U20-WM der Frauen
Ein Sieg fehlt noch bis zum Titelgewinn! Die deutschen U20-Frauen brachten beim souveränen 5:1 (2:0) gegen Südkorea die Zuschauer in Bochum erneut in Verzückung.
Völlig ungefährdet zog die Mannschaft von Trainerin Maren Meinert in das Finale der U20-Weltmeisterschaft, das am Sonntag um 15 Uhr in Bielefeld ausgetragen wird, ein. Alexandra Popp und Kim Kulig waren jeweils zwei Mal erfolgreich. Die Führung erzielte Svenja Huth. "Natürlich sind wir mit dem 5:1 sowie der Art und Weise, wie wir gespielt haben, sehr zufrieden", betonte Meinert. "Es war unser Traum, ins Finale zu kommen, und den wollten wir in Bochum am Leben erhalten. Ich bin stolz, was das Team geleistet hat." Im Endspiel trifft die Deutsche Elf auf Nigeria, das sich im zweiten Halbfinale mit 1:0 gegen Kolumbien durchsetzen konnte.
Die deutsche Mannschaft und die Südkoreanerinnen boten den über 18.000 Zuschauern im WM-Stadion Bochum von der ersten Minute an ein offensivfreudiges Spiel mit guten Strafraumaktionen auf beiden Seiten. "Wir hatten großen Respekt vor unserem Gegner. Unsere Defensive hatte auch viel Arbeit", erklärte Cheftrainerin Meinert. Während Almuth Schult in der zehnten Minute gegen Jung Hae In klären konnte, musste sich die Gäste-Torhüterin Moon So Ri wenig später allerdings bereits das erste Mal geschlagen geben. Svenja Huth brachte das Heim-Team in Führung (13.).
Alexandra Popp konnte sich gegen zwei Südkoreanerinnen durchsetzen, Bianca Schmidt verlängerte die Rückgabe schließlich auf die Frankfurterin. Es war das zweite Tor der 19-Jährigen, die zuvor im Eröffnungsspiel erfolgreich war. Zelebriert wurde das 1:0 mit einem Tänzchen vor der Reservebank. Popp verriet: "Es gibt beim Wii-Spiel 'Just Dance' einen Tanz, den wir ganz lustig finden. Und das war die Choreographie."
Und es ging auch direkt vielversprechend weiter. Popp agierte aus einer vermeintlichen Abseitsposition heraus aber zu zögerlich (16.). Probleme hatte die Abwehrreihe der Asiatinnen, die körperlich deutlich unterlegen waren, auch in der Folgezeit. Sylvia Arnold vom Pokalfinalisten USV Jena probierte es von der Strafraumgrenze aus, schoss aber rechts vorbei (22.). Kurz darauf erzielte die A-Nationalspielerin Kim Kulig ihr erstes WM-Tor (26.). Die Vorlage kam dabei von Jeong Yeonga, die die Hereingabe von Popp direkt auf die Hamburgerin weiterleitete. Auch Meinert freute sich, dass der Knoten bei Kulig geplatzt ist. "Ich war froh, dass sie dieses Mal im Halbfinale dabei war, bei der letzten U20-WM fehlte sie Gelb-gesperrt. Ich habe mich für sie gefreut, das wird ihr sicherlich Auftrieb geben."
Mit der beruhigenden Führungen ging es dann auch in die Pause, und anschließend fulminant weiter. Zunächst unterstrich Goalgetterin Popp ihre Ambitionen auf den Gewinn des Goldenen Schuhs für die beste Torschützin mit ihrem achten Treffer des Turniers (50.), kurz darauf durfte sich Kulig erneut bei den Südkoreanerinnen für die perfekte Zusammenarbeit bedanken. Dieses Mal leitete Lim Seon Jo mit einer missglückten Rettungsaktion vor dem eigenen Tor das 4:0 ein (53.).
An Strafraumaktionen mangelte es auch darauf nicht. Zunächst gelang den Südkoreanerinnen der Ehrentreffer zum 1:4 (64.). Ihre Klasse demonstrierte in dieser Situation Ji So Yun, die sich gegen drei Gegenspielerinnen durchsetzte und auch Keeperin Schult ohne Chance ließ. Die kurioseste Aktion der Partie folgte kurz darauf auf der Gegenseite. Popp setzte ihren Konter an die Latte. Jeong Yeonga fing den überraschend ins Feld zurückkehrenden Ball vor dem Aufprall auf: Strafstoß für Deutschland. "Das war ein eindeutiger Fehler. Der Ball war noch nicht im Aus", musste auch Südkoreas Coach Choi in Cheul zugeben. Vom Elfmeterpunkt trat Popp an, die sicher verwandelte: 5:1 (67.). Bei der Auswechslung wurde die Allrounderin vom FCR 2001 Duisburg zehn Minuten später mit tosendem Applaus bedacht.
Gefeiert wurden in den Schlussminuten auch bereits die DFB-Frauen und der nie gefährderte Finaleinzug: "Oh wie ist das schön", Standing Ovations und LaOla-Wellen - das volle Programm. Ein glanzvoller Abschluss im WM-Austragungsort Bochum. Mit einem Banner mit der Aufschrift "Danke Bochum! - Auf nach Bielefeld!" gingen die deutschen U20-Frauen auf ihre Ehrenrunde. Dort soll nun der Triumphzug beendet werden.
Seite 2: Stimmen zum Spiel
Maren Meinert (Trainerin des deutschen U20-Teams):
"Dass wir fünf Tore im Halbfinale erzielt haben, macht mich sehr glücklich. Nun wollen wir gemeinsam das Finale erleben. Das 5:1 spiegelt allerdings nicht ganz den Spielverlauf wider. Das war harte Arbeit. Südkorea hat verdient das Halbfinale erreicht. Für das Finale habe ich keinen Wunschgegner. Es wird auch ein ganz anderes Spiel werden. Die Vorbereitungszeit ist kurz. Wir müssen damit leben, dass wir der Topfavorit sind. Das ist aber nicht schlimm, wir können damit umgehen."
Svenja Huth (Torschützin zum 1:0):
"Es war unser Ziel, das Finale zu erreichen. Dort wollen wir unsere gute Leistung nun fortsetzen. Die volle Kulisse bei diesem Turnier motiviert uns noch mehr. In unserem Alter spielen wir nicht häufig vor so vielen Leuten."
Alexandra Popp (Top-Torjägerin):
"Es ist egal, wer die Tore schießt. Ob ich diesen tollen Lauf fortsetzen kann, kann ich nicht versprechen. Ich bin auch auf die Mannschaft angewiesen.
Die Spiele in Bochum waren super. Es hat viel Spaß gemacht. In Bielefeld wird es aber nicht anders werden. So wie die Mannschaft auftritt, glaube ich auch an den Titelgewinn."
Kristina Gessat (Innenverteidigerin):
"Wir sind alle einfach nur glücklich. Für mich ist es natürlich traumhaft, im Finale in Bielefeld zu spielen. In Bochum hatten wir auch eine super Zeit. Das Endspiel war aber immer unser Ziel."
Desirée Kraczyk