Hellmich öffnet sich
Der Spieltag ist trotz der Siege von St. Pauli und Kaiserslautern gut verlaufen, denn die Konkurrenz aus Bielefeld, Augsburg und Düsseldorf hat verloren.
Und dass ist nun die Chance für Duisburg, mit einem Dreier gegen die Münchner Löwen die Fortuna und Arminia wieder einzuholen. „Ich habe immer an unseren Aufstieg geglaubt und bin mir auch sicher, dass wir es noch packen werden“, lacht sich Walter Hellmich angesichts der Ausrutscher der Konkurrenz ins Fäustchen.
Walter Hellmich setzt auf die Fans.
Dass der 65-Jährige, der am 24. März sein Wiegenfest feiert, auf die Zuschauer-Karte setzt, ist angesichts der finanziellen Situation der Weiß-Blauen verständlich. Denn die fehlende Konstanz hat den Klub ordentlich Besucher gekostet. „Wir liegen unter unseren Planzahlen, aber das ist nicht so dramatisch“, merkt Hellmich an und zeigt sich offen: „Richtig gut geht es uns nicht, doch noch können wir das leichte Minus ausgleichen. Doch jeder Anhänger, der nicht kommt, tut uns weh.“
Schmerzhaft war auch die Zusammenstellung der Lizenzunterlagen, die am Montag beim Verband sein müssen. Denn der MSV ist wirtschaftlich angeschlagen, der Sprung nach oben ist angesichts der roten Zahlen fast schon ein Muss. „Wir haben die Papiere bereits am Freitag persönlich in Frankfurt abgegeben und ich bin mir sicher, dass wir auch Grünes Licht erhalten werden“, rechnet Hellmich allerdings genauso wie der neue Geschäftsführer Roland Kentsch mit hohen Auflagen.
„Die Lizenz ist immer eine Gradwanderung. Deshalb ist der Aufstieg für uns auch sehr wichtig.“ Denn im Oberhaus spülen die höheren Fernsehgelder Euros in die klamme Vereinskasse. „Wir sind vor acht Jahren, als ich den Job übernommen habe, aus den Niederungen gekommen“, erinnert Hellmich. „Das Minus hat sich relativiert, dennoch müssen wir aufpassen, das Gleichwicht zu halten.“
Eine Aussage, die die Hoffnung nährt, dass es am Saisonende nicht zu einem bürokratischen Aus kommen wird. Und dank der Patzer der Kontrahenten hat es der MSV nun selbst in der Hand, den Traum weiterzuträumen.
Thorsten Richter