Gelsenkirchen: Halle
Weit mehr Zuschauer als noch am vorigen Spieltag fanden den Weg in die Halle am Schürenkamp. Auch Ausrichter Blau-Weiß Gelsenkirchen startete in das Turnier.
Doch was die Leute zu sehen bekamen, waren nicht nur flotte Kombinationen und tolle Tore, sondern auch eine Szene, die für viel Aufregung sorgte. Ein Spieler flippte nach einem Foulspiel regelrecht aus, der Schiedsrichter musste die Partie frühzeitig beenden. Aber der Reihe nach:
Gruppe D:
Begeisternden Fußball zeigten die blau-weißen Hausherren in Gruppe D. Angepeitscht von einer klatschenden und singenden Fangemeinde fertigte Ausrichter BW Gelsenkirchen nach einem 6:1 (wegen des vorzeitigen Ausscheidens der Horster nur 2:0 gewertet) über Horst-Süd auch seinen zweiten Gegner, Genclerbirligi Resse, mit 6:2 ab. In einer dritten, hochklassigen Partie trennte man sich dann lediglich 1:1 von Middelich-Resse, die mit einem Sieg über Genclerbirligi Resse ebenfalls theoretisch noch weiterkommen konnten.
Doch die Jungs von Trainer Joachim Lipinski zeigten auch im letzten entscheidenden Spiel eine starke Leistung und egalisierten innerhalb von wenigen Minuten einen 1:4-Rückstand gegen Horst 08, dem späteren Erstplatzierten. Somit erreichten die Blau-Weißen als bester Zweitplatzierter der Gruppen C und D spektakulär die Endrunde. „Das ist einfach super! Ich bin glücklich und sprachlos ob der starken Leistung meiner Mannschaft. Für den ganzen Verein ist das ein riesen Erfolg, die Jungs haben sich eine Runde Bier wirklich verdient. Die Unterstützung von den Rängen war ebenfalls einfach klasse“, freute sich Lipinski.
Auch Horst 08-Trainer Klaus Schmidtchen konnte zufrieden sein. Sein Team zog ungeschlagen mit zehn Punkten in die Endrunde ein. Schon nach den ersten beiden Siegen schien der Horster Coach zu ahnen, dass Blau-Weiß Gelsenkirchen der schwierigste Gruppengegner sein würde: „Die machen einen guten Eindruck. Um den Titel werden aber eher Buer, Viktoria Resse und YEG Hassel spielen. Unser Ziel ist es, erst einmal trotz der Verletztenmisere, die wir haben, die Endrunde zu erreichen. Und es sieht bisher ganz gut aus.“
Leider gab es für die Zuschauer nicht nur viele Tore, sondern auch unschöne Szenen auf und abseits des Feldes zu sehen. In der Partie Middelich/Resse gegen Horst-Süd musste der Unparteiische bereits frühzeitig zwei Horster Akteure wegen rüden Foulspiels für jeweils zwei Minuten vom Platz stellen. Die Horster waren also nur noch zu zweit, aber keineswegs ungefährlich. So kam es, dass ein Horster Spieler nach einem Middelicher Ballverlust alleine auf das Tor zusteuerte, dann aber regelwidrig gestoppt wurde. Dem Gefoulten missfiel die Tat so sehr, dass er wie von der Tarantel gestochen aufsprang und den 'Übeltäter' körperlich attackierte. Die Situation drohte zu eskalieren.
Doch der Schiedsrichter bewahrte die Ruhe und zückte Rot. Das Spiel musste dennoch abgebrochen werden, da laut Turnierregel eine Mannschaft aus mindestens zwei Feldspielern bestehen muss. Aber auch nach Abbruch des Spiels gerieten Spieler und Verantwortliche beider Teams noch einmal aneinander, sodass sich Murat Ak, Trainer der Horster, dazu entschied, mit seinem Team frühzeitig nach Hause zu fahren. „Natürlich tut mir das Leid. Weil sich die Aggressionen aber nicht legten, habe ich unsere Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen. Meine Spieler haben sich provozieren lassen“, ärgerte sich Ak.
Anders sah das da schon der Co-Trainer von Middelich/Resse: „Es gab ein taktisches Foul unsererseits, woraufhin der gegnerische Spieler unseren Akteur getreten und geschlagen hat. Die hatten noch Schaum vor dem Mund, als wir das Spielfeld verlassen haben. Die Leute sagten uns ’Geht lieber nach oben!’, aber wir wussten nicht warum. Es ist doch nur ein Fußballspiel! Am Ende meinten die Horster auch noch der Schiri und wir seien Schuld.“
Den dritten Platz schnappte sich im letzten Spiel des Abends Genclerbirligi Resse, das sich mit 3:2 gegen Middelich durchsetzte.
Die Entscheidungen in Gelsenkirchen im Überblick:
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Lucas Lampen