap-Masken" geehrt, musste danach freilich feststellen, dass seine kämpferisch starke Mannschaft technisch zu limitiert war, um mit den beschlagenen Kroaten mithalten zu können.

Trapattoni hatte das erste Turnierspiel für Irland seit der WM 2002 in Japan und Südkorea zum "Schlüsselspiel" in der Vorrundengruppe C erklärt, nach 2:37 Minuten lag der Ball aber schon im Netz hinter Given. Kroatiens Kapitän Darijo Srna hatte im Strafraum von der Torauslinie nach innen geflankt, beim Versuch, an den Ball zu kommen, rutschte Mandzukic erst aus, rappelte sich dann aber hoch und köpfte aus etwa zehn Metern ins Tor.

Billard-Treffer schockt die Iren

Ein Auftakt nach Maß für die Kroaten. Neben Mandzukic standen vier weitere Bundesliga-Profis auf dem Spielfeld: Ivan Perisic (Borussia Dortmund), Gordon Schildenfeld von Aufsteiger Eintracht Frankfurt, Vedran Corluka (Bayer Leverkusen) und Danijel Pranjic (Bayern München). Ivica Olic (künftig VfL Wolfsburg) und Ivo Ilicevic (1899 Hoffenheim) hatten vor EM-Beginn verletzt absagen müssen.

Auch die "Deutschen" konnten nicht verhindern, dass es nur eine Viertelstunde nach dem kroatischen Führungstreffer 1:1 stand. St. Ledger rannte mit Entschlossenheit in eine Flanke hinein. Hinter den "Trap-Masken" wurde wieder gelacht, Irland war nach nervösem Beginn besser im Spiel, in der temporeichen, aber nicht gerade hochklassigen Begegnung bei strömendem Regen blieben jedoch die Kroaten überlegen. Nach vergebenen Chancen von Perisic und dem international umworbenen Spielgestalter Luka Modric, die Given stark parierte, traf noch vor der Pause Jelavic.

Mit seinem Billard-Treffer nur vier Minuten nach Wiederanpfiff raubte Mandzukic den Iren dann schon fast jede Hoffnung. Die Kroaten, auch in ihren vorangegangenen drei EM-Auftaktspielen ungeschlagen und 2008 Viertelfinalist, spielten die Begegnung anschließend abgebrüht und souverän zu Ende. Sie hatten allerdings auch Glück, als Schiedsrichter Björn Kuipers (Niederlande) bei einem Foul von Schildenfeld an Irlands Torjäger Robbie Keane nicht auf Elfmeter entschied (63.).

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