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Schlägerei in Ehrenfeld
Faustschläge, Tritte, Spielabbruch!

Wieder Ärger in Bochum: Nach einer vermeintlichen Tätlichkeit wurde die Partie zwischen Teutonia Ehrenfeld und der DJK Hiltrop-Bergen abgebrochen.

Das Spiel der Kreisliga B2 in Bochum zwischen DJK Teutonia Ehrenfeld und DJK Hiltrop-Bergen wurde am Wochenende in der 86. Minute beim Stand von 2:2 abgebrochen. Die Mannschaft von Teutonia Ehrenfeld hatte geschlossen den Platz verlassen, dem Schiedsrichter blieb so nichts anderes übrig, als die Partie vorzeitig zu beenden.

Doch was war passiert? Die Uhr zeigte noch vier Minuten an, als ein Spieler von Ehrenfeld mit einem Faustschlag attackiert worden sein soll. Im darauf folgenden Tumult soll es Rangeleien und Tritte gegeben haben. Zwar habe der Schiedsrichter alles schnell im Griff gehabt, doch gab es keine Sanktionen gegen den oder die vermeintlichen Angreifer. Die Diskussionen gehen seitdem heiß her.

"Ich persönlich habe die Vorfälle nicht mitbekommen und finde es auch zweifelhaft, dass einige Leute behaupten alles gesehen zu haben. Einige Aussagen, die in Foren im Internet zu lesen waren, stimmen meiner Meinung nach vorne und hinten nicht", sagt Detlef Simon, Vorsitzender der DJK Hiltrop-Bergen.

"Wir haben einen schlechten Ruf und das wissen wir. Wir haben keineswegs Unschuldslämmer in unseren Reihen stehen, aber man muss auch immer beide Seiten betrachten, denn besonders von den Zuschauern der Ehrenfelder kamen einige wüste Beleidigungen, außerdem war die Spielweise der Teutonia alles andere als fair, es gab mehr Fouls als Fußball, das geht schon die ganzen Spiele so," merkte indes DJK-Coach Markus Notzon an: "Hiltrop ist immer der 'böse Verein'! Ich habe mit einigen Vorstandsmitgliedern von uns geredet, die bei den Ehrenfeldern standen und da kamen Beleidigungen auf den Platz, die sich einfach nicht gehören und das zieht sich schon durch die ganze Saison".

Hiltrop ist immer der "böse Verein"

"Was sollen wir auch anderes tun, wir sind klar unterlegen im spielerischen Bereich und deshalb müssen wir ihnen auf die Füße treten. Ich fand es war ein hartes, aber bis zum Vorfall ein faires Spiel, abgesehen von verbalen Auswüchsen, die ich an dieser Stelle nicht wiederholen will", berichtet Daniel Lukowksi, Trainer von Teutonia Ehrenfeld. "Es gab grenzwertige Beleidigungen und viele kleine und versteckte Nickeligkeiten, auf beiden Seiten". Zudem sei es schon vor dem Abbruch zu einer Szene gekommen, die für Diskussionen sorgte. "Der Ball rollte ins Aus und der Co-Trainer, der als Linienrichter agierte, wurde nach der Entscheidung umgeschubst", berichtet Lokowksi. "Mir wurde gesagt, dass der Ball noch nicht mal im Aus war und dass danach einige unschöne Worte in Richtung meines Spielers flogen", konterte Trainer Notzon.

Doch was führte letztendlich zum Abbruch? "Zwei Spieler laufen nebeneinander, der Ball ist schon lange wieder weg. Plötzlich dreht sich der Hiltroper um und schlägt unserem Spieler mit der Faust ins Gesicht. Ich hatte gerade meinen Blick auf ihn geworfen und habe daher die Szene eindeutig gesehen, der Schiedsrichter leider nicht". So schilderte Daniel Lukowksi den Vorfall und auch sein Co-Trainer bestätigt diese Worte.

Detlef Simon und Markus Notzen ihrerseits können keine Beschreibung der Szene geben. "Ich habe leider die Vorfälle nicht mitbekommen und sah dann nur den Tumult. Der Schiedsrichter hat das Spiel wenige Augenblicke später abgebrochen, weil sich die Spieler der Teutonia entschieden hatten vom Platz zu gehen", sagt Detlef Simon.

"Wir haben gerade ausgewechselt als ich den Kopf hob und die Rudelbildung sah. Der Schiedsrichter war direkt da und ich dachte, dass die Szene geklärt sei. Aber auf einmal gingen die Teutonia Spieler vom Platz und das Spiel wurde abgebrochen", erklärt Markus Notzen, der anfügt: "Für den Fall, dass einer unser Spieler wirklich eine Tätigkeit begangen haben soll, will ich mich an dieser Stelle für diesen Vorfall entschuldigen. Ich habe es nicht gesehen, ich weiß es nicht! Sollte an der Szene wirklich etwas dran gewesen sein, dann distanziere ich mich von einer solchen Aktion. So etwas gehört nicht zum Fußball und ich finde dann kann man auch über lebenslangen Sperren nachdenken. Schlägereien gehören nicht auf den grünen Rasen. Wir werden uns in dieser Woche mit der Mannschaft zusammensetzen und noch einmal über Sonntag reden, wir wollen die Szenen am Ende des Spiels noch einmal zusammen rekapitulieren. Falls es zu einer Aufklärung kommen sollte und sich herausstellt, dass einer unserer Spieler wirklich eine Tätlichkeit begangen haben soll, wird der Verein interne Schritte einleiten".

Schlägereien gehören nicht auf den grünen Rasen

Teutonia Ehrenfeld hingegen ist sich seiner Sache sicher und hat beschlossen, nicht mehr gegen Hiltrop-Bergen anzutreten. "Da verzichten wir auch freiwillig auf die möglichen Punkte im Rückspiel, gegen die spielen wir nicht mehr".

Was am Ende bleibt ist ein abgebrochenes Fußballspiel und viele offene und ungeklärte Fragen. Der Schiedsrichter war für eine Aussage nicht zu erreichen und so stehen zwei Aussagen, der jeweiligen Vereine gegenüber. Fakt ist jedoch, dass der Fair-Play-Gedanke in der Kreisliga wieder einmal mit Füßen getreten wurde.

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Kurz Notiert / Amateurfußballnews

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