Fußballschule mit Grings
Wer könnte dem fußballbegeisterten weiblichen Nachwuchs bessere Tipps mit auf den Weg geben als eine der erfolgreichsten deutschen Fußballerinnen?
„Ich denke, in Deutschland gibt es keine bessere Kandidatin als Inka Grings“, meint Günter Appelt, Geschäftsführer der LaOla Fußballschule. Der Startschuss für das gemeinsame Projekt fällt in den Osterferien. Vom 29. März bis 1. April findet im Goalfever Essen das erste Camp für Mädchen zwischen 6 und 15 Jahren statt. „Ich habe das schon mal machen dürfen und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Kinder sind unglaublich offen, neugierig und probieren alles aus. Die Entwicklung im Mädchen- und Frauenfußball ist so enorm geworden und wird sich durch die WM 2011 noch weiter steigern. Auch deshalb ist es eine reizvolle Aufgabe“, betont die Fußballerin des Jahres 2009.„Ich habe mit sechs Jahren mit dem Fußballspielen begonnen und habe meine Ziele schon früh sehr hoch gesteckt“, erinnert sich Grings. Die weitere Entwicklung der zweimaligen Europameisterin ist bekannt.
Gut möglich, dass unter den Teilnehmerinnen auch das ein oder andere interessante Nachwuchstalent für den FCR 2001 Duisburg dabei ist. „Wenn es denn so wäre, ist es natürlich super. Aber das Wichtigste ist, dass wir den Mädchenfußball fördern wollen und dass die Kinder Spaß haben. Und das ist in der Halle, gerade auch bei diesem Wetter, immer noch mehr der Fall“, erklärt Grings, die sich auch viel Zeit für die zahlreichen Fragen nehmen wird. „Die Mädchen dürfen mich gerne mit ihren Anliegen löchern“, schmunzelt die 31-Jährige.
Und gut möglich, dass Grings nach dem Ende ihrer Karriere auch als Trainerin einsteigt. „Sicherlich möchte ich in dem Bereich bleiben. Ob es dann der Trainerbereich ist oder etwas anderes, wird sich zeigen. Da bin ich flexibel“, betont die fünfmalige Bundesliga-Torschützenkönigin.
Auf Seite 2: Interview mit Inka Grings
Inka Grings, haben Sie schon ein Programm für das Trainingscamp zusammengestellt?
Der Spaß steht natürlich absolut im Vordergrund, aber die Mädchen wollen natürlich auch fußballerisch dazu lernen. Von daher muss man auch ein paar Schwerpunkte setzen.
Wo genau werden die gesetzt?
Die Grundvoraussetzung ist sicherlich das Passspiel, aber auch auf die Koordination kommt es an. Interessant ist zudem, den Kindern zu vermitteln, wie Profis trainieren. Und auch beim Torschuss gibt es viele Möglichkeiten und Varianten, die man einbringen kann.

Inka Grings spielt seit ihrem sechsten Lebensjahr Fußball (Foto: firo).
Nennen Sie mal ein paar Beispielübungen!
Es ist immer sehr effektiv, dass Passspiel mit der Wettkampfsituation zu verbinden, vielleicht durch den Zeitfaktor oder mit Hilfe von Fangspielen, denn der Schwerpunkt liegt hier auch in der Konzentration, in der Ernsthaftigkeit und dass man die Koordination mit reinbringt.
Worauf kommt es in diesem Alter besonders an?
Neben dem Spaß ist es wichtig, dass der Wille da ist, gewisse Dinge anzunehmen und dazuzulernen. Außerdem muss man immer Ziele vor Augen haben, denn sonst braucht man glaube ich nicht Sport zu treiben. Man hat dann keinen Ehrgeiz mehr zu machen als andere.
Kann man in dem jungen Alter schon sehen, wer besonders talentiert ist?
Ja! Fußball ist eine Sportart, wo du wirklich gewisse Voraussetzungen haben musst und das erkennt man relativ schnell. Man sieht, wie sich Mädchen und Jungen bewegen, wie sie den Ball annehmen und spielen. Das Auffassungsvermögen erkennt man relativ schnell.
Was ist das richtige Alter um mit dem Fußball zu beginnen?
Mit sechs, sieben Jahren ist generell ein gutes Alter, um ein Kind an den Sport heranzuführen. Ich habe auch mit sechs angefangen und ich weiß außerdem von vielen, die es nach ganz oben geschafft haben, dass sie ebenso in dem Alter begonnen haben.
Desirée Kraczyk