Starkes Entschuldigung
Es ist verwunderlich, wie ängstlich sich die Zebras im Derby präsentierten. Milan Sasic ließ trotz der Auswärtsstärke mit Srdjan Baljak nur einen Stürmer ran.
Doch die defensive Ausrichtung führte nicht dazu, dass die Duisburger hinten stabil standen. Im Gegenteil: Alle Spieler wirkten verunsichert. Symptomatisch dafür war der Patzer von Tom Starke beim 0:1. „Das Ding geht natürlich auf meine Kappe“, entschuldigte sich der Kapitän sofort für seinen Aussetzer. „Ich wollte damit erreichen, dass die Fans nicht sauer auf die Mannschaft sind, sondern wenn dann auf mich.“
Hatte in Düsseldorf keinen Grund zum Jubel: Srdjan Baljak.
Fest steht aber, dass sich die Duisburger mit den Pleiten gegen die direkten Konkurrenten aus St. Pauli und Düsseldorf erst einmal selbst aus dem Aufstiegsrennen geschossen haben. Starke, der nach dem Match sofort zur Doping-Kontrolle musste und erst um 16.30 Uhr seine Sonderschicht beenden konnte, flüchtete sich in Galgenhumor: „Es lief gar nichts. Ich habe zwar ohne Ende Wasser getrunken, aber es hat genauso gestockt wie auf dem Platz.“
Stimmt, denn die rund 8.000 mitgereisten Duisburg-Fans trauten ihren Augen nicht. Die desolate Vorstellung aus der ersten Halbzeit gegen St. Pauli wurde sogar noch unterboten. „Wenn wir ein Gegentor kassieren, können wir nicht nachlegen“, schüttelte der Keeper den Kopf. „Wir sind wieder wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Jeder Ball, der gegen uns kommt, stellt eine Gefahr da.“
Richtig. Und genau das muss sich schnellstens ändern. Bei der Analyse müssen die Dinge, die im Verein ganz ofensichtlich nicht stimmen, schonungslos angesprochen und ausgeräumt werden. Ansonsten wird der Aufstiegstraum frühzeitig wie eine Seifenblase zerplatzen. Wie es geht, haben die Duisburger ja gegen St. Pauli und Düsseldorf gesehen.
Thorsten Richter